Fördertechnik

Elektronische Diagnose für die Ablegereife von Drahtseilen

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Der Zeitpunkt eines Seilwechsels lässt sich anhand von Messreihen festlegen

Um einen fortschreitenden Seilverschleiß prädiktiv berechnen zu können, wird das gedanklich abgewickelte Seil in einzelne Bereiche Δ l aufgeteilt, deren Verschleiß unabhängig voneinander errechnet werden soll. Definiert wird der Verschleiß V eines Seils als die Anzahl der Biegewechsel n einer Belastung, dividiert durch die zugehörige Bruchbiegewechselzahl N. Damit wird

(Archiv: Vogel Business Media)

berechnet. Bei Anwendung der Formel (1) von Feyrer auf einen bestimmten Seilzug variieren im laufenden Betrieb nur zwei Faktoren: die Seilzugkraft und die Länge des am meisten beanspruchten Seilabschnitts.

Fasst man die konstanten Terme zusammen, kann die Formel wie folgt umgestellt werden:

(Archiv: Vogel Business Media)

Der Summand xs und der Kraftfaktor xfs sind seilzugspezifische Konstanten. Für eine sukzessive Aufaddition muss die Seilzugkraft S kontinuierlich erfasst und verrechnet werden. Der Summand xsb, der die Biegelänge beinhaltet, kann berechnet werden, da das Verschleißprofil des Seils bekannt ist.

Verschleißwert des Seilzugs für jeden Zeitpunkt und Abschnitt berechnen

Damit lässt sich mit den entsprechenden Messgrößen Last und Seilweg zu jedem Zeitpunkt und für jeden Seilabschnitt Δ l ein konkreter Verschleißwert berechnen. Für jeden Hub- oder Senkvorgang werden die so berechneten Verschleißwerte für alle Seilabschnitte in einem Speicher abgelegt.

Durch Addition der Einzelverschleißwerte ergibt sich ein Summenverschleißwert für jeden Seilabschnitt. Der ermittelte Summenverschleißwert lässt sich über die Länge des Seils darstellen (Bild 3). Ein Verschleiß von 100% entspricht der Ablegereife des Drahtseils.

Anhand von Messreihen lässt sich sehr genau festlegen, ab welcher prozentualen Schädigung über eine gewisse Seillänge mit einem Versagen des Seils gerechnet werden muss.

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