Industrie 4.0

Erneuter CIM-Aufguss oder tatsächliche (R-)Evolution?

< zurück

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Das Internet der Dinge erzeugt natürlich kontinuierlich große Datenmengen, die gespeichert werden und in Echtzeit sowie zeitlich unabhängig wieder verfügbar sein müssen. So bieten sich Cloud-Dienste an, die weltweit allen Unternehmensbereichen und Entwicklungspartnern zur Verfügung stehen. Allerdings sind das häufig noch Zukunftsvisionen, denn in der Realität ist die Internetverbindung vieler Unternehmen dafür schlichtweg ungeeignet: zu langsam, zu unsicher, zu instabil. Deshalb fordert die ITK-Branche zunächst ein flächendeckendes Breitbandnetz mit hoher Verbindungsstabilität.

Digitale Fabrik basiert auf der Durchgängigkeit der Daten

Die Aufgabe der IT beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Infrastruktur. Eine mindestens ebenso große Bedeutung haben die verschiedenen Softwaresysteme, die eine durchgängige digitale Fabrik abbilden. Kern ist die Durchgängigkeit der Daten von der Produktentwicklung über die Produktion bis hin zum Service. Um das zu realisieren, müssen die Systeme offen und die Formate und Schnittstellen standardisiert sein – und zwar sowohl untereinander als auch zwischen Software und Maschine.

Bildergalerie

Ist der Datenaustausch sichergestellt, dann ist auch ein Verschmelzen der virtuellen mit der realen Welt möglich. Während noch ein aktuelles Produkt produziert wird, arbeiten Konstrukteure und Designer schon an neuen Produkten. Sobald die Produktentwicklung abgeschlossen ist, kann bereits virtuell eine neue Fertigung geplant und simuliert werden, ohne die reale Produktion unterbrechen zu müssen. Solche Software, die auf CAD-Daten basiert, ist bereits seit längerem erhältlich und beschleunigt die Zeit bis zur Marktreife eines Produktes deutlich. Verknüpft sind die Softwarebausteine, zu denen auch ERP- und MES-Systeme sowie das Supply Chain Management (SCM) gehören, im PLM.

Schon von der Smart Factory gehört?
Bildergalerie mit 12 Bildern

Bestehende Technologien aus der IT-Branche in der Produktion nutzen

In der Vision Industrie 4.0 werden also alle Daten in der digitalen Fabrik zusammengeführt. Aus der IT- und Software-Branche gibt es viele bereits bestehende Technologien, die es einfach zu nutzen gilt – angefangen vom Cloud-Computing bis hin zu Augmented und Virtual Reality. Von einer Revolution ist deshalb keine Rede. Doch bisher finden übergreifende Überlegungen und Projekte zwischen den ITK-Unternehmen und der Industrie lediglich in überschaubarem Ausmaß statt. Dass aber beide Seiten voneinander profitieren können, ist unbestritten, wie ein Beispiel zeigt: So könnten Sensoren die Leistung von Triebwerken kontrollieren. Bei Problemen würde das System selbsttätig Ersatzteile, Personal und einen Standplatz für Wartungsarbeiten auf dem Flughafen organisieren und den Lieferstatus an den Auftraggeber melden. Das verändert auf Dauer das gesamte Geschäftsmodell der Fertigungsindustrie – von einem Modell, in dem der Aufwand für Reparaturen berechnet wird, zu einem Modell, das die Maximierung der Verfügbarkeit in den Mittelpunkt rückt. „Diese Entwicklung wird letztlich auch die Produktentwicklung umkrempeln, denn die Hersteller werden in Zukunft immer mehr darüber nachdenken, wie sie ihr Serviceangebot und die Langlebigkeit ihrer Produkte verbessern und die Wiederverwendung von Rohstoffen am Ende des Produktlebenszyklus sichern können“, erklärt Michael Sauter.

Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf ist sich sicher, dass die Zusammenarbeit zwischen der IT- und Softwarebranche mit der Industrie gelingt: „Durch Industrie 4.0 wird die Bitkom-Branche künftig stärker denn je mit der Fertigungsindustrie verzahnt – nicht nur mit dem Maschinen- und Anlagenbau, ebenso mit der Elektrotechnik oder dem Automobilbau.“

(ID:38663110)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung