Antriebstechnik Energieeffiziente Antriebstechnik für die Kunstschneeproduktion

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Das Herzstück einer kürzlich fertiggestellten Beschneiungsanlage bilden Hochdruck-Pumpensysteme, die von Drehstrom-Asynchronmotoren und Frequenzumrichtern angetrieben werden. Durch die elektronische Druck- und Drehzahlregelung sind erhebliche Energieeinsparungen möglich.

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Schneilanzen und Propellersysteme sorgen in Zell am See für kontinuierliche Schneequalität – zuletzt wurde dort eine moderne und effiziente Umrichterlösung in Betrieb genommen. (Bild: Siemens)
Schneilanzen und Propellersysteme sorgen in Zell am See für kontinuierliche Schneequalität – zuletzt wurde dort eine moderne und effiziente Umrichterlösung in Betrieb genommen. (Bild: Siemens)

Schon zu Kaiserzeiten war die Schmittenhöhe in Österreich ein beliebtes Ausflugsziel für Adel und Volk. Diese Attraktivität hat sich die Region um Zell am See bis heute bewahrt. Ein wesentlicher Grund dafür ist das harmonisch gelegene Skigebiet mit etwa 77 Pistenkilometern. 26 Seilbahnen und Liftanlagen sorgen dafür, dass die Gäste komfortabel ihre sportliche Leidenschaft genießen können.

Weil die Schneeentwicklung einen entscheidenden Einfluss auf den Verlauf der Skisaison hat, wurden bereits im Jahr 1973 erste Versuche mit Beschneiungsanlagen durchgeführt; heute können 100% der Pisten bei Bedarf technisch beschneit werden, um während der gesamten Saison ideale Wintersportbedingungen garantieren zu können.

Umrichtersystem erfüllt Forderungen nach Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit

Mithilfe von 295 Schneilanzen und 86 Propellerschneeerzeugern gelangen mit einer maximalen Leistung von circa 1,5 m³ Schnee pro Sekunde insgesamt rund 1,1 Mio. m³ Schnee in jeder Wintersaison gezielt auf die 200 ha großen Pisten. Die jüngste Ausbaustufe der Beschneiungsanlage des Betreibers Schmitten AG, die bereits in der Wintersaison 2010/2011 zum Einsatz kam, umfasst drei Anlagenerweiterungen und Neubauten.

Das Herzstück bilden Pumpensysteme, die von Drehstrom-Asynchronmotoren 1PQ8 und Frequenzumrichtern Sinamics G150 von Siemens angetrieben werden. Die moderne Umrichterlösung erfüllt die Forderungen des Betreibers nach hoher Verfügbarkeit, Betriebssicherheit und Nachhaltigkeit.

Kurz zur Physik der Schneeerzeugung: Wird kaltes Wasser unter hohem Druck und unter Zuhilfenahme von Druckluft über Düsen zerstäubt, bilden sich Schneekristalle, die sich als Schnee am Boden anhäufen. Dieser Kunstschnee besitzt sogar bessere Eigenschaften für den Skibetrieb als Naturschnee. Die Schneeerzeugung funktioniert besonders gut, wenn die Temperaturen zwischen -5 und -10 °C liegen.

Betreiber setzen auf energieeffiziente und wartungsarme Systeme

Weil die kalten Tage entwicklungsbedingt weniger werden, investieren Betreiber von Skigebieten wie die Schmitten AG in Zell am See kontinuierlich in die Leistungsfähigkeit ihrer Schneeerzeugungsanlagen. Der jüngste Bauabschnitt der Schmitten AG, die mittlerweile 12 Pumpstationen betreibt, ging Ende 2010 in Betrieb. Allein die neue Station am eigens aufgeschütteten Wasserspeicher auf 1400 m Höhe am Plettsaukopf ist 58 m lang (Bild 1 – siehe Bildergalerie).

Entscheidend bei der Systemauswahl waren für den Betreiber unter anderem die drei Aspekte Verfügbarkeit, Betriebssicherheit und Nachhaltigkeit. Bei der Nachhaltigkeit bestimmen vor allem energieeffiziente Lösungen sowie Systeme mit möglichst geringen Wartungskosten über deren Einsatz.

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