Prozessmanagement Eine vernetzte Wissensdatenbank für die Instandhaltung
Die Anbieter von Condition-Monitoring-Systemen schwärmen für ihre Produkte. Doch viele Unternehmen sind überfordert und können die gelieferten Daten nicht interpretieren oder ziehen falsche Schlüsse. Ein Forscherteam aus Dortmund will Licht ins Dunkel bringen und ein Know-how-Netzwerk aufbauen.
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Excel, SAP oder der Schreibblock? Die meisten Instandhalter bedienen sich immer noch der schwarzen Kladde und notieren ihre Wartungshistorie und Erfahrungen in dem Büchlein. Für die Unternehmen und die Belegschaft sind die technischen Aufzeichnungen unverkäufliche Schätze. Das Problem vieler Unternehmen: Der Schreibblock geht meist mit dem Experten in Rente.
Das Wissensmanagement in der Instandhaltung steht erst am Anfang und viele Firmen sind sich des Problems noch nicht voll bewusst. Das Gefühl für die Maschine hat nicht jeder Mechaniker. Eine Lösung kann Condition Monitoring bieten. Der Einsatz von Condition-Monitoring-Systemen setzt sich im industriellen Umfeld immer stärker durch, jedoch können die in der Technik schlummernden Potenziale noch lange nicht ausgeschöpft werden, meinen Wissenschaftler. Frühzeitige Hinweise auf die Restlebensdauer von überwachten Bauteilen können noch nicht abgeleitet werden und die Schadensdetektion erstreckt sich in vielen Fällen nur auf eine Schwellwertüberschreitung, die einen Schaden in einem Zeitraum zwischen Monaten und wenigen Stunden ankündigt, sind Forscher überzeugt.
Im Netzwerk können Daten schneller verglichen und analysiert werden
So werden zwar Veränderungen am Bauteil deutlich früher erkannt, als dies ohne die technische Unterstützung der Fall wäre, dennoch können größere Schäden häufig nicht sicher vermieden werden. Gegenwärtig ist die Verbreitung von Condition-Monitoring-Systemen meist noch anwendergetrieben, sodass in der Regel eine Nachrüstung der Maschinen und Anlagen mit der Sensorik erfolgt und die Daten meist unternehmensspezifisch vorliegen und auch nur innerhalb des Unternehmens ausgewertet werden. Dies führt zu einer Verlangsamung der Optimierung von Schwellwerten und Verbreitung von Analyseergebnissen, da eine ausreichend große Grundgesamtheit an Daten nicht verfügbar ist oder erst mehrere Lebenszyklen eines Bauteils verstreichen müssen, damit aussagekräftige Schwellwerte und Belastungskennlinen ermittelt werden können. Aus diesem Grund sind der Austausch der Daten und die gemeinsame Analyse innerhalb eines Netzwerkes von erheblicher Bedeutung (Bild 1), da so benötigte Erkenntnisse deutlich schneller in die Anlagenüberwachung eingreifen können und eine genauere Schadensdetektion entsprechend dem Lastverhaltenen ermöglichen. Wissensmanagement ist eine Gemeinschaftsaufgabe.
Condition-Monitoring-Verfahren im Unternehmensverbund einsetzen
Darüber hinaus ist die Interpretation von Messwerten häufig aufwendig und kompliziert, sodass viele Unternehmen sich eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema nicht leisten können oder wollen. Diese Umstände führen dazu, dass sich vielfach die Hoffnung, mittels Condition Monitoring die Zuverlässigkeit der Produktionsanlagen zu erhöhen, gar nicht oder nicht im gewünschten Maße erfüllt. An diesem Punkt setzen die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik in Dortmund an.
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