Materialfluss Ersatzteile mit Methode

Der Ersatzteilbedarf, charakterisiert durch die logistischen Grundgrößen Art, Menge, Ort und Zeit, wird vom Ausfallverhalten der Komponenten und Anlagen bestimmt.

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Der Ersatzteilbedarf, charakterisiert durch die logistischen Grundgrößen Art, Menge, Ort und Zeit, wird vom Ausfallverhalten der Komponenten und Anlagen bestimmt. Abhängig von den zu versorgenden Anlagen, den jeweiligen Instandhaltungsstrategien und den Ersatzteillieferanten muss das Logistiknetzwerk für Ersatzteile gestaltet werden. Zum Optimieren der Anlagenwirtschaft ist die Differenzierung der Ersatzteilstrategien unter Berücksichtigung differenzierter Instandhaltungsstrategien unerlässlich. Deren Synchronisation ist eine Planungsaufgabe, die von internen Projektteams unter Nutzung von Analyse-, Bewertungs- und Optimierungsmethoden durchgeführt werden kann. Eine systematische Vorgehensweise und entsprechende IT-Tools für die Zuordnung der Teile zu Logistikstrategien wurden mit folgenden drei Schritten entwickelt:Bereinigung des Ersatzteilstamms, das heißt die Bestands- und Komplexitätsreduzierung beginnt mit dem Aufspüren von Datenleichen und Lagerhütern. Erfahrungen haben gezeigt, dass dadurch mit geringem Aufwand die Ersatzteilanzahl bereits um 20% reduziert werden kann.Differenzierung der Logistikstrategien, das heißt mit Hilfe des Verfahrens der teiledifferenzierten Logistikoptimierung (TDL) erfolgt die Bildung von Teileklassen und deren optimierte Zuordnung zu den geeigneten Beschaffungs-, Lagerhaltungs- und Bereitstellungsstrategien.Optimierung der Bestandsmengen, das heißt bei den nach der Teiledifferenzierung weiterhin im eigenen Unternehmen gelagerten Ersatzteilen werden die aktuellen Bestände und die Verbräuche mittels Bestandsmatrix untersucht. Unter Berücksichtigung der Ersatzteilwerte lassen sich so die Potenziale zur Reduzierung der Kapitalbindungskosten ermitteln.Die Anlagenwirtschaft sollte permanent optimiert werdenDie Optimierung der Anlagenwirtschaft ist eine permanente Aufgabe der Führungskräfte und Mitarbeiter im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP), weil sich Produktionsbedingungen, Anlagen und Technologien ständig ändern. Dennoch werden Methoden und Instrumente sowie auch zielgerichetete Vorgehensweisen nur vereinzelt angewandt. Deshalb hat der Arbeitskreis „Integrierte Instandhaltung und Ersatzteillogistik“ der Forschungsgemeinschaft für Logistik e.V. (FGL), Hamburg, es sich zur Aufgabe gemacht, außer der Methodenentwicklung auch deren Anwendung in der Praxis zu fördern. Denn mit neuen Konzepten und Strategien für die Ersatzteillogistik sowie Unterstützung durch ein praxisgerechtes Intranet-basiertes Methoden-Management-System (MMS) können erhebliche Verbesserungspotenziale erschlossen werden.Die Gründe für die geringe Verbreitung der Methodenanwendung zur Organisation und Optimierung der Ersatzteillogistik sind vielfältig. Zum einen fehlt das Wissen über die Existenz oder die Anwendung von Methoden. Zum anderen erlaubt der Zeitdruck im Tagesgeschäft keine lange Suche nach Methoden beziehungsweise das zeitintensive Erlernen ihrer Anwendung. So werden Potenziale zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung in der Anlagenwirtschaft nicht ausgeschöpft. Eine Tatsache, die sich heutzutage kein Unternehmen mehr leisten darf, das auch zukünftig erfolgreich am Markt bestehen möchte.Für ein flexibles Intranet-basiertes Methodenmanagement wird das Methodenportal Meport verwendet. Diese Software wurde von der Gesellschaft für Unternehmenslogistik mbH gemeinsam mit der Projektgruppe „Integrierte Instandhaltung und Ersatzteillogistik“ der TU Hamburg-Harburg entwickelt und bereits in einem anderen Anwendungsbereich zur Unterstützung von Produktentwicklungsprozessen im Flugzeugbau umgesetzt. Dabei wurden Grundsätze des Content-Managements zur Neuanlage und Pflege von Methodenbeschreibungen mit entsprechend vordefinierten Workflows und ein ausgeprägtes Nutzerrollenkonzept realisiert. Die unternehmens- und anwenderspezifische Ausgestaltung durch Customizing ermöglicht nicht nur einen komfortablen Zugriff auf die Methoden, sondern gewährleistet durch Zuordnung von Verantwortlichkeiten eine Sicherstellung der Methodenqualität.Die Anwendung der Methodenauswahl beginnt mit Bekanntwerden eines konkreten Problems, zum Beispiel Erhöhung der Ersatzteilverfügbarkeit, oder der Vermutung eines Verbesserungspotenzials, beispielsweise Senkung der Ersatzteilbestände um 10 oder 30 oder 50%. Mit Hilfe des Meport kann das KVP-Team nach geeigneten Methoden suchen. Ein Methodenvorschlag erfolgt über einheitlich strukturierte Beschreibungen, die eine effiziente Reaktion auf das Problem und damit die Ausschöpfung des bestehenden Verbesserungspotenzials ermöglicht. Der Aufbau eines Methoden-Management-Systems ist durch ein auf die Benutzerbedürfnisse zugeschnittenes Anwendungs- und Verwaltungssystem gekennzeichnet. Zu unterscheiden ist ein anwendungsspezifischer Teil zur Verwaltung der Systemeinstellungen sowie ein methodenspezifischer Teil zur Administration und Überarbeitung der Zugriffseigenschaften und Beschreibungsmerkmale der Methoden. Außer der Methodenauswahl über die Bezeichnung können Zugriffsstrukturen wie etwa die Auswahl über die Methodenfunktion (zum Beispiel Bestände reduzieren) oder die Methodenhierarchie (Ersatzteillogistik - Bestandsanalyse - ABC-Analyse) gewählt werden.Plattformunabhängige Technik sorgt für FlexibilitätBezüglich der Ausgabealternativen kann zwischen ein- und mehrschichtigen Datenanzeigen auf verschiedenen Ebenen gewählt werden. So kann auf der obersten Ebene eine erste Kurzinformationen über Zielsetzung, Arbeitsprinzip, Durchführung und Aufwand der Methoden gegeben werden. Weitere Ebenen enthalten detailliertere Informationen, zum Beispiel über die Angabe eines Methodenexperten, Langbeschreibungen, Tool-Unterstützung, Schulungsunterlagen oder weiterführende Literatur. Die Realisierung von Meport basiert auf der Internettechnik. Die Verwendung dieser weitgehend plattformunabhängigen Technik bietet zahlreiche Vorteile, die gerade bei der Nutzung als Disziplinen übergreifende Wissenssammlung ausschlaggebend sind:Geringe Anforderungen an Hardware und Software, insbesondere wird keine spezielle Software auf der Client-Seite gebraucht. Üblicherweise reicht die Installation eines Web-Browsers.Einfache Installation und Wartung, weil die Software nur auf dem (in der Regel vorhandenen) Server installiert werden muss. Dementsprechend bezieht sich auch die Wartung auf die zentrale Serverinstallation.Geringer Schulungsaufwand: Der Einstieg in die Anwendung des Katalogs wird durch die Einbettung in das Intranet erleichtert.Vermeidung von Datenredundanz durch zentrale Datenhaltung. Die Vorteile des dezentralen Zugriffs bleiben dabei erhalten. MM

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