Werkzeugmaschinen Emag will auch im Standardbereich wachsen

Redakteur: Rüdiger Kroh

Emag stellt sein Maschinenprogramm auf eine neue Basis. „Wir werden zukünftig nur noch vier Plattformen haben, auf denen wir alle unsere Technologien realisieren werden”, erklärt Dieter Kollmar, Geschäftsführer der Emag Holding GmbH. „Es ist das größte Entwicklungsprojekt, das wir je hatten.”

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Hat große Wachstumspläne: Die Emag-Geschäftsführung mit Dieter Kollmar, Markus Heßbrüggen und Dr. Achim Feinauer (v.l.).
Hat große Wachstumspläne: Die Emag-Geschäftsführung mit Dieter Kollmar, Markus Heßbrüggen und Dr. Achim Feinauer (v.l.).
(Bild: Kroh)

Als Premiumhersteller ist das Unternehmen mit kundenangepassten Fertigungssystemen vor allem im High-End-Bereich tätig, wo Wachstum nur noch bedingt möglich ist. Jetzt will man seine Marktsegmente und das Kundenportfolio ausbauen. „Um in der Breite zu wachsen, brauchen wir mehr Modularität”, urteilt Geschäftsführer Dr. Achim Feinauer. Deshalb gebe es zukünftig die beiden Produktdefinitionen „Modular Standard” für Standardmaschinen und „Modular Customized” für kundenspezifische Lösungen. „Wir wollen so standardisiert wie möglich und so differenziert wie nötig sein.” Aktuell liegt der Anteil von Standardmaschinen bei Emag laut Kollmar bei 30%. „Bis 2020 wollen wir das Verhältnis Standard- zu Sonderlösungen umkehren.”

Emag geht mit einem neuen Produkt nach China

Erheblich steigern will Emag in den nächsten fünf Jahren die Anzahl der produzierten Werkzeugmaschinen, die momentan bei jährlich etwa 870 liegt. Um die notwendigen Fertigungskapazitäten zu schaffen entsteht derzeit im chinesischen Jintan eines neues Produktionswerk, das im kommenden November in Betrieb gehen soll. „Die Investition beträgt im ersten Schritt 50 Mio. Euro”, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Markus Heßbrüggen.

Bereits 2014 sollen dort 150 bis 200 Maschinen gefertigt werden. „In drei Jahren wollen wir die Stückzahl auf 500 ausbauen.” Und Dieter Kollmar ergänzt: „Wir wollen aus Emag in den nächsten Jahren einen internationalen Werkzeugmaschinenbauer machen.“

Die speziell auf den asiatischen Markt zugeschnittene Maschinen werden vor allem am deutschen Standort in Salach entwickelt. „Wir gehen also mit einem neuen Produkt nach China”, betont Heßbrüggen. Um die gleiche Fertigungsqualität wie in Deutschland sicherzustellen, hat man bereits seit einem Jahr eine Pilotfabrik in China zur Ausbildung. „Dort üben wir Zerspanen.”

Neu an Bord: Induktions-Härtemaschinen

Seit Februar 2013 gehört die Eldec Schwenk Induction GmbH in Dornstetten zur Emag-Gruppe. Der Hersteller von Induktions-Härtemaschinen, Generatoren zur Induktionserwärmung sowie Induktoren ist ein weiteren Technologiebaustein, um der Anforderung nach schlüsselfertigen Produktionslinien aus einer Hand noch mehr gerecht zu werden. „Damit schließen wir die Lücke des Härten in der Prozesskette und es eröffnen sich neue Möglichkeiten”, urteilt Heßbrüggen.

Beim Umsatz konnte die Emag-Gruppe 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 24 % auf 473 Mio. Euro zulegen. Das Wachstum fand in allen Märkten statt, vor allem jedoch in Asien und den USA. Der Schwerpunkt liegt mit einem Anteil von 70 % bei Bauteilen aus der Automobilindustrie. „Im laufenden Jahr wollen wir 500 Mio. Euro beim Umsatz überschreiten”, nennt Kollmar das Ziel.

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