Nachhaltigkeit EU verfehlt ihre Wasserstoffziele

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Für den Klimaschutz hat die EU auch bei Wasserstoff große Pläne. Bei der Umsetzung hapert es jedoch, sagen Branchenexperten und schauen nach Asien.

Die EU will mithilfe von Wasserstoff die globalen Klimaziele erreichen. Doch bisher scheitern die Pläne an ihrer Umsetzung.(Bild:  AA+W - stock.adobe.com)
Die EU will mithilfe von Wasserstoff die globalen Klimaziele erreichen. Doch bisher scheitern die Pläne an ihrer Umsetzung.
(Bild: AA+W - stock.adobe.com)

Sauberer Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger, um die globalen Klimaziele zu erreichen. Mit den Wasserstoffzielen haben sich Deutschland und die EU deshalb einen Rahmen gesetzt, um genau diesem Umstand Rechnung zu tragen. Diese Ziele könnten sowohl Deutschland als auch die gesamte EU nun verfehlen. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung PWC Strategy& hervor.

„Deutschland hinkt seinen Plänen deutlich hinterher"

Bis 2030 sei eine Elektrolysekapazität von 10 Gigawatt (GW) geplant. Denn nur so ließe sich auch genügend Wasserstoff erzeugen. In Betrieb sind laut PWC heute nicht einmal 0,1 GW. Um das Ziel noch zu erreichen, müsste Deutschland demnach jedes Jahr Elektrolyseanlagen mit 1 bis 2 GW bauen und zudem 200 bis 400 Windräder aufstellen. Diese Zahlen stehen in deutlichem Kontrast zu den finanzierten 0,25 GW Zubau der letzten zwei Jahre. „Deutschland hinkt seinen Plänen deutlich hinterher", lautet so das Fazit der Branchenexperten von PWC. Aber auch die EU fällt laut PWC-Studie hinter ihren Zielen zurück. Bis 2030 plane die EU mindestens 20 Millionen Tonnen sauberen Wasserstoff zu nutzen und die Hälfte davon in Europa selbst zu produzieren. Davon sei die EU allerdings weit entfernt, so PWC. Doch auch weltweit scheint eine riesige Lücke zwischen den Ankündigungen und der Umsetzung zu bestehen, heißt es in der Studie. So seien Projekte mit 840 GW angekündigt, finanziert oder im Bau seien davon 15 GW. in Betrieb seien Anlagen mit gerade mal 1 GW.

Kluft zwischen Plänen und Realität

Bei den Plänen sei Europa auf Platz 1 vor Afrika und Lateinamerika - bei der Umsetzung seien China, Südkorea und Japan Spitzenreiter. Das asiatische Trio hat laut PWC „bereits jetzt doppelt so viel Produktionskapazität in Betrieb, finanziert oder in Bau wie Europa". Die USA hingegen setzen vor allem auf günstigeren Wasserstoff, der mit Abscheiden und Speichern von CO2 hergestellt wird.

„Der kapitalintensive Wasserstoffmarkt steckt weiterhin in den Kinderschuhen und hatte zuletzt auch noch mit hohen Zinsen und Inflation bei den Materialpreisen zu kämpfen", sagt Co-Autor Dirk Niemeier. Hier sei die Politik in der Pflicht, da großvolumige Abnahmeverträge bisher fehlten, wodurch die Finanzierung und damit die Fertigstellung der Produktionsprojekte erschwert würden.

Um solche Abnahmeverträge erhalten zu können, sei wiederum eine Förderung notwendig. Denn ähnlich wie bei erneuerbarem Strom müssten die anfänglichen Mehrkosten gegenüber fossilen Alternativen ausgeglichen werden. Hinzu komme, dass erneuerbare Energie für sauberen Wasserstoff nötig, aber knapp sei.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass neben Deutschland weite Teile der Welt noch nicht in dem Maß sauberen Wasserstoff erzeugen, wie es die jeweiligen Pläne – wie beispielsweise die der EU – vorsehen. Die Gründe scheinen bisher hohe Kosten und zu wenig erneuerbare Energie für die Erzeugung zu sein.

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