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Um einen Seiltrieb sicher betreiben zu können, ist es erforderlich, anhand definierter Kriterien das Maß der Schädigung des Seils bestimmen zu können. Ein wesentliches Kriterium ist die Anzahl der Litzenbrüche im Bereich eines bestimmten Seilabschnitts.
Die magnetinduktive Messung ist eines der häufigsten Verfahren zur Bestimmung der Ablegereife eines Seils
Eine der gängigsten Methoden speziell im Hebezeugbereich, um die Anzahl der Litzenbrüche festzustellen, ist die abschnittsweise Begutachtung des Seils durch einen Sachkundigen. Je nach Seilmachart ist hierzu eine Betrachtung der Litzenbrüche ausschließlich an der Oberfläche ungenügend.
Vielmehr muss das Seil Stück für Stück gebogen werden, um zumindest ansatzweise auch Litzenbrüche im Seilinneren erkennen zu können. Um zu einer verlässlichen Aussage über die Restlebensdauer des Seils zu kommen, bedarf es eines nicht unerheblichen Erfahrungspotenzials des Sachkundigen.
Durch Berechnung der Einflussgrößen den Seilverschleiß diagnostizieren
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Seil magnetinduktiv zu messen. In Verbindung mit einer optischen Oberflächenmessung und gekoppelter Bildbearbeitung lässt sich ein durchlaufendes Seil sehr genau auf seinen Verschleißzustand hin untersuchen.
In Folge des nicht unerheblichen Aufwandes sind jedoch diese elektronischen Messverfahren bisher eher sehr teuren Seiltrieben vorbehalten gewesen. Auch erfolgte der Einsatz solcher Geräte im Rahmen von intervallmäßigen Wartungen und Überprüfungen und weniger im kontinuierlichen Einsatz der Anlage.
Biegewechsel und Belastung lassen Seil verschleißen
Bei bestimmungsgemäßem Einsatz eines Drahtseils wird betriebsbedingter Verschleiß durch zwei wesentliche Einflussgrößen bestimmt. Dabei handelt es sich um die Anzahl der Biegewechsel und die Belastung des Seils sowie die Überlagerung dieser beiden Größen.
Als Grundlage für alle weiteren Überlegungen wird vorausgesetzt, dass der Seiltrieb mit einem Drehgeber mit Absolutwert sowie mit einer Lastmesseinrichtung ausgestattet ist. In Bild 1 (siehe Bildergalerie) sind als Beispiel der Seiltrieb eines viersträngigen Hebezeuges und die bei dieser Anordnung des Seiltriebs resultierenden sieben Biegestellen des Seils gekennzeichnet. Bild 2 zeigt die Abwicklung des Seils mit den entsprechenden Biegestellen, beginnend vom Festpunkt bis zur Seiltrommel. Der Umschlingungswinkel des Seils über die Seilrollen kann näherungsweise als konstant angesehen werden.
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