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Funktionalitäten der CAD-Software ausschöpfen
In dieser Vorgehensweise sieht auch Scheller einen Weg, die zahlreichen NX-Funktionalitäten dem Anwender überhaupt auf eine sinnvolle Weise anzubieten, sodass er sie akzeptiert und nutzt. Für ihn geht deshalb Adaptive UI genau in diese Richtung, um die Technik in den Systemen auch für den normalen Konstrukteur beherrschbar zu machen. „Viele Konstrukteure sind mit den Berechnungen, neuen Fertigungsmethoden und den vielen Funktionen überfordert. Ich glaube, das ist nun die Zeit, damit Anwender ein neues Engineering umsetzen zu können“, so Scheller.
Von Adaptive UI können auch die Unternehmen profitieren. Siemens will zwar zunächst noch konkrete Projekte mit Kunden abwarten, in denen die klassische Vorgehensweise mit der neuen Unterstützung durch KI verglichen wird. Deshalb verzichtet Scheller darauf, Zahlen zu nennen, um wie viel Prozent sich der Konstruktionsprozess beschleunigen lassen könnte. „Aber wir sehen bestimmte Größen und das ist nicht nur die zeitliche Abfolge, weil man nicht mehr suchen muss, sondern auch die Qualität in der Konstruktion.“ Im Prinzip steckt hinter dem Adaptive UI eine Konstruktionsvorgabe oder Konstruktionsrichtlinie.
Weitere Einsatzbereiche in Zukunft möglich
Gerade im Siemens-Umfeld könnte man sich noch zahlreiche weitere Einsatzbereiche für eine solche KI-Funktion vorstellen. Die Patente liegen beim Unternehmen selbst, doch, wie Scheller erklärt, ist es nicht so einfach, die Erfahrungen aus dem CAD-Bereich beispielsweise auf komplette Engineering-Prozesse bis zur Automation im Shopfloor zu übertragen. Der Knackpunkt liegt in der Geschwindigkeit, mit der die KI lernt und dafür muss der Anwendungsbereich genau untersucht werden. Doch Scheller macht Hoffnung auf die Zukunft, weil auch viele interne Anfragen kamen: „Im Moment haben wir sehr viele verschiedene Ansätze, die wir konsolidieren. Es ist wirklich klasse, dass nun Anfragen kommen; und es wird sich auf jeden Fall verbreiten.“
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