Zu wenig Tempo Transformation und Netzausbau kommen nicht recht voran

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Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (VBW) hat sich angeschaut, wie der Stand der Versorgung mit Energie in Bayern et cetera aussieht ...

Der Verein der Bayerischen Wirtschaft e. V. (VBW) hat jetzt die Ergebnisse zum 14. Monitoring mit Blick auf den Stand der Energiewende vorgelegt. Da fehle leider noch mehr als ein paar Kabel und Stecker ...(Bild:  E-Con)
Der Verein der Bayerischen Wirtschaft e. V. (VBW) hat jetzt die Ergebnisse zum 14. Monitoring mit Blick auf den Stand der Energiewende vorgelegt. Da fehle leider noch mehr als ein paar Kabel und Stecker ...
(Bild: E-Con)

Im Rahmen einer Pressekonferenz der VBW begrüßte der Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt auch Frau Dr. Almut Kirchner und Herrn Sven Kreidelmeyer von der Prognos AG aus Basel, die sich den aktuellen Stand in Sachen Energiewende in Deutschland näher betrachtet haben. Es handelte sich bereits um das 14. Monitoring zu dem Thema. Die vier Kategorien Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit, Energieeffizienz von Erneuerbaren und Umweltverträglichkeit wurden betrachtet. Wie Brossardt gleich zu Anfang resümieren musste, kommt der Fortschritt dabei nicht so recht in Schwung. Denn noch immer seien die Energiepreise zu hoch, weshalb die Unternehmen in Sachen Wettbewerbsfähigkeit an Boden verlören. Die Transformation stockt, was insbesondere beim Ausbau der Windenergie und der Netze der Fall ist. Deutschland bleibe deshalb hinter den Zielmarken zurück. Die zuletzt gesunkenen Treibhausgas-Emissionen erklärte sich vor allem aufgrund der schwachen konjunkturellen Entwicklung und der anhaltenden Produktionsrückgänge in der energieintensiven Industriezweigen. Brossardt merkte an: „Der Rückgang des Primärenergieverbrauchs ist also kein energiepolitischer Erfolg, sondern Ausdruck einer stagnierenden Konjunktur. Das kann aber nicht der Weg sein, auf dem wir klimaneutral werden wollen.“

Die Netzstabilität ist mit Milliarden teuer erkauft

Mit einer Ausnahme stagnierten die Werte sowohl in Bayern als auch im Bund. Die Versorgungssicherheit erhielt in Bayern auf einer Skala zwischen 1 und 3 wie im Vorjahr die Note 2,3 (Bund 2,3). Im Bereich „Erneuerbare und Energieeffizienz“ blieb der Wert bei 1,8 (Bund 2,3), im Bereich Umweltverträglichkeit bei 3 (Bund 1). Lediglich in der Kategorie Bezahlbarkeit registrierte das Monitoring sowohl in Bayern als auch deutschlandweit eine Verbesserung – und zwar jeweils von 3 auf 2,5. Die Bewertung der Entwicklung in der jeweiligen Kategorie basiere übrigens dabei auf den selbstgesteckten Zielen von Bund und Freistaat. Bei der Bezahlbarkeit leuchtet die Monitoring-Ampel weiterhin rot! Aber zumindest die private Haushalte zahlen weniger. Insgesamt bleiben die Energiepreise für Industrie und Haushalte aber deutlich über dem Niveau von 2019, so das Fazit. Die Versorgungssicherheit ist mäßig zufriedenstellend. Und der Netzausbau schleppe sich dahin. Zwar sei die Versorgungssicherheit gewährleistet (Stand 2024), doch diese Stabilität sei teuer erkauft, weil allein die Systemsicherheitsmaßnahmen rund drei Milliarden Euro verschlangen. Das sind nach Ansicht der Experten Kosten, die die gesamte Wirtschaft unnötig belasten. Man kann sagen, dass der Kurs der Energiewende stimmt, aber das Tempo nicht.

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Deutschland braucht Strompreis auf EU-Mindestniveau

Vor allem auf der politischen Ebene sei man nun gefordert. Brüssel müsse etwa die Beihilfevorschriften so rasch wie möglich entsprechend anpassen, weil diese laut Brossardt einen zumutbaren Strompreis mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie abblocken. Und die Bundesregierung sollte die Kosten weiter senken. Das Ziel müsse es sein, die Stromsteuer für immer auf das europäische Mindestniveau zu reduzieren, was dann auch bitte für alle Branchen gelten sollte. Die Bundesregierung muss Netze und Gaskraftwerke also weiter ausbauen, was auch die erneuerbaren Energietypen betrifft – in Bayern gilt das vor allem für die Windkraft, die nach Aussage der Experten viel mehr installiert werden muss. Angeblich sei man sehr weit von den Möglichkeiten entfernt. Entscheidend sei auch eine bessere Koordinierung von Erzeugern, Abnehmern, Netzen und Speichern. Auch brauche Deutschland dringend „Back up“-Kapazitäten. Denn weniger werde der Strombedarf in den nächsten Jahren kaum werden.

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