Predictive Analytics Erfolgsfaktor Predictive Analytics: Wie Barack Obama die Wahl gewann

Autor / Redakteur: Michael Allgöwer / Robert Horn

Das Duell zwischen Obama und Romney bei der letzten Präsidentschaftswahl endete mit einem Sieg für Obama und einer krachenden Niederlage für Romney. Und das lag nicht nur an den rhetorischen Fähigkeiten der Kandidaten und den politischen Programmen der Kontrahenten. Es gab noch einen weiteren entscheidenden Unterschied.

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Barack Obama, derzeitiger Präsident der USA, gewann mit Hilfe von Predictive Analytics, sagt die Unternehmensberatung b.telligent.
Barack Obama, derzeitiger Präsident der USA, gewann mit Hilfe von Predictive Analytics, sagt die Unternehmensberatung b.telligent.
(Bild: transplanted mountaineer/wikimedia commons / BY 2.0)

15.02.16 - Was Obamas Wahlkampf von den anderen stark unterschied spielte sich hinter den Kulissen ab: Der massive, sehr teure, sehr professionelle und sehr erfolgreicher Einsatz eines ganzen Bündels an Predictive-Analytics-Methoden, um so viele Wählerstimmen wie möglich zu gewinnen.

Vorsprung durch Wissen

Diese Methoden führten dazu, dass Obamas Wahlhelfer jederzeit wussten, an welche Haustür sie klopfen und zu welchem der Themen auf Obamas politischer Agenda sie die Bewohner in ein Gespräch verwickeln mussten. Sie konnten genau berechnen, wie sie sichere Obama-Befürworter zum Wählen bewegen und politisch Unentschlossene auf Obamas Seite ziehen konnten.

Gleichzeitig verschwendeten Romneys Unterstützer ohne vergleichbare Informationen ihre Zeit in Straßenzügen, von denen man bei Einsatz prädiktiver Methoden gewusst hätte, dass dort vorwiegend eingefleischte Demokraten zu finden sind, die kein Wahlhelfer auf Romneys Seite würde ziehen können.

Statistische Modelle erlaubten es Obamas Team sehr genau einzuschätzen, in welchen der "Swing-States" sie das Rennen ohnehin schon gewonnen hatten. So konnten sie ihre Ressourcen auf die verbleibenden Staaten konzentrieren. Es stellte sich am Wahltag heraus, dass diese Modelle derart genau waren, dass sie für jeden einzelnen Bundesstaat mit einer Abweichung von maximal einem Prozentpunkt das richtige Ergebnis prognostizierten. Während also Obamas Data-Science-Team den Wahltag als "Model Validation Day" feierte, hatten Romneys Leute nichts Vergleichbares aufzubieten.

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