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Unterteilung des Strahlbereichs verbessert den Verschleißschutz
Die Oberflächenbearbeitung erfolgt in drei Strahlkammern mit jeweils zwei um 60° versetzten Turbinen. Dadurch trifft das Strahlmittel in einem Winkel von 90° auf die Stäbe. Die Unterteilung des Bearbeitungsbereichs in eine Eingangs-, eine Mittel- und eine Ausgangsstrahlkammer wirkt sich auf die Verschleißbeständigkeit der Anlage positiv aus. Sie verhindert beispielsweise, dass eine Turbine in Wurfrichtung der anderen steht und beide sich gegenseitig beschädigen.
Aufgrund der Unterteilung sind die Transportrollen für die Stahlstäbe in vom Strahlmittel abgeschirmten Bereichen untergebracht. Die Transportrollen bestehen aus gehärtetem Werkzeugstahl. Die Druckrollen sind aus dem Elastomer Vulkolan hergestellt, um Druckstelleneindrücke durch Strahlmittel zu vermeiden. Leicht auswechselbare Schutzplatten aus Manganstahl oder gehärteten Werkzeugstahl maximieren den Verschleißschutz der Strahlkammerbereiche.
Komplette Strahlmittelreinigung neben der Durchlaufanlage installiert
Um die geforderte Bauhöhe von nur 4600 mm einzuhalten, wurde die Anlage in Niedrigbauweise konstruiert (Bild 2). Die komplette Strahlmittelreinigung ist nicht wie üblich auf der Strahlanlage platziert, sondern daneben. Aus diesem Grund ist der Strahlmittelkreislauf auch mit zwei Becherwerken ausgestattet. Verunreinigtes Strahlmittel aus der Strahlkammer wird über eine Querschnecke zum ersten Becherwerk befördert und anschließend vertikal zum Strahlmittelreiniger (Sichter).
Verunreinigungen, zerschlagenes Strahlmittel und Staub werden in der Windsichtung von vom Strahlmittelschleier getrennt. Grobstaub sammelt sich in einem Abfallbehälter und Feinstaub in einem Filter. Das so gereinigte Strahlmittel fließt zur Wiederverwendung in einen Vorratssilo. Um den Strahlmittelfluss kontinuierlich aufrecht zu halten, befindet sich ein Zwischensilo direkt über den Turbinen. Je nach Strahlmittelbedarf wird es vom Hauptsilo gespeist.
Die Abluftreinigung besteht aus einem Patronenfilter und einer Feinfilterung. In einem ersten Schritt wird die staubbeladene und von den Stäben erwärmte Abluft aus der Strahlkammer im Patronenfilter gereinigt. Danach kommt die Feinfilterung. Die gereinigte Abluft wird im Winter in die Werkshalle zurückgeführt: Das führt zur Energieeinsparung bei der Hallenbeheizung
Steuerungstechnische Integration schon bei der Vorabnahme
Die Durchlaufstrahlanlage ist in eine komplette Fertigungslinie eingebunden. Das setzte nicht einen schnellen Datenaustausch mit den vor- und nachgeschalteten Anlagen voraus, sondern auch die Integration der Strahlanlage in eine übergeordnete Liniensteuerung. Von Vorteil war es daher, dass die Anlage vor der Auslieferung bei Rösler vollständig aufgebaut und „Probe gefahren“ wurde. Das ist in der Branche nicht die Regel. Andere Anlagenhersteller hätten einzelne Komponenten ins Werk Burbach transportiert und die Anlage dort dann zum ersten Mal aufgebaut und getestet.
So fand noch in Untermerzbach eine Vorabnahme des funktionsfähigen Strahlsystems statt. Zusammen mit dem Hersteller der übergeordneten Steuerung hat Saar-Blankstahl schon dort die steuerungstechnische Anlagenintegration ausprobiert und optimiert, zum Beispiel das Bedienkonzept und die Chargenverfolgung. Das hat sicher einen Beitrag dazu geleistet, dass der gesamte Austausch der Strahlanlage innerhalb von vier Wochen erledigt werden konnte.
* Günther Dorscheid ist Leiter der Werke Homburg und Burbach der Saar-Blankstahl GmbH. Martin Friedl ist Projektleiter bei der Rösler Oberflächentechnik in 96190 Untermerzbach
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