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Wasserglykolgemisch speist direkt den Kreislauf der Kühlmodule
Einen anderen Weg gingen die Ingenieure bei dem Unternehmen Celler Brunnenbau. Die geothermische Anlage dort pumpt ein Wasserglykolgemisch in die Erde, aus der es selbst im Sommer mit maximal 14 °C wieder hervorkommt. Diese kalte Flüssigkeit speist direkt den Kühlkreislauf der flüssigkeitsbasierten Kühlmodule Liquid Cooling Packages (LCP). Die Geräte sind mit eigenen Temperaturfühlern sowie Steuerungssystemen ausgestattet und mit der Managementsoftware vernetzt.
Anhand der Daten der LCP regelt diese die Pumpe am Bohrloch: Ist es ausreichend kühl im Rack, fährt die Pumpleistung zurück, bei steigenden Temperaturen wird den Kühlmodulen mehr Kühlflüssigkeit zugeführt. Damit konnte ein herausragender PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) von 1,06 erzielt werden. Das bedeutet: Lediglich die Pumpe und die LCP verbrauchen noch Strom. Deutlich über 90% der Energie kommt direkt bei den Servern an.
Alte unterbrechungsfreie Stromversorgungen harmonieren mit modernen Servern nicht
Ein weiterer großer Verbraucher im Rahmen der IT-Infrastruktur ist die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). Bei den USV-Systemen ist zu beachten, dass ältere Geräte zwar gut für traditionelle Rechner geeignet sind, diese mit modernen Blade-Servern aber nur mäßig harmonieren. Dann ist der Einsatz moderner, hocheffizienter modularer USV-Systeme sinnvoll. Eine Modernisierung bringt eine Ersparnis von bis zu 30% bei den durch die USV verursachten Verlustleistungen. Ausschlaggebendes Kriterium ist dabei der Wirkungsgrad: 95% sind in diesem Zusammenhang ein sehr guter Wert, der besagt, dass nur 5% der zugeführten Energie verloren gehen.
Die genannten Maßnahmen und Möglichkeiten senken die Energiekosten im Rechenzentrum beträchtlich. Das ist auch notwendig, weil von den Betreibern und IT-Verantwortlichen eine immer schnellere und dynamischere Servicebereitstellung erwartet wird. Diese treibt unweigerlich die Kosten, wenn nicht einige grundlegende Regeln beachtet werden.
Skalierbarkeit ist in der IT eines der obersten Gebote
Skalierbarkeit ist auch in der IT eines der obersten Gebote. Weil die Anforderungen stetig steigen, muss auch die IT-Landschaft flexibel mitwachsen können. Daher empfehlen sich modulare Systeme, die bei Bedarf erweitert werden können. Dabei ist zudem ein hoher Standardisierungsgrad hilfreich.
Viele IT-Verantwortliche sind sich der Problematik durchaus bewusst: Eine 2009 von Dell und der London School of Business durchgeführte Studie hat ergeben, dass die Verwendung anerkannter Industriestandards als wichtiges Mittel zur Kostenreduktion in der IT gesehen wird.
Mehr als 30% der befragten IT-Entscheider glauben, dass die Standardisierung von Technologien dazu beitragen kann, ein Unternehmen effizienter zu gestalten. 50% der Befragten meinen, sie könnten mehr als 5% ihres IT-Budgets durch Verbesserungen der IT-Effizienz und durch Verringerung der Ressourcenverschwendung in der IT einsparen.
Geforderte Skalierbarkeit mit Plattformen erfüllt
Rittal legt bei der Entwicklung seines Leistungsangebots in der IT-Infrastruktur großen Wert auf die Standardisierung von Lösungen. Das Ergebnis dieser Ausrichtung ist ein ausgeprägter Plattformgedanke. Die USV-Familie PMC ist seit ihrer Einführung stetig durch neue kompatible Modelle ergänzt worden. Auch die LCP-Produktfamilie ist modular aufgebaut und somit flexibel und schrittweise skalierbar.
Rechenzentrumsbetreiber profitieren so von einer vereinfachten Produktauswahl sowie einem verbesserten Service: Weil die Techniker weniger Varianten kennen müssen, lassen sich Wartungs- und Reparaturarbeiten routinemäßig und damit schneller ausführen. Zudem kann die Zubehörbevorratung reduziert werden, weil viele Teile plattformübergreifend verwendet werden können. Auch bei anderen Produktgruppen setzt Rittal konsequent auf Standardisierung: Modulsafes, Rechenzentrums-Container und sogar ganze Sicherheitsräume sind modular aufgebaut.
Die IT holt derzeit eine Entwicklung hin zu mehr Effizienz im Betrieb nach, die in der Industrie bereits seit Jahrzehnten mit Erfolg umgesetzt wird. Die Gründe sind dieselben: Die Forderung nach steigender Leistung trifft auf einen massiven Kostendruck. Prozessautomatisierung, Skalierbarkeit und die Standardisierung im Rechenzentrum sind gut geeignet, um Ressourcen zu sparen und die Effizienz der IT zu steigern.
* Bernd Hanstein ist Hauptabteilungsleiter Produktmanagement System Solutions bei der Rittal GmbH & Co. KG in 35745 Herborn
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