Anbieter zum Thema
Schüler müssen Fehler machen und daraus lernen
Im Unterricht ermuntert der Werkstattleiter seine Schüler dazu, an den Drehmaschinen Dinge auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu sammeln: „Sie müssen selber Fehler machen und daraus lernen.“ Das Thema Sicherheit hat jedoch stets Vorrang.
Nach Ende der Verhandlungen mit verschiedenen Anbietern entschied sich die Schule, erneut Präzisionsdrehmaschinen von Weiler anzuschaffen. Zwar ist der Preis etwas höher als bei anderen Maschinen, dafür werden die Drehmaschinen komplett in Deutschland gefertigt, für Wilp ein wichtiges Argument: „Da wir als Schule das Geld der Steuerzahler ausgeben, ist dies bei einem deutschen Hersteller am besten angelegt, denn dadurch werden im Inland Arbeitsplätze erhalten.“
2012 kaufte die Schule zunächst mehrere Präzisionsdrehmaschinen vom Typ Praktikant VC plus für die beiden Werkstätten. Weil die Schüler von Anfang an ein Gefühl für das Drehen bekommen und möglichst viel von Hand machen sollen, fiel die Wahl auf eine konventionelle Präzisionsdrehmaschine. Bei dem Modell handelt es sich um eine vollwertige, energieeffiziente Produktionsmaschine mit zusätzlichen Extras für die Ausbildung. Sie ist mit einer komfortablen Anzeige- und Regelelektronik ausgestattet, die das manuelle Bedienen durch eine Reihe leicht anwählbarer Funktionen erleichtert. Mit einer Spitzenweite von 650 mm und einem Umlaufdurchmesser über Bett von 320 mm ist sie vielfältig einsetzbar. Weiterhin verfügt sie über einen Antrieb von 8 kW Leistung und eine Spindelbohrung von 43 mm. Die Drehzahl reicht von 25 bis 5000 min-1 und ist stufenlos regelbar.
Sämtliche Bedienelemente sind zentral angeordnet und dadurch leicht erreichbar. Da die Hauptspindel wartungsfrei in Präzisionsspindellagern geführt ist, können alle Servicearbeiten von der Maschinenfront her oder von der Seite erledigt werden. Somit konnten die Drehmaschinen platzsparend mit der Rückseite zur Wand aufgestellt werden.
„Eine gute Ausbildung ist nur mit hochwertigen Maschinen möglich. Durch die neuen und innovativen Maschinen haben wir einen technologischen Sprung über mehrere Jahrzehnte gemacht. Wichtig war uns zum Beispiel die Möglichkeit, mit konstanter Schnittgeschwindigkeit zu drehen“, erläutert Wilp.
Energiesparsystem überwacht und regelt den Stromverbrauch
Mit den neuen Maschinen wollen die Lehrer den Schülern außerdem das Thema Nachhaltigkeit im Alltag nahebringen. Dazu ist die Praktikant VC plus besonders geeignet, da sie über das Energiesparsystem e-Tim verfügt. Dieses überwacht und regelt den Stromverbrauch über drei Funktionen. Erstens speist das Antriebsmanagement permanent Bremsenergie ins Stromnetz zurück. Zweitens werden nicht genutzte Nebenaggregate automatisch abgeschaltet. Und drittens wechselt die Maschine bei Stillstand nach einer frei vorwählbaren Zeit in den Stand-by-Modus.
Lehreridentifikationssystem e-Lissy für unterschiedliche Benutzer
Zu den weiteren Innovationen der Praktikant VC plus gehört das optional erhältliche Lehreridentifikationssystem e-Lissy. Es bietet die Möglichkeit, über Codier-Chips bis zu 15 verschiedene Parameter an der Maschine einzustellen und für unterschiedliche Benutzer freizuschalten. Dadurch lassen sich unterschiedliche Funktionen ein- und ausschalten, je nach Wissensstand der Schüler. Da Wilp und seine Kollegen die Schüler an den Maschinen nicht unbeaufsichtigt lassen, haben sie auf das System verzichtet.
Im April 2013 wurden die Weiler Praktikant VC plus geliefert, kurz darauf kaufte die Schule einige Praktikant GS, die nach ihrer Lieferung 2014 zu gleichen Teilen auf die beiden Werkstätten verteilt wurden. Die ebenfalls kompakte Praktikant GS verfügt über eine Spitzenweite von 650 mm, einen Umlaufdurchmesser über Bett von 320 mm und ein Schaltgetriebe mit 16 Getriebestufen, über das Drehzahlen zwischen 48 und 2500 min-1 anwählbar sind.
GS-Zeichen steht für ‚Geprüfte Sicherheit’
Dadurch zeichnet sie sich besonders für das präzise Drehen kleinerer und komplexer Werkstücke in Handarbeit aus. Dazu tragen auch der Antrieb mit bis zu 3,9 kW, die Spindelbohrung von 40,5 mm und die hohe Genauigkeit bei. „Gerade in der beruflichen Ausbildung wird die Ausstattung der Praktikant GS geschätzt, denn das GS-Zeichen steht für ‚Geprüfte Sicherheit’“, erläutert Willi Seeberger, Leiter Ausbildungsprojekte und Öffentliche Hand. Dazu gehören die automatische Handausrückung, eine schützende Leit- und Zugspindelabdeckung, die Spindelbremse, entschärfte Quetschstellen und das auf das Sicherheitskonzept abgestimmte umfangreiche Zubehör. MM
* Michael Eisler ist Mitglied der Geschäftsführung bei der Weiler Werkzeugmaschinen GmbH in 91448 Emskirchen, Tel. (0 91 01) 7 05-1 10, gabriela.lindner@weiler.de; F. Stephan Auch ist freier Journalist aus Nürnberg
(ID:43507464)