ERP-Zentralisierung Einhell feilt am Cloud-ERP

Von Dr. Christoph Urban*

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Mit seinen kabellosen Lösungen für Heimwerker und Hobbygärtner ist Einhell sehr erfolgreich. Damit das so bleibt, treibt Einhell seine Digitalisierung mit Hochdruck voran. Warum Cloud-ERP dafür das Mittel der Wahl ist und wie Einhell die Transformation meistern will.

Um den digitalen Transformationsprozess zu beschleunigen, entschloss sich Einhell dazu, ihre dezentralen ERP-Systeme durch einen zentralisierten Ansatz zu ersetzen.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Um den digitalen Transformationsprozess zu beschleunigen, entschloss sich Einhell dazu, ihre dezentralen ERP-Systeme durch einen zentralisierten Ansatz zu ersetzen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Des Deutschen liebstes Kind hat Konkurrenz bekommen: Wo früher schnittige Automobile als Statussymbol glänzten, rückt inzwischen das Thema „Schöner Wohnen“ zunehmend in den Fokus. Fachleute gehen davon aus, dass Menschen hierzulande 2030 mindestens 75 Prozent ihrer Zeit zu Hause verleben und jeder zweite Arbeitnehmer ausschließlich im Homeoffice arbeiten wird. Da will man es natürlich schön haben.

Dementsprechend wird heute überall fleißig gesägt, gebohrt und geschliffen. Do-It-Yourself boomt. Das bestätigen aktuelle Ergebnisse der GfK Consumer Life Studie. Demnach ist der Anteil der Menschen, die mindestens einmal pro Woche im Garten arbeiten, 2021 auf 39 Prozent gestiegen. Und mehr als jeder Fünfte werkelt mindestens einmal pro Woche am Haus oder an der Wohnung herum.

Steigende Nachfrage erhöht Prozesslast

Für Werkzeughersteller wie die Einhell Germany AG eine gute Nachricht. Einhell entwickelt, produziert und vertreibt eine breite Produktpalette – vom Akkubohrer bis zum elektrischen Rasenmäher. Und zwar äußerst erfolgreich: Nachdem Einhell 2020 das beste Geschäftsjahr aller Zeiten gefeiert hatte, legte das Unternehmen 2021 eine Schippe drauf: Der Erlös stieg im vergangenen Jahr nochmals um 25 Prozent auf rund 920 Millionen Euro. CEO Andreas Kroiss geht davon aus, dass die hohe Nachfrage weiterhin anhält und der Umsatz in diesem Jahr die Milliardengrenze durchbrechen könnte.

Die Kehrseite der Medaille: Die steigende Nachfrage nach Geräten wie Akkuschraubern erhöht die Prozesslast – vor allem in der Supply Chain. Das stellt auch neue Anforderungen an die Systemlandschaft, und zwar nicht nur kurz-, sondern ebenso langfristig. Denn um das Wachstumsgeschäft auch zukünftig meistern zu können, sind flexible und skalierbare Lösungen notwendig.

Die bestehenden ERP-Systeme von Einhell arbeiten zwar auch in der aktuellen Situation zuverlässig. Aber sie sind wenig zukunftssicher: Die Systemlandschaft ist heterogen und weist viele Schnittstellen auf, der Betrieb gestaltet sich aufwendig. Die agile Weiterentwicklung lässt sich so schlecht vorantreiben, innovative Geschäftsmodelle sowie Services kaum erfolgreich zum Laufen bringen. Zumal ein neues, einheitliches ERP-System direkt einen stark erweiterten Funktionsumfang böte und sich Kernprozesse anhand von Best Practices zuverlässig optimieren ließen. Die Transformation ist also insbesondere auch eine strategische Entscheidung. Deshalb haben wir uns entschlossen, unsere dezentralen ERP-Systeme durch einen zentralisierten Ansatz abzulösen.

Cloud-ERP stellt Weichen für weiteres Wachstum

Auf der Suche nach einer passenden Lösung evaluierten wir unterschiedliche ERP-Systeme. Zunächst allerdings mit nur mäßigem Erfolg. Kein Anbieter konnte so recht überzeugen. Erst als ein Beratungsunternehmen SAP S/4HANA Cloud ins Spiel brachte, nahm das Projekt an Fahrt auf. Innerhalb einer Woche war der Proof of Concept erbracht.

Dieser zeigte anhand unterschiedlicher Use Cases, dass das ERP-System von SAP zahlreiche Einhell-Anforderungen bereits im Standard abdeckt. So können beispielsweise neue Standorte, Dienstleister oder Services problemlos angebunden, geschäftliche Szenarien standortübergreifend gemanagt, aussagekräftige Auswertungen im Handumdrehen erstellt werden. Zudem ist das ERP aus der Cloud beliebig skalierbar und unterstützt damit den anvisierten Wachstumskurs des niederbayrischen Werkzeugherstellers.

Das eigentliche Zünglein an der Waage bildete das Business-Transformation-as-a-Service-Angebot RISE with SAP. Es bündelt unterschiedliche Softwareanwendungen und Services und erleichtert so den Schritt in die Cloud. Infrastrukturmanagement und technischer Systembetrieb bei einem Hyperscaler sind ebenfalls inkludiert. Wir wollen uns darauf konzentrieren, Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen. Je weniger wir uns mit operativen IT-Themen befassen müssen, desto mehr Zeit bleibt dafür. Zudem ermöglicht das dynamische Subscriptionsmodell dem Werkzeughersteller, seinen Weg zum digitalisierten Unternehmen flexibel und passgenau zu gestalten.

* Dr. Christoph Urban ist Vorstand für IT und Digitalisierung bei Einhell Germany AG.

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