Rollengewindetriebe

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IXV soll Europa eine Zukunft in der Raumfahrt sichern

Architekt des Intermediate eXperimental Vehicle ist Thales Alenia Space – Italy (TAS-I). Für dieses Projekt hat TAS-I rund 20 Subunternehmen unter Vertrag genommen, darunter auch SABCA (Société Anonyme Belge de Constructions Aéronautiques), einen belgischen Luft- und Raumfahrtspezialisten. „Bislang müssen wir in Europa viel technisches Know-how für Wiedereintrittssysteme hinzukaufen“, erläutert SABCA-Projektleiter Didier Verhoeven. Vor diesem Hintergrund seien Projekte wie das IXV enorm wichtig, um den Europäern für die Zukunft mehr Unabhängigkeit in der Raumfahrt zu sichern. „Die für die Wiedereintrittsphase geplanten Versuche und die aus den Flügen gewonnenen Erkenntnisse werden uns dabei helfen, unsere Position als bedeutender Player in diesem strategisch wichtigen Bereich zu stärken“, ist Verhoeven überzeugt.

In ihrer Fabrik in Haren unweit von Brüssel haben Verhoeven & Co. unter anderem die Aktuatoren gebaut, die die Steuerung der Klappen am Heck des IXV sicherstellen sollen. Diese Klappen müssen nicht nur schnell und hochpräzise, sondern auch extrem robust und zuverlässig sein. Beispielsweise ist es erforderlich, dass beide Klappen jeweils mit einer Kraft von rund 35 Kilonewton ihre definierten Positionen halten, damit die Drohne in jeder Phase des Wiedereintritts auf der gewünschten Bahn durch die Atmosphäre rast.

Aktuatoren entstammen der Schubvektorsteuerung

Die von SABCA entwickelten Aktuatoren werden mithilfe von Computern und Elektromotoren gesteuert beziehungsweise angetrieben. „Die von uns für das IXV gebauten Aktuatoren haben ihre Wurzeln in einer Sonderkonstruktion“, so Projektleiter Verhoven: „Im Prinzip entstammen sie der Schubvektorsteuerung, die wir bereits für den Antrieb der ZEFIRO-Düsen in der Vega-Trägerrakete entwickelt hatten. Diese Steuerung haben wir nun an die Erfordernisse des IXV angepasst.“

Hintergrund dieses Ansatzes war ursprünglich der begrenzte Etat: Aus Kostengründen galt es, möglichst viele vorhandene Komponenten wiederzuverwenden. Inzwischen setzen sich mechatronische Lösungen in der Raumfahrttechnik aber ohnehin immer mehr durch. „In der Zeit, als wir an der Ariane-5-Trägerrakete gearbeitet haben, waren noch die hydraulischen Stellantriebe das Mittel der Wahl“, erinnert sich Verhoeven. „Heute lässt sich in der Luft- und Raumfahrtindustrie jedoch ein deutlicher Trend hin zu elektromechanischen Aktuatoren beobachten. Ergo haben wir diese Lösung nicht nur für die Vega-Rakete, sondern auch für das IXV gewählt.“

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