Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Redakteur: MM

Welches Versorgungswerk passt zu Ihrem Unternehmen? Endlich", freut sich Wolfgang Fränznick, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der BVUK Betriebliche Versorgungswerke e.V. in Würzburg, ,,ist das...

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Welches Versorgungswerk passt zu Ihrem Unternehmen?Endlich", freut sich Wolfgang Fränznick, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der BVUK Betriebliche Versorgungswerke e.V. in Würzburg, ,,ist das Thema Betriebsrente auch für den Mittelstand wieder interessant." Denn das neue Betriebsrentengesetz bietet großen wie kleinen Unternehmen die Möglichkeit, durch die betriebliche Altersversorgung Sozialabgaben sparen zu können und durch attraktive Gesamtvergütungsmodelle qualifizierte Mitarbeiter zu binden. Doch vor der Kür steht die Pflicht: Arbeitgeber müssen seit Januar 2002 ihren Mitarbeitern die betriebliche Altersversorgung im eigenen Unternehmen ermöglichen. Dabei sind sie verpflichtet, von den möglichen fünf Durchführungswegen mindestens einen anzubieten, bei dem die Mitarbeiter die ,,Riester-Förderung" erhalten: das sind die Direktversicherung, die Pensionskasse oder - ab dem zweiten Quartal 2002 - einen neu gegründeten Pensionsfonds. Bestimmen können Arbeitgeber also nur noch, welche Durchführungswege sie wählen und welchem Dienstleister sie die Organisation und Durchführung der Betriebsrente in ihren Unternehmen anvertrauen. Auf dem Markt bewegen sich jedoch zahlreiche Anbieter, und die Unterschiede zwischen ihnen und ihren Produkten sind groß. Der Verband der BVUK, Interessenverband mehrerer großer Versorgungswerke, empfiehlt Unternehmern daher, ganz bestimmte Kriterien bei der Auswahl des künftigen Betriebsrenten-Partners zu berücksichtigen. Das gilt besonders bei der Wahl des passenden Versorgungswerkes - also Unterstützungskasse, Pensionskasse, Pensionsfonds oder spezielle Lebensversicherer.Es gibt Versorgungswerke, wie in der Chemieindustrie, die aus historischen Gründen betriebliche Einzellösungen anbieten. Der neu gegründete Pensionsfonds stellt praktisch eine Dachlösung des Versorgungswerkes dar. Ähnliches gilt für die Versorgungswerke der Druckindustrie und der Bauwirtschaft.Eine andere Richtung verfolgen überbetriebliche Versorgungswerke - vor allem, wenn ihr Ziel eine Gesamtversorgungsstrategie ist. Statt einzeln am Markt zu agieren, fassen mehrere Versorgungswerke ihre Interessen zusammen und bieten verschiedene Durchführungswege gemeinsam an. Bislang gibt es in Deutschland wenige solcher Anbieter. Einer ist beispielsweise der Verband der BVUK mit etwa 20 angeschlossenen Versorgungsträgern: ,,Durch den Gesamtversorgungsgedanken können wir wie ein Makler im Interesse des Unternehmens die individuell passende Lösung für die betriebliche Altersversorgung erarbeiten und installieren", beschreibt Fränznick die Aufgabe des Verbandes.Ein anderes Beispiel ist die neu angetretene ,,MetallRente", das gemeinsame Versorgungswerk von IG Metall und Arbeitgeberverband Gesamtmetall. Das im Oktober 2001 entstandene Versorgungswerk will zum größten Gesamtversorgungswerk Deutschlands werden. Deshalb steht es nicht nur den 3,6 Mio. Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie offen, sondern auch Unternehmen anderer Branchen.Auswahl bringt EinsparpotenzialeÜberbetriebliche Gesamtversorgungswerke haben eine Reihe von Vorteilen: Sie berücksichtigen alle Unternehmensgrößen und Branchen, setzen Tarifverträge um und bieten durch die externe Verwaltung der betrieblichen Altersversorgung enorme Handling- und Kostenvorteile. Gleichzeitig steigen für den Arbeitgeber Effektivität und Rendite.Grundsätzlich kann sich der Kunde für ein Angebot der verschiedenen Anbieter entscheiden. Drei Durchführungswege bietet die ,,Metall-Rente" ihren Kunden an: eine Direktversicherung, genannt ,,Metall-Versicherung", eine Pensionskasse mit dem Namen ,,Metall-Kasse" und - im zweiten Quartal 2002 - einen Pensionsfonds namens ,,Metall-Fonds". Damit genügt die ,,Metall-Rente" den Anforderungen des Betriebsrentengesetzes und stellt alle drei Möglichkeiten der ,,Riester-Förderung" dar. Andere überbetriebliche Versorgungswerke, wie beispielsweise der Verband der BVUK, bieten alle fünf Durchführungswege an, zusätzlich also die Unterstützungskasse und die Direktzusage. Konsortialführer der ,,Metall-Rente" ist die Allianz AG; sie wird die drei angebotenen Durchführungswege verantwortlich managen. Weitere beteiligte Unternehmen sind die Victoria Versicherung, das BHW und die Westdeutsche Landesbank (WestLB). Die ,,produktneutrale Beratung", wie sie die ,,Metall-Rente" verspricht, bezieht sich hier - wie auch bei der BVUK - auf die Wahlmöglichkeit des Arbeitnehmers innerhalb eines von diesen Anbietern entwickelten Produktportfolios. Bei der BVUK entscheidet sich der Arbeitgeber zunächst für einen oder mehrere der Durchführungswege.Danach können die Arbeitnehmer unter den vom Arbeitgeber angebotenen Durchführungswegen wählen.Konsortialführer beim Verband der BVUK ist die Mannheimer Lebensversicherung, Konsorten sind unter anderem die Kölner Pensionskasse sowie die Unterstützungskasse für Unternehmen in der Metall verarbeitenden Industrie und Maschinenbau e.V. und andere branchenspezifische Unterstützungskassen.Jeder muss selbst entscheiden: Für das eine Unternehmen ist es wichtiger, dass hinter einem Versorgungswerk eine hohe Anzahl von Konsorten stehen. Für ein anderes Unternehmen kann es ausschlaggebend sein, dass die Konsorten einen hohen Erfahrungsschatz beispielswiese imAsset Management für Pensionsfonds haben.Ein großer Pluspunkt eines jeden Versorgungswerkes ist die Auslagerung der betrieblichen Altersversorgung aus dem Unternehmen. Das ist vor allem für Mittelständler wichtig, denn es reduziert den Aufwand im Personalbüro. Zudem sind die Verwaltungskosten von Versorgungswerken wegen der Gruppenverträge und geringeren Vertriebs- und Verwaltungskosten deutlich geringer als beispielsweise bei Versicherungen. Das kommt wiederum einer höheren Rendite zugute. Dafür steht den Versorgungswerken eine Riesen-Beratungsaufgabe ins Haus. ,,Die meisten Unternehmen benötigen externe Beratungskompetenz, damit sie und ihre Mitarbeiter über die Möglichkeiten der betrieblichen Altersversorgung informiert werden", so Fränznick. Bei der ,,Metall-Rente" werden speziell geschulte ,,Metall-Berater" abgestellt, um den Personalverantwortlichen und Betriebsräten in den Unternehmen Empfehlungen für die Betriebsrente an die Hand zu geben. Darüber hinaus bietet Metall-Rente Entscheidungs- und Ausfüllhilfen für Formulare. Mitarbeiter, die weitere Auskünfte benötigen, können sich individuell über die Hotline 01802-222994 beraten lassen. Zusätzlich liefern die Betriebsräte als verlängerter ,,Servicearm" des Versorgungswerkes bei Bedarf Informationen und Vorab-Unterstützung an die Arbeitnehmer. Die BVUK geht einen anderen Weg: Sie bietet Sprechstunden in den Unternehmen an. Gerade weil betriebliche Altersversorgung so kompliziert ist, bieten auch sie an ,,jeden Arbeitnehmer persönlich zu beraten, wenn dies gewünscht wird", so Fränznick.Die Entscheidung für oder gegen ein Versorgungswerk hat viele Facetten. Für jeden Arbeitgeber sind jedoch andere Faktoren bei der betrieblichen Altersversorgung wichtig, je nach Profil des Unternehmens und seiner Mitarbeiter.

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