Servitization Digitale Geschäftsmodelle: Einmal das Rundum-sorglos-Paket, bitte!
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Abo-Modelle und As-a-Service-Angebote sind längst fester Bestandteil unseres Alltags. Immer mehr Hersteller adaptieren diese Konzepte nun auch mit großem Erfolg in der Fertigungsindustrie – wie sieht das in der Praxis aus und welche Vorteile bringt der Trend mit sich?
Wie viele vermeintlich neue Trends hat auch das Konzept der Servitization seine Wurzeln weiter in der Vergangenheit als allgemein angenommen. Das Geschäftsmodell ähnelt dem von Anbietern wie Spotify oder Netflix, die Inhalte und Produkte auf Abruf bereitstellen, ohne dass die Endnutzer sie selbst besitzen. Nun liegt eine Übernahme dieses Konzepts in die Welt der Produktionsstätten und Fertigungshallen vielleicht nicht direkt auf der Hand, auf den zweiten Blick ergeben sich allerdings zahlreiche Vorteile für alle Beteiligten. Und auch die angesprochenen Wurzeln in der Vergangenheit zeigen, dass frühere Generationen ein ähnliches Konzept als äußerst sinnvoll erachteten: Bereits 1962 führte der Triebwerkshersteller Rolls Royce sein „Power by the Hour“-Angebot ein, das sowohl die Bezahlung der Flugzeugtriebwerke und Ersatzteile als auch einen festen Betrag pro geflogener Stunde beinhaltete. Das Gesamtpaket aus Produkt und Dienstleistung kann heute als Vorreiter der modernen Servitization angesehen werden, die eine höhere Kundenbindung und zusätzliche Wertschöpfung verspricht.
Die Dreistufigkeit der Servitization
Das Feld der Servitization lässt sich in drei Kategorien von Dienstleistungen aufteilen: Basic, Intermediate und Advanced. Die ersten beiden Stufen umfassen Aspekte wie die Bereitstellung von Ersatzteilen sowie Wartungs- und Reparaturarbeiten, die besonders in der Fertigungsbranche zur Generierung externer Umsätze längst kein Novum mehr darstellen. Einen genaueren Blick verdienen an dieser Stelle die Advanced Services, deren Angebote sich unter anderem an modernen Streamingdiensten orientieren. Streaming in der Fertigung – dahinter verbirgt sich die Idee, Maschinen und Anlagen auf vertraglicher Basis mit der tatsächlichen Nutzung zu verbinden. Entscheiden sich Fertigungsunternehmen für ein Servitization-Modell, können sie große, teure Anlagen auf der Basis eines Abonnementplans nutzen, anstatt sie für viel Geld zu kaufen. Unternehmen, insbesondere KMU, erhalten dadurch mehr Spielraum für Investitionen. Ein Schwerpunkt dieses Konzepts mit großem Potenzial ist die Wartung der Maschinen und Anlagen direkt durch den Hersteller, bei der eine ganze Reihe an verschiedenen Modellen zur Verfügung steht – allen voran Predictive Maintanance, die mit Echtzeit-Daten aus dem laufenden Betrieb arbeitet.
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