Rohrumformen Erweiterte Möglichkeiten durch inkrementelle Rohrumformung

Autor / Redakteur: Stefanie Flaeper / Annedore Munde

Bei der industriellen Rohrumformung werden zunehmend höhere Anforderungen gestellt und Rohre immer extremer umgeformt. Das patentierte Verfahren der inkrementellen Rohrumformung wird den gewachsenen Ansprüchen an Werkstück und Umformung gerecht.

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Das kostenaufwendige Anschweißen oder Anlöten von Verbindungselementen ist keine Alternative in der Rohrherstellung mehr – neue Verfahren und Prozesse zur Rohrumformung, die wirtschaftlich und kundenorientiert die hohen Kundenanforderungen erfüllen, sind gefragt. Das Schmallenberger Unternehmen Transfluid hat jetzt in enger Zusammenarbeit mit dem Technischen Institut für Umformtechnik und Leichtbau der Universität Dortmund ein neuartiges Rohrumformungsverfahren entwickelt.

Leichtbau bringt neue Werkstoffe für Rohre

Mit der bisherigen, konventionellen Technik können unter Anwendung verschiedener Verfahren nahezu alle Anforderungen an die Rohrumformung erfüllt werden. Zunehmend verändern sich allerdings die Werkstoffe. Immer häufiger werden gängige Werkstoffe von hochfesten und höchstfesten abgelöst, da hierdurch ein konsequenter Leichtbau durchgeführt werden kann.

Die Produkte sind stärker belastbar und trotzdem sehr viel leichter. Gleichzeitig wird Material in nicht unerheblichem Maß eingespart.

Die inkrementelle Umformung kommt den neuen Werkstoffen zugute

Herkömmliche Umformverfahren stoßen bei diesen Werkstoffen aber an ihre Grenzen oder sind überfordert. Daher setzen Transfluid und das Institut für Umformtechnik und Leichtbau der Technischen Universität Dortmund auf ein neuartiges Verfahren – die inkrementelle Umformung.

Dabei handelt es sich um eine schrittweise, übergangslose Umformung. Diese Lösung eröffnet völlig neue Möglichkeiten. Bereits seit 2009 arbeitet Transfluid in einem Kooperationsprojekt mit der Technischen Universität Dortmund an der Entwicklung eines solchen Verfahrens zur industriellen Nutzung und einer Maschinentechnologie zur Kaltumformung von Rohren. Damit können variable Querschnittsverläufe auf der Längsachse hergestellt werden.

Inkrementelle Rohrumformung mit Umformwerkzeug im Rohr

Ein Rohr wird von einem Pusher durch ein das Rohr umlaufendes Drückwerkzeug/Rollwerkzeug geschoben (Bild 1). An dem Werkzeug sind mehrere radial einstellbare Drückrollen installiert, die rollierend in das Rohr drücken und den Werkstoff dadurch lokal plastifizieren.

Das Drückwerkzeug umläuft das Rohr mit einer variabel einstellbaren Umdrehungsgeschwindigkeit. Dadurch erfolgt eine partielle Querschnittsverjüngung des Rohres.

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