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Werkzeug- und Formenbau

Evolutionärer Verbesserungsprozess hält Formenbau jung

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Gute Erfahrungen auf's Graphitfräsen übertragen

Angespornt von den signifikanten Verbesserungen bei der Hartbearbeitung sollte ein weiteres Projekt zeigen, dass sich die guten Erfahrungen, die man mit MMC Hitachi Tool gemacht hatte, auf das Graphitfräsen übertragen lassen. Hier wurde ähnlich vorgegangen wie beim Stahl – zunächst ist der Prozess genau angeschaut worden. Zum Beispiel, wie werden die Elektroden programmiert? Das ist zum Teil über ein bis zwei Tage hinweg gemacht worden, oft zusammen mit mehreren Mitarbeitern. Dabei gab es zwischendurch immer wieder kleinere Workshops, in denen die neuen Parameter erläutert und diskutiert worden sind. So wurden neue Frässtrategien und Schnittwerte wie Vorschub, Drehzahl oder Zustellung gemeinsam festgelegt, und sozusagen für das automatische Graphitfräsen im Festo-Werkzeugbau maßgeschneidert. Dabei hatte die Prozesssicherheit stets oberste Priorität. Die neuen Werte wurden dann in die Werkzeugdatenbank von Visi CAM eingetragen.

Spezielles Optimierungskonzept führt schneller zur richtigen Antwort

Ein spezielles Testfräsen, so, wie Festo bisher die Elektroden bearbeitet hatte, sollte Ergebnisse liefern. Dabei sollten sieben Elektroden für den Formeinsatz eines Pneumatikkolbens mit einem 1-mm-Kugelfräser komplett bearbeitet werden. Der Prozessoptimierer ging dabei nach dem Optimierungskonzept ‚Production 50‘ vor, das von MMC Hitachi Tool speziell für den Fräsbereich entwickelt wurde. Bei dem MMC-Hitachi-Tool-Werkzeug handelte es sich um den diamantbeschichteten Vollhartmetall-Kugelfräser D-Epdb-2010-5, der über zwei Schneiden verfügt. Während die beiden Vergleichswerkzeuge jeweils eins nur zum Schruppen von Restmaterial sowie das zweite Tool zum Schlichten verwendet wurden, kam der D-Epdb beim Schruppen und Schlichten zum Einsatz.

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Höchste Verbesserungsquote beim Schlichten erreicht

Bei allen Werkzeugen waren die Bearbeitungsparameter bis auf den Vorschub und leicht unterschiedliche Zustellwerte weitgehend gleich. Mit dem D-Epdb wurde im Vergleich zu den beiden Wettbewerbskandidaten mit 3,2 mm/min eine mehr als zweieinhalbfache Vorschubgeschwindigkeit gefahren. Beim Schruppen des Restmaterials hat das aber durch die leicht unterschiedliche Seiten- und Tiefenzustellung zeitlich keine Vorteile gebracht. Aber beim Schlichten ist Festo rund 30 % schneller geworden. „Gemeinsam mit MMC Hitachi Tool konnten wir die Fräsprozesse stark verbessern und die verwendeten Werkzeugtypen verringern, was sehr relevant für die Automatisierung und die dafür zwingend notwendige Standardisierung der Prozesse ist“, resümiert Weber zufrieden. Mit Blick auf die Automatisierung, ist es laut Weber zudem wichtig, dass man bei der Prozesssicherheit nochmals ein gutes Stück vorangekommen ist. MM

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