Drucklufttechnik Energie- und Wartungskosten mit modernen Kompressoren senken

Redakteur: Stéphane Itasse

Geringere Energiekosten, weniger Wartungsarbeiten und damit ein weitgehend unterbrechungsfreier Produktionsprozess: Der Austausch alter Kompressoren gegen modernere Maschinen kann viele Vorteile mit sich bringen. Dies zeigt unter anderem ein Beispiel aus Sachsen-Anhalt.

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Die Lento-Anlagen weisen deutlich geringere Wartungskosten als beispielsweise trockenlaufende Schraubenkompressoren auf.
Die Lento-Anlagen weisen deutlich geringere Wartungskosten als beispielsweise trockenlaufende Schraubenkompressoren auf.
(Bild: Almig)

So ersetzt die Leuna-Harze GmbH ältere, öleingespritzte Kompressoren nach und nach durch vier ölfreie, direktgetriebene und drehzahlgeregelte Lento-Schraubenkompressoren von Almig. Die neuen Maschinen sind laut Hersteller umweltfreundlicher, und durch die höhere Energieeffizienz und die längeren Wartungsintervalle spart das Chemie-Unternehmen bis zu 50.000 Euro im Jahr.

Druckluft für die Ventilsteuerung muss zuverlässig verfügbar und ölfrei sein

Leuna-Harze stellt rund 40.000 t Epoxidharze pro Jahr her. Bei der Herstellung spielt die Druckluft als Steuerungsluft eine wesentliche Rolle, zum Beispiel, um über das Prozessleitsystem Ventile pneumatisch zu schalten. Die Ventile müssen störungsfrei mit der Druckluft versorgt werden können, denn jede Störung unterbricht den Prozess. Außerdem muss die Druckluft absolut ölfrei sein, denn Maschinenöl verträgt sich nicht mit Epoxidharz.

Für die Druckluftversorgung standen bisher zwei ölgeschmierte Schraubenkompressoren zur Verfügung. Um die Druckluft ölfrei zu halten, hatte jeder Kompressor eine eigene Aufbereitungskette aus Zyklon, Vorfilter, Trockner, Nachfilter und Aktivkohlefilter. Diese wurden bei Bedarf voll beaufschlagt. Das kostete erheblich Energie. Ein weiterer wesentlicher Punkt waren die häufigen Wartungen, die bei öleingespritzten Kompressoren anfallen. Denn dafür standen alle Anlagen für die Produktion still.

Wassereingespritzte Kompressoren erlauben niedrige Verdichtungsendtemperaturen

Bei einer Druckluftanalyse wurde klar: Wassereingespritzte Anlagen sind die rentabelste Lösung für das Chemieunternehmen. Der Grund: Wasser besitzt im Vergleich zu Öl eine bessere Wärmeaufnahmekapazität und kann auch leichter bei der Einspritzung zerstäubt werden. Dadurch lassen sich Verdichtungsendtemperaturen von unter 60 °C realisieren. Der Verdichtungsprozess reicht damit näher an die isotherme Verdichtung heran. Daraus resultiert ein besserer Wirkungsgrad der Verdichterstufe.

Einen weiteren Vorteil bot das Prinzip der gewaschenen Druckluft bei der Lento-Baureihe. Die Druckluft ist sauberer als die zur Verdichtung angesaugte Frischluft, weil die Fremdbestandteile in der Ansaugluft zum Großteil durch das Kreislaufwasser ausgewaschen werden. Dazu ist in der Anlage ein Kältetrockner integriert. Dieser ist ein wesentlicher Teil der Wasseraufbereitung und dient primär als „Frischwasserproduzent“. Der Kompressor wird bei der Inbetriebnahme mit normalem Leitungswasser befüllt. Das Kondensat wird am Kondensableiter des Kältetrockners gesammelt und als Frischwasser in den internen Kühlkreislauf zurückgeführt. Die Anlage arbeitet somit immer mit frischem Wasser..

Lento-Kompressoren punkten mit niedrigen Wartungskosten

Die Lento-Anlagen weisen laut Almig deutlich geringere Wartungskosten im Vergleich zu alternativen Maschinen auf, zum Beispiel trockenlaufende Schraubenkompressoren. Das sei hauptsächlich durch den einfachen Aufbau der Anlage bedingt. Die Verdichterstufen arbeiten bei wassereingespritzten Schraubenkompressoren mit vier- bis fünffach geringerer Drehzahl im Vergleich zu der trockenlaufenden Variante. Diese niedrigen Drehzahlen wirken sich positiv auf die Lebensdauer der Lager und somit auf die Betriebssicherheit aus. MM

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