Schleuderradstrahlen

Entzundern von Vorprodukten aus Blankstahl im Endlosprozess

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Daher muss beim Strahlen mindestens der Reinheitsgrad SA 2,5 bis 3 erreicht werden. Dies war eine der wesentlichen Vorgaben bei der Anlagenkonzeption.

Trotz stark verrosteter Oberflächen wird Reinheitsgrad SA 3 erreicht

Im Pflichtenheft standen ferner Forderungen wie hohe Durchsatzleistung, Verfügbarkeit, Wartungsfreundlichkeit und effiziente Staubabscheidung. Ein weiterer wichtiger Punkt lag in der Integration der Anlage in die bestehende Produktion. Gerade das entpuppte sich als eine Herausforderung. Grund dafür ist die relativ kleine Höhe unter der Kranbahn.

Die Entscheidung fiel auf die Durchlauf-Strahlanlage REDL 6-30/100 von Rösler, obwohl der Anlagenhersteller bis zu jenem Zeitpunkt noch kein vergleichbares Strahlsystem gebaut hatte. Auf Rösler wurde Saar-Blankstahl erst so richtig aufmerksam, als die Verhandlungen mit anderen Anlagenherstellern schon im Gange waren.

Ehemalige Kollegen beim Bandstahlhersteller berichteten über die guten Erfahrungen mit einer Rohrstrahlanlage der Untermerzbacher. Letztendlich gaben jedoch zwei Faktoren den Ausschlag: das technische Konzept und die Anpassung der Anlage an die örtlichen Gegebenheiten.

Durchlaufgeschwindigkeit wird teilespezifisch angepasst

Die Stahlstäbe werden auf einer Rollenbahn durch die Anlage transportiert. Transportrollen aus gehärtetem Werkzeugstahl führen die Stäbe. Haben diese ein zu niedriges Auflagegewicht, verhindern Druckrollen, dass sie durchrutschen. Die Durchlaufgeschwindigkeit wird im Bereich von 12 bis 60 m/min teilespezifisch angepasst. Dies gewährleistet, dass die Anlage auch bei stark verzunderten und verrosteten Oberflächen mit Rostgrad C den Reinheitsgrad SA 3 erzielt. Hauptverantwortlich dafür sind sechs Hochleistungsturbinen (EVO 38) mit 30 kW Antriebsleistung und einem Strahlmitteldurchsatz bis 430 kg/min. Bei den Zweischeibenturbinen führen widerstandsfähige Konstruktionswerkstoffe wie gehärteter Werkzeug- und Manganstahl zu einer sehr robusten und langlebigen Bauweise. Bei der Fertigung der Turbinengehäuseteile mit Verklinkungen kommen Laserverfahren zur Anwendung.

Einfacher und schneller Wechsel der Wurfschaufeln möglich

Ein Stecksystem zur Befestigung der auswechselbaren Wurfschaufeln macht Schrauben und Federn überflüssig. Damit entfallen verschleißanfällige Bauteile. Das Stecksystem ist so konstruiert, dass ein Wurfschaufelwechsel einfach und zeitsparend erfolgt.

Die Anlage ist so leistungsfähig, dass Saar-Blankstahl die Strahlkapazität im Werk Burbach praktisch verdoppelt hat. Heute ist dort das Strahlen deutlich schneller als das Ziehen, sodass die gestrahlten Stäbe in einem Pufferspeicher zwischengelagert werden und man die Anlage teilweise für mehrere Stunden täglich abstellt. Das trägt nicht nur zur Energieeinsparung im Unternehmen bei, sondern reduziert auch den Anlagenverschleiß und den Strahlmittelverbrauch. Außerdem verfügt das Werk Burbach nun über eine Kapazitätsreserve.

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