Konstruktionselemente Engmaschiges
Drahtgewebe aus unterschiedlichen Materialien und Gewebearten bieten ein breit gefächertes Anwendungsspektrum für den industriellen Einsatz. Die Technik des Webens beruht auf dem Prinzip zwei sich...
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Die Technik des Webens beruht auf dem Prinzip zwei sich kreuzender Materialien, durch die eine Fläche entsteht. Diese Technik stammt mit ihren Anfängen bereits aus dem 5. Jahrtausend vor Christus und darf als eine der ersten technischen Innovationen bezeichnet werden. Weben ist universell und die Grundlagen sind gleich geblieben. Lediglich die Materialien und technischen Geräte haben sich im Laufe der Zeit geändert und sind heute durch eine Vielzahl von Möglichkeiten geprägt. In den Anfängen des Webens wurden Weidenruten, Gräser und andere Naturprodukte eingesetzt.Heute benötigt man dagegen technische Materialien. Textile Fäden finden ihren Einsatz zur Herstellung von Textilgewebe in der Bekleidungsindustrie. Für technische Drahtgewebe im industriellen Einsatz (Filter und Siebindustrie) werden überwiegend Metalldrähte aus allen verwebbaren Stählen und Edelstählen eingesetzt.Einfach ausgedrückt heißt Weben, „Längsfäden“, die Kette, werden mit „Querfäden“, dem Schuss, verkreuzt. Wichtig bei der Herstellung der Gewebe ist auch die Bindungsart. Die Bindungsart ist die Gesetzmäßigkeit, nach der sich Kett- und Schussdrähte miteinander verkreuzen. Die drei Grundbindungen nennt man Leinwand-, Köper- und Fünfschaftköper- (Atlas-) Bindung. Dabei geht der Schussfaden über ein, zwei oder vier Kettfäden hinweg und danach unter einen oder zwei Kettfäden hindurch.Kriterien sind die Drahtstärke und die MaschenweiteTechnische Drahtgewebe werden in hochwertiger Qualität und präziser Ausführung hergestellt, mit exakten Maschenweiten und Drahtstärken aus allen verwebbaren Metall- und Kunststoffdrähten. Möglich sind die verschiedensten Bindungen und Feinheiten. Gängige Webarten sind, wie schon oben genannt, die glatte (Leinen-) Bindung, die Köperbindung sowie die Fünfschaftköper. Darüber hinaus werden alle Sonderformen von Drahtgeweben wie etwa Tressengewebe, PZ-Gewebe und Langmaschengewebe gefertigt. Der mögliche Maschenweitenbereich liegt dabei zwischen 0,02 bis 20,00 mm, wobei auch Köpertressen mit einer absoluten Filterfeinheit ab 5 µm realisiert werden können. Die feinsten Drahtgewebe weisen etwa 40000 Löcher (Maschen) pro Quadratzentimeter auf. Feine Tressengewebe haben bis zu 3000 Einzelfäden auf einem Zoll (25,4 mm). Gefertigt werden die Gewebe in Bahnenbreiten bis maximal 3000 mm Breite. In der Auslieferung sind aber auch alle anderen Formen der Konfektion möglich. So können Gewebe als Rolle, Zuschnitt, Streifen, als gestanzte Ronden beziehungsweise als komplette mehrlagige Filterpakete angeboten werden.Die wichtigsten Parameter für die Drahtgewebe-Herstellung sind die Bindung, Maschenweite (w), die Drahtstärke (d) sowie die Gewebefeinheit, auch Mesh genannt. „Mesh“ bezeichnet die Anzahl der Drähte pro Zoll. Weitere Parameter sind die offene Siebfläche (Ao %) Gewebedicke (D) und die Anzahl der Maschen pro cm beziehungsweise Maschen pro Quadratzentimeter. Begriffe wie Kette und Schuss sind ebenso geläufig. Mit „Kette“ wird die Länge der Gewebebahn/Rollenlänge in Vertikalrichtung beziffert, während die Querrichtung (Horizontalrichtung beziehungsweise Rollenbreite) „Schuss“ genannt wird.Die Formel für die Berechnung der Gewebefeinheit/Mesh lautet: Mesh = 25,4/ w (mm) + d (mm)w = Maschenweite, d = Drahtstärke. Die Berechnung für die offene Siebfläche (Ao %), lautet: Ao = (w2/[w + d]) · 100% w = Maschenweite, d = DrahtstärkeTextile Gewebe, in quantitativ großer Zahl, werden überwiegend für den Bekleidungs- und Wohnbereich sowie im Sportartikelbereich hergestellt. Technische Drahtgewebe aus Kunstoffdrähten beziehungsweise Metall und Edelstählen finden dagegen überwiegend ihren Einsatz in industriell technischen Produkten. Dabei sind die Einsatzmöglichkeiten von Drahtgeweben und Gittern unglaublich vielfältig. Ob als Flammenschutz gegen Feuer, Filtern von Wasser und anderen Flüssigkeiten, Reinigen von Luft oder Sieben von trockenen Schüttgütern wie Erde, Kies oder Sand: Drahtgewebe sind dabei unentbehrlich. Egal ob robust oder filigran, als grobes Stützsieb oder mikrofeiner Feinstfilter: Technische Drahtgewebe sind universell einsetzbar. Oft unsichtbar als hochinnovative Hightech-Komponenten wie beispielsweise im lebensrettenden Airbag von Automobilen oder als dekorative Fassadenverkleidung von Gebäuden ist Drahtgewebe in der Tat fast allgegenwärtig. Man kann davon ausgehen, dass in ziemlich allen Schlüsselindustrien technische Drahtgewebe in den verschiedensten Formen eingesetzt werden. Wie bereits erwähnt, für die Automobilindustrie genauso wie für die Lebensmittelindustrie. Im Umweltschutz setzt man Drahtgewebe im Recylingbereich ein, für die alternative Windkraftenergiegewinnung sowie für den Strahlenschutz. Drahtgewebe werden benötigt für die chemische Industrie als Filter oder als Strainersiebe für die Reifenindustrie. Gefiltert und gesiebt wird ferner in der ölfördernden Industrie, in der Kunststoffindustrie und im Maschinenbau. Selbst in den hochsensiblen anspruchsvollen Branchen wie Medizintechnik oder Raumfahrt werden exakt für den Bedarf abgestimmte Drahtgewebe-Filtermedien benötigt und eingesetzt.An die Gewebe werden auch hohe Ansprüche gestelltGanz besonders hohe Ansprüche werden darüber hinaus an die so genannten Siebdruckgewebe gestellt. Unter der Bezeichnung „Screen-Print“ benötigt man diese Siebgewebe zum Bedrucken von Leiterplatten für die Computerindustrie. Siebdruckgewebe sind ein hochinnovatives Produkt. Die hohen Anforderungen zur Herstellung von Siebdruckgewebe können nur über erfahrene Webefachleute sowie eigens für den Siebdruck hergestellte Präzisionsdrähte und modernste Webetechnologie erfüllt werden.Drahtgewebe bieten also ein breit gefächertes Anwendungsspektrum wie: Siebdruckindustrie, Automobilindustrie, Zulieferindustrie, chemische Industrie, elektronische Industrie, Kunststoffindustrie, den Maschinenbau, Öl fördernde Industrie, die Raumfahrt, als Strahlungsschutz, in der Lebensmittelindustrie, Recycling, Reifenindustrie oder im Umweltschutz.