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Durch eine intelligente Energiesteuerung sei bisher in Modellversuchen eine Lastverschiebung von 5 bis 10% in privaten Haushalten erreicht worden, zusätzlich zu einer Senkung des Energieverbrauchs um 3 bis 5%. „Das reicht für die erneuerbaren Energien nicht aus“, sagte Braun und forderte: „Es muss eine Automatisierung der Endgeräte erfolgen und einen Anreiz über spezielle Tarife geben, dann kann das der Kunde bequem handhaben.“
Leistungselektronik ist für erneuerbare Energien entscheidend
Die Rolle der Leistungselektronik als Schlüsseltechnologie für den Umbau der Energieversorgung verdeutlichte Prof. Axel Mertens von der Leibniz-Universität Hannover. „Jede einzelne Kilowattstunde aus der Photovoltaik geht über leistungselektronische Umformer ins Netz, hinzu kommen die Möglichkeiten der Leistungselektronik beim Energietransport.“ Auch bei Windkraftanlagen setze sich die Einspeisung über Vollumformer allmählich durch, insbesondere mit zunehmender Größe.
Angesichts des Ausbaus der erneuerbaren Energien wird es laut Mertens vermehrt zu Situationen kommen, in denen die erneuerbaren Energien allein die gesamte Netzleistung liefern können. „Künftig muss die Leistungselektronik Beiträge zur Netzstabilität leisten oder sogar stabile Netze bereitstellen“, sagte Mertens.
Erneuerbare Energien wachsen viel schneller als Energiespeicher
Die Rolle der Energiespeicher und thermischen Kraftwerke zeigte Prof. Günther Brauner von der TU Wien. Für die Speicher selbst zeigte er sich skeptisch: Da die Kapazität der Energiespeicher deutlich langsamer wachse als bei den erneuerbaren Energien, werde sich der Speicheranteil in Relation bis 2020 halbieren: „Die regenerativen Energien wachsen viel schneller, als wir mit den Speichern nachkommen können.“ Auch wirtschaftlich sei dies derzeit nicht darstellbar.
Da Deutschland bis 2030 voraussichtlich 90% der Energie aus fluktuierenden Quellen beziehen werde, kämen große Herausforderungen auf die Ausgleichsenergie zu. Brauner schlug dafür thermische Kraftwerke vor, die mit Ökomethan befeuert werden: Aus überschüssigem Wind- oder Solarstrom könne Wasserstoff erzeugt und mit Kohlendioxid aus Verbrennungsprozessen dann Ökomethan produziert werden.
Über die Effizienz- und Energieeinsparpotenziale sprach abschließend Prof. Wilfried Hofmann von der TU Dresden. Auch wenn Einsparungen bei einzelnen Komponenten möglich seien, sei es entscheidend, das Gesamtsystem zu betrachten. Die Komponenten müssten richtig zusammenspielen, um die Potenziale der Energieeffizienz auszunutzen.
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