Weidmüller Elektrounternehmen plant massiven Stellenabbau
Weidmüller, weltweiter Anbieter von Lösungen für die elektrische Verbindungstechnik mit Stammsitz in Detmold, gab gestern auf einer Telefon-Pressekonferenz bekannt, sich von 15% seiner Belegschaft trennen zu wollen.
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Die bisherigen Maßnahmen wie Kurzarbeit und Sondervereinbarungen mit den Arbeitnehmern reichen laut Dr. Joachim Belz, Sprecher der Weidmüller-Gruppe, nicht aus, um den zu erwartenden Umsatzrückgang in diesem Jahr auszugleichen: „Wir gehen davon aus, dass nach einem Rekordumsatz von über 530 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2008 wir im laufenden Jahr einen Umsatzeinbuße von 20 bis 25% haben.“
Belz geht davon aus, dass Weidmüller 2009 einen Umsatz von 390 bis 400 Mio. Euro erreichen kann, „wenn es keinen weiteren Abschwung in der Wirtschaft in den von uns relevanten Absatzmärkten gibt.“ Das Unternehmen beschäftigt derzeit weltweit 3850 Mitarbeiter. Von der Arbeitsplatzreduzierung sind laut 500 bis 550 Mitarbeiter betroffen.
Wie die einzelnen Verteilung weltweit sein werde, muss noch mit dem Betriebsrat abgestimmt werden. Für den Standort Detmold könnten Belz zufolge „rund 200 Arbeitsplätze plus Minus 15% davon betroffen sein.“ Detmold sei auf jeden Fall unterproportional davon betroffen, vor allem auch deshalb, weil hier die Entwicklung neuer Produkte stattfinde.
Maßnahmen zur Sicherung des Unternehmens
Das national und international stark veränderte Marktumfeld macht strukturelle und personelle Veränderungen erforderlich, so Belz. Außer Personalanpassungen beinhalte dies auch signifikante Reduzierungen bei den Sachkosten. Damit werde sich Weidmüller die notwendigen Handlungsspielräume sichern, um das Unternehmen durch das derzeit schwierige Marktumfeld zu führen.
„Wir verbinden die kurzfristig notwendigen ergebnissichernden Maßnahmen mit einer beschleunigten Umsetzung und Fokussierung der im Jahr 2007 langfristig angelegten Unternehmensstrategie 2020. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens mittel- und langfristig merklich zu verbessern“, erklärt Belz.
Die seit Mitte 2007 zurückgewonnene Kompetenz im Bereich der Entwicklung und Technologie, die nicht unwesentlich zu dem positiven Ergebnis des Geschäftsjahres 2008 beigetragen hat, wird dabei weiter ausgebaut. Die Aufwendungen in Forschung und Entwicklung sowie die Investitionen in neue Produkte verbleiben auf hohem Niveau. Zudem wird das Unternehmen weltweit verstärkt lokal entwickeln und produzieren, um die Märkte vor Ort schneller und bedarfsgerechter bedienen zu können. Darüber hinaus sollen neue Industriesegmente erschlossen werden.
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