EOS E-Manufacturing ist reif für den Massenmarkt

Redakteur: Rüdiger Kroh

Mit einer aktuellen Studie belegt EOS, dass E-Manufacturing den konventionellen Fertigungstechniken immer stärker Konkurrenz machen wird. Vor allem der Trend zur individualisierten Serienfertigung soll dem Lasersintern als Rapid-Manufacturing-Verfahren zum Durchbruch verhelfen.

Anbieter zum Thema

Die heutige Massenproduktion steht vor einer Revolution, die sich im Stillen vollzieht. Die individualisierte Massenfertigung von Produkten in der westlichen Welt gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Das sind die Ergebnisse einer Umfrage, die die EOS GmbH auf den jüngsten Branchenmessen K 2007 in Düsseldorf und Euromold 2007 in Frankfurt durchgeführt hat. Befragt wurden rund 100 Personen, allesamt Standbesucher und mit dem Thema Lasersintern vertraut.

Endprodukte direkt aus elektronischen Daten

Die Erhebung zielte dabei auf folgende Kernfragen ab: Wie sieht die Warenproduktion von morgen aus? Wird sich die individualisierte Serienfertigung aus CAD-Daten durchsetzen? Und welche Techniken treiben diese Produktionsform voran? Die Antworten der Messebesucher belegen, dass die industrielle Produktion vor einem Paradigmenwechsel steht. E-Manufacturing per Lasersintern ist nach Ansicht der Befragten eine Schlüsseltechnik, die konventionellen Fertigungsverfahren wie der Gießtechnik künftig starke Konkurrenz machen wird. Nicht umsonst hat das Marktforschungsinstitut Gartner die Produktionsform Rapid Manufacturing erstmals in diesem Jahr in seinen begehrten Hype Cycle aufgenommen.

Mit E-Manufacturing entstehen Endprodukte, Funktionsteile und Werkzeuge direkt aus elektronischen Daten heraus. Ein Laser erhitzt und schmilzt die pulverisierten Kunststoffe oder Metalle schichtweise, bis nach Auftragen der letzten Schicht das fertige Produkt von der Maschine ausgegeben wird. Ob Schmuck, Kleidung, Lampen, Stühle oder Funktionsteile für die Industrie, mit E-Manufacturing ist die Fertigung von Produkten mit komplexen und filigranen Strukturen und Formen möglich, die in der konventionellen Serienfertigung zum Teil nicht denkbar sind.

Bei der Frage, ob E-Manufacturing grundsätzlich reif für den Massenmarkt ist, entschieden sich 70% der Befragten mit einem eindeutigen Ja. 33% der Befürworter bescheinigten der individualisierten Fertigung per Lasersintern sogar heute schon die Marktreife, während 37% die Etablierung dieser Technik innerhalb der nächsten drei Jahre am Markt voraussagten. Der Rest entschied sich mehrheitlich für die Etablierung innerhalb der kommenden fünf Jahre und nur 4% glaubten an eine Marktreife erst in den kommenden zehn Jahren.

Was treibt E-Manufacturing voran? Die entscheidende Antwort darauf ist der Trend zur individualisierten Serienfertigung – auch Mass Customization genannt. Sowohl die Industrie als auch die Endverbraucher in den westlichen Gesellschaften verlangen zunehmend nach individuell gefertigten Produkten, seien es nun Funktionsteile, Komponenten, Werkzeuge oder Waren. Dieser steigende Bedarf erfordert paradoxerweise eine Möglichkeit zur Massenfertigung dieser Produkte.

Trend zur individualisierten Serienfertigung

Entsprechend werteten 28% der Befragten den Trend zur individualisierten Serienfertigung als wichtigstes Erfolgskriterium für E-Manufacturing. Knapp ein Viertel der Befragten entschied sich für den Faktor Kostenersparnis im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren und 22% sahen in den kürzeren Produktlebenszyklen den Hauptgrund dafür, dass E-Manufacturing per Lasersintern herkömmliche Fertigungsverfahren überholen wird. Für deutlich weniger Befragte zählten die Faktoren automatisierte, mannlose Produktion (15%) sowie dezentrale Fertigung (11%) zu den primären Erfolgskriterien.

Begrenzte Materialauswahl wird kritisch gesehen

Wie jede innovative Technik ist auch das E-Manufacturing per Lasersintern nicht gefeit vor Risiken und konkurrierenden Verfahren. Vor allem konventionelle Methoden bieten zurzeit noch einige entscheidende Vorteile. So sahen 29% der Befragten das größte Risiko in der relativ begrenzten Materialauswahl.

Etwa ein Viertel der Befragten wertete zudem das fehlende Know-how in der Industrie als Hindernis und ein weiteres knappes Viertel sah im mangelnden Bekanntheitsgrad des Lasersinterns das Hauptrisiko. Die Mehrheit der Befragten sah demnach die Problematik weniger bei der aufkommenden Technologie, sondern vielmehr im derzeit noch fehlenden Wissen und der mangelnden Offenheit seitens der Industrie für dieses Verfahren.

Abschließend sollten die Befragten die ihrer Meinung nach realistischste Prognose dafür abgeben, wie unsere Produktion in 20 Jahren aussehen wird. Mit 63% prognostizierte eine deutliche Mehrheit der Befragten die Etablierung der individualisierten Massenfertigung von Produkten in unserer westlichen Welt.

Knapp 21% waren zudem der Ansicht, dass der Endkunde in 20 Jahren seine eigene Kleinfabrik unterhält und per Rapid Manufacturing seine Waren und Werkzeuge selbsttätig anfertigt. Etwa 9% der Befragten ließen sich zu der gewagten Aussage hinreißen, dass der Handwerksberuf in 20 Jahren nur noch am Computer stattfinden wird.

Dr. Hans J. Langer, Gründer und CEO der EOS GmbH, sieht sich durch die Umfrageergebnisse in seiner Einschätzung des Marktes bestätigt: „Wir registrieren den Trend zu Mass Customization schon seit einigen Jahren. Die Anzahl der Konsumgüteranwendungen wie Brillen, Taschen oder Stühle steigt signifikant an und die Hersteller sehen die Vorteile von E-Manufacturing insbesondere bei der Konstruktionsfreiheit.Wir selbst arbeiten intensiv an der Entwicklung neuer Werkstoffe, denn uns ist bewusst, dass die Materialvielfalt ein wesentlicher Treiber für unser künftiges Geschäft sein wird.“

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:241464)