Blechverarbeitung Einsteigen in den Blechexpress
Wie Experten feststellen hat sich gerade in der Schweiz eine Blechverarbeiter-Szene entwickelt, die sich als Dienstleister mehr und mehr der Bewältigung eines breiten Produktionsspektrums widmet. Dies erfordert eine hohe maschinelle und personelle Flexibilität und setzt entsprechende Investitionen voraus, wie das Beispiel der Blechexpress AG zeigt.
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Der Name ist Programm: Blechexpress AG heißt ein kleines aber feines Unternehmen, das 2000 im schweizerischen Reinach bei Basel von Jörg und Monika Strässle gegründet wurde. Aus einem ehemaligen Blechverarbeiter hervorgegangen, befassen sich dort heute sechs Beschäftigte mit der Herstellung von Blechteilen für alle Branchen.
Ob Fenster- oder Metallbauer, ob Sanitärbetriebe oder Schlossereien, ob Chemieindustrie oder Apparatebau, es gibt in Sachen Blechteile und Halbfabrikate aus Blechen so gut wie gar nichts, was die Spezialisten, um den mit 20 Jahren Erfahrungen gewappneten Praktiker Jörg Strässle, nicht auf die Beine stellen könnten.
Stahlbleche, Edelstahlbleche, Aluminium – es wird geschnitten, gekantet, umgeformt, Elektro- oder schutzgasgeschweißt und je nach Wunsch erhält der Kunde auch montagefertige Baugruppen oder komplette Gehäuse. Die Dienstleistungen in Blech beziehen sich nicht nur auf die Anfertigung kundenspezifischer Blechteile, sondern auch auf eine möglichst rasche und dabei von Qualität bestimmte Auftragsabwicklung.
Das setzt natürlich einiges voraus, nämlich einen leistungsfähigen und flexibel einsetzbaren Maschinenpark, qualifiziertes und motiviertes Personal und nicht zuletzt den schnellen Zugriff auf ein umfangreiches Materiallager. Laut Monika Strässle, die für die Bereiche Verwaltung, Organisation, Einkauf und Personal zuständig ist, befinden sich im Blechlager ständig an die 100 t Material, die sich je nach Auftragsspektrum auf Alubleche und eloxierte Alubleche sowie auf Stahl-, Edelstahl-, Kupfer- und Messingbleche verteilen.
Ständig 100 t Blech aller Art auf Lager
Zwischen 70 und 80 Sorten sind in gewissen Mengen immer vorhanden, so dass die Blechexpressler tatsächlich auch schnell reagieren können, wenn ein Handwerker, der auf der Baustelle arbeitet und dabei feststellt, dass ein weiteres Teil benötigt wird, buchstäblich in Wartestellung verharrt.
Entscheidende Bedeutung kommt in dem Geschäft natürlich den Blechbearbeitungsmaschinen zu, und demnach sind sowohl eine Blechschere als auch eine Biegepresse, eine Ausklink- sowie eine kombinierte Stanz-/Plasmaschneidmaschine vorhanden.
Insbesondere die kombinierte Stanz-/Plasmaschneidmaschine hat nach Ansicht von Jörg Strässle den Output von Blechexpress nochmals deutlich nach vorn gebracht: „Wir leben davon, die Wünsche der Kunden schnell und wirtschaftlich erfüllen zu können. Wir haben Stückzahlen von Eins bis maximal 500 und bearbeiten Bleche bis zur Dicke von 10 mm in Stahl. Pro Tag stellen wir zwischen 30 und 40 verschiedene Blechteile in ganz unterschiedlichen Größen, Materialien, Konturen und Ausführungen her, so dass alle Maschinen entsprechend flexibel und schnell umrüstbar sein müssen. Aus diesem Grund haben wir uns 2005 zum Invest in eine multifunktionale Kombimaschine zum Stanzen, Umformen, Plasmaschneiden und Signieren entschieden, nämlich für eine Combicut von Boschert. Das Konzept, mit verschiedenen Bearbeitungsköpfen ein Blechteil weitgehend automatisch und in einem Durchgang komplett herstellen zu können, hat uns schon bei der Vorstellung und Demonstration voll überzeugt.“
Kombinierte Stanz-/Plasmaschneidmaschine erhöht Produktivität
In der Tat ist die Kombimaschine Combicut des Blechbearbeitungsmaschinen-Herstellers Boschert GmbH & Co. KG in Lörrach-Hauingen weltweit die einzige ihrer Art und für Blechexpress schlichtweg ideal, weil sie verschiedene Technologien vereint und mit einem angepassten Automatisierungsgrad versehen ist.
Beim mit allen Kniffen der industriellen Blechbearbeitung bestens vertrauten Anwender Blechexpress handelt es sich um den Maschinentyp Combicut 1250 × 2000 mit drei (Doppel plus 1) Bearbeitungsköpfen. Nämlich einem Doppelkopf mit Rotationskopf als automatischem Werkzeugwechsler und inklusive Revotoolkopf mit integriertem Wechsler für vier bis acht Werkzeuge sowie einem eigenständigen Plasmaschneidkopf. Damit ist es möglich, Blechteile wahlweise durch Stanzen und Umformen oder durch Plasmaschneiden individuell zu bearbeiten.
Die Combicut ist entsprechend den Vorschriften mit einer leistungsfähigen Absaugeinrichtung und mit einer Sprühvorrichtung versehen. Des Weiteren ist die kombinierte Stanz-/Plasmaschneidmaschine für die rasche Entsorgung von fertig geschnittenen Kleinteilen oder auch von Abfällen mit einer integrierten Klappe ausgerüstet, so dass im Grund genommen permanent weitergearbeitet werden kann.
Stanz-/Plasmaschneidmaschine ab Werk betriebsbereit ausgerüstet
Dazu meint Jörg Strässle: „Die Combicut ist ab Werk komplett und absolut betriebsbereit ausgerüstet. Dank der vergleichsweise einfach zu bedienenden Labod-Steuerung sowie der einfachen Programmierung sind alle Mitarbeiter in der Lage, die Maschine zu nutzen, so dass sie im Normalfall kaum zum Stillstand kommt.“ Dabei sind die Stanzköpfe solange in der Verwendung, bis die komplexeren Konturen oder die Materialdicke das Umschwenken auf Plasmaschneiden erfordern. Da auch spezielle Teileformen nur wenig Programmieraufwand benötigen, bewegt man sich bei Blechexpress zwischen den beiden Technologien Stanzen und Plasmaschneiden.
„Grundsätzlich können bei uns alle Mitarbeiter alles, jedoch hat jeder auch seine Spezialitäten, die wir natürlich gezielt einsetzen und nutzen. Im Fall der Combicut heißt das, im täglichen Einsatz hochflexibel an bis zu 40 höchst verschiedenen Blechteilen unterschiedliche Konturen herauszuschneiden oder Löcher und Ausbrüche einzubringen. Müssten wir das auf konventionellem Wege tun, bräuchten wir neben einer Stanzmaschine auch eine Schneidanlage, was größere Investitionen, erheblich mehr Arbeits- und Handlingaufwand und zu guter Letzt auch langwierigere Arbeitsabläufe mit sich bringen würde“, verrät Jörg Strässle.
Mit der Combicut dagegen erledigt der Blechverarbeiter das alles inklusive Herstellung der Innen- und Außenkonturen und zumeist in einer Aufspannung. Darüber hinaus konnte Blechexpress mit der Inbetriebnahme der kombinierten Maschine für die Stanz-, Umform-, Plasmaschneid- und Signierbearbeitung auch ihr Angebots- und Dienstleistungs-Portfolio für die Kunden beträchtlich erweitern. Zusätzlich unterstützt die hoch anwendungs- und nutzungsflexible Combicut den Anspruch von Blechexpress, die Kunden, die aus Überzeugung meist schnell zu Stammkunden werden, immer einen Tick schneller und besser bedienen zu können – eben wie es der Firmenname verspricht.
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