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Rollengewindetrieb soll den enormen Vibrationen standhalten
Kern dieser elektromechanischen Aktuatoren sind hochleistungsfähige Rollengewindetriebe. Dass SABCA und Verhoeven dabei auf ein Produkt aus dem Hause SKF vertrauen, ist das Ergebnis einer maßgeschneiderten Entwicklung: „Die Ingenieure von SKF haben den Rollengewindetrieb so ausgelegt, dass er exakt unseren Anforderungen entspricht. Wir gehen also davon aus, dass er den enormen Vibrationen standhält, schnell und akkurat arbeitet und dabei hilft, die Klappen optimal in Position zu bringen“, so Verhoeven.
„Denn Robustheit, Kraft, Schnelligkeit und Präzision sind von entscheidender Bedeutung, um während der Wiedereintrittsphase durch symmetrische beziehungsweise asymmetrische Verstellung der Klappen für den richtigen Neigungs- beziehungsweise Rollwinkel des IXV zu sorgen.“ Das bedeutet auch: Obwohl es sich bei den SKF Rollengewindetrieben um vergleichsweise kleine Teile des gesamten Systems handelt, müssen sie im Herzen der Aktuatoren doch eine extrem verantwortungsvolle Aufgabe erfüllen.
Eine Kaltverformung würde das Lösen der Bremse verhindern
Zur anspruchsvollen Aufgabe der Linearantriebe gehört – so paradox es klingen mag – auch deren absolute Bewegungslosigkeit. Tatsächlich spielt das „Bremssystem“ der Aktuatoren bereits beim Start der Rakete eine bedeutende Rolle: Die Halterungsfedern dieses Systems müssen so beschaffen sein, dass sie den enormen Vibrationen insbesondere beim Zünden der Triebwerke standhalten. Weder beim Abheben von der Erde noch im All darf es zu einer sogenannten „Kaltverformung“ kommen, die womöglich das Lösen der Bremse verhindert – und damit später, beim Wiedereintritt in die Atmosphäre, dazu führt, dass die Klappen ihre nun unverzichtbare Beweglichkeit einbüßen.
1000-fach unter Vakuumbedingungen geprüft
Projektleiter Verhoeven ist indes guter Dinge: „Wir haben die Bremse mit einem speziellen Fett geschmiert und sie dann in über 1000 Testzyklen unter Vakuumbedingungen geprüft. Es gab keinen einzigen Fall von Kaltverformung.“ Außerdem seien die Aktuatoren samt Bremsen von 2013 bis Anfang 2014 vielen weiteren Klima-, Vakuum-, Schock- und Schwingungstests unterzogen worden, ohne dass dabei ernstzunehmende Probleme auftauchten.
Am Starttag wird Didier Verhoeven sicher trotzdem mit erhöhtem Puls gen Himmel blicken und sämtliche verfügbaren Infos aus dem Kontrollzentrum gespannt verfolgen. Rund 100 Minuten lang werden die ESA-Experten so viele Daten wie möglich sammeln, bevor das Intermediate eXperimental Vehicle im pazifischen Ozean wassert. „Wir sind stolz, an diesem Projekt beteiligt zu sein. Es ist der erste Schritt auf einem sehr langen Weg, an dessen Ende hoffentlich eine europäische bemannte Weltraummission und deren sichere Rückkehr zur Erde steht“, so Verhoeven abschließend. Deshalb müsse das mit den Klappen – auch mit Hilfe von SKF – unbedingt klappen.
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