21. Composites-Markterhebung

Eher gedrückte Stimmung in Sachen Marktentwicklung von Composites

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Auch das Composites-Investitionsklima wird kälter

Die aktuell eher zurückhaltende Bewertung der wirtschaftlichen Situation und die pessimistischen Aussichten auf die Zukunft wirken sich natürlich auch auf das Investitionsklima aus. Und nachdem in der letzten Befragung noch 40 Prozent der befragten Mitglieder von einem Anstieg bei der Personalkapazität ausgegangen waren, liegt dieser Wert aktuell nur noch bei 18 Prozent. Demgegenüber stehen 12 Prozent der Composites-Unternehmen, die sogar von einem Rückgang im Bereich Personal ausgehen. Auch der Anteil der Befragten, die Maschineninvestitionen planen, ist demnach rückläufig. Waren bei der letzten Befragung noch 71 Prozent von entsprechenden Investitionen ausgegangen, so sinkt dieser Wert nun auf 56 Prozent ab (Diagramm 4).

So entwickeln sich Anwendungen, Märkte und Composites-Werkstoffe

Der Composites-Markt ist durch eine starke Heterogenität sowohl material- aber auch anwendungsseitig gekennzeichnet, erklärt Composites Germany. In der Befragung wurden die Teilnehmer deshalb gebeten, ihre Einschätzung hinsichtlich der Marktentwicklung unterschiedlicher Kernbereiche zu geben. Die Erwartungen zeigen sich äußerst verschieden (Diagramm 5). Die bereits beschriebenen Schwächen in den wichtigsten Kernmärkten Transport sowie Bau- und Infrastruktur zeigen sich auch hier deutlich. Wachstum wird vor allem im Bereich Windenergie und Luftfahrt erwartet.

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Bei den Werkstoffen setzt sich der Paradigmenwechsel weiter fort. Wurde von den Befragten in den ersten 13 Erhebungen stets carbonfaserverstärkte Kunststoffe (CFK) als Material der Zukunft genannt, aus dessen Umfeld die wesentlichen Wachstumsimpulse für den Composites-Bereich zu erwarten sind, so werden die wesentlichen Impulse mittlerweile durchweg von glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) oder materialübergreifenden Verbundwerkstoffen vermutet. Weltweit betrachtet, kommt es zu einer leichten Verschiebung. Denn derzeit ist es vor allem Nordamerika, aus dem die wesentlichen Wachstumsimpulse für die Branche erwartet werden. Europa und Asien verlieren leicht an Boden.

Composites-Index zeigt eine eindeutige Richtung

Die zahlreichen negativen Einflüsse der letzten Zeit zeigen sich nun auch im gesamten Composites-Index (Diagramm 6). Dieser gibt nämlich bei allen Indikatoren nach. Sowohl die aktuelle als auch die zukünftige Beurteilung drehen dabei ins Negative. Die gesamte verarbeitende Composites-Menge in Europa in 2022 war bereits im Vergleich zum Jahr davor leicht rückläufig. Nach einem guten 1. Quartal 2022 kam eine deutliche Abkühlung der Aktivitäten.

Es bleibt nun abzuwarten, ob es gelingen wird, der negativen Entwicklung gegenzusteuern. Hier wäre ein zielgerichtetes Eingreifen ratsam, was auch mit Blick auf die politischen Entscheidungsträger gemeint ist. Das kann aber ohne die Industrie respektive Wirtschaft nicht gelingen. Nur gemeinsam kann demnach der Wirtschaftsstandort Deutschland gestärkt werden, um die Position im Composites-Sektor weiter zu behaupten, oder vor dem Hintergrund einer schwächelnden Weltkonjunktur auszubauen. Denn für Composites zeigten sich nach wie vor sehr gute Chancen zum Ausbau der Marktposition in neuen, aber auch bestehenden Märkten, merkt Composites Germany an. Die Abhängigkeit von gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen aber bleibe bestehen. Es gilt nun über Innovationen neue Marktfelder zu erschließen, die sich bietenden Chancen konsequent zu nutzen und gemeinsam daran zu arbeiten, Composites noch tiefer in bestehende Märkten zu implementieren. Composites Germany bietet mit seinem hervorragenden Netzwerk gute Möglichkeiten dafür.

Die nächste Composites-Markterhebung erscheint übrigens im Januar 2024.

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