ESC 2013 Malmö Eurovision Song Contest: Elektronikschlacht der Superlative
Der Eurovision Song Contest, der am kommenden Samstag im südschwedischen Malmö zum 58. Mal stattfindet, ist auch eine Elektronik-Materialschlacht. Wir haben uns angesehen, welches Equipment für Sound, Licht und Fernsehübertragung zum Einsatz kommt.
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Seit dem Sieg von Lena Meyer-Landrut beim Eurovision Song Contest 2010 ruft der Schlagerwettbewerb in Deutschland wieder ein verstärktes Interesse hervor. Wer den ESC austrägt, muss eine der größten Live-Shows der Welt auf die Beine stellen – in diesem Jahr ist Schweden dran, das die Arena in Malmö dafür ausgesucht hat. Der technische Aufwand ist enorm. Was alles an Hightech-Elektronik für den ESC zum Einsatz kommt:
Bei einem Gesangswettbewerb steht naturgemäß die Ton-Übertragung im Mittelpunkt. Dementsprechend ist der Aufwand, der dafür in Malmö getrieben wird. Bei den Mikrofonen herrscht quasi Chancengleichheit für alle Teilnehmern. Zum Einsatz kommen insgesamt 48 Mikros aus der Sennheiser 9000 Serie. Dabei handelt es sich um ein digitales Drahtlossystem, das Audiosignale völlig unkomprimiert und somit in höchster Qualität übertragen kann.
Digitale Mischpulte von Midas Consoles kosten bis zu 500.000 Dollar
Auf das Handsendermodul können verschiedene dynamische und Kondensator-Mikrofonköpfe aufgesteckt werden, um den individuellen Wünschen der Künstler entgegenzukommen. Der Empfänger-Mainframe EM 9046 beherbergt bis zu 8 Empfangskanäle und arbeitet im UHF-Bereich von 470 bis 798 MHz. Die Latenz bei der Übertragung beträgt nur 3,0 ms.
Herzstück der Tonübertragung in der Halle (Front of House), auf der Bühne (Monitor) und via TV und Internet in die ganze Welt (Broadcast) sind insgesamt fünf Mischpulte des Herstellers Midas Consoles. Drei davon sind vom Typ XL 8, der bis zu rund 500.000 Dollar kosten kann. Jedes dieser Digitalpulte kann bis zu 432 Ein- sowie Ausgänge sowie 112 Kanäle und 51 Busse verwalten.
Das System basiert auf einem doppelt redundant ausgelegte Linux PC. Integriert in die Konsole sind unter anderem 16 digitale Effektgeräte, fünf Displays und 55 motorisierte Lautstärke-Regler (Fader). Sämtliche Audiosignale werden auf ihrem Weg durch das Pult Zeit-synchronisiert, um Laufzeitunterschiede zu vermeiden. Die Digitalisierung der Audiosignale erfolgt mit eine Auflösung 24Bit/96kHz. Ergänzt werden die drei XL 8 durch zwei kleinere Midas Pro 9 mit jeweils 88 Kanälen und 35 Bussen.
210 Lautsprecherboxen sorgen für guten Sound
Für guten Sound – und ordentliche Lautstärke – in der Halle sorgen insgesamt 210 Lautsprecherboxen der Typen Nexo Geo T und L-Acoustics dV-dosc. Es handelt sich dabei um Line Arrays: Modulare Boxen, die vertikal gestapelt sind, um eine möglichst homogene Abstrahlung in einem definierten Winkel zu gewährleisten. Angesteuert werden sie per Audio Controller LM 26 und LM 44 des Hersteller Lab.
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