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Werkzeug- und Formenbau Evolutionärer Verbesserungsprozess hält Formenbau jung

| Autor/ Redakteur: Theo Drechsel / Peter Königsreuther

Von St. Ingbert aus agiert Festos Formenbau Festo Polymer. In Sache Erodieren, Elektrodenfräsen und Hartbearbeitung setzt das Unternhemen auf Fräs-Know-how von MMC Hitachi Tool. Was dabei heraus kam, lesen Sie hier.

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Festo Polymer bleibt in Sachen Fräs-Know-how-Entwicklung stets up-to-date. Jüngste Optimierungen haben die Werkzeug- und Formenbauer mit Unterstützung von Experten aus dem Hause MMC Hitachi Tool erreichen können. Hier ein Ausschnitt der dabei auf ihre Performanche hin untersuchten Fräswerkzeuge von Hitachi Tool.
Festo Polymer bleibt in Sachen Fräs-Know-how-Entwicklung stets up-to-date. Jüngste Optimierungen haben die Werkzeug- und Formenbauer mit Unterstützung von Experten aus dem Hause MMC Hitachi Tool erreichen können. Hier ein Ausschnitt der dabei auf ihre Performanche hin untersuchten Fräswerkzeuge von Hitachi Tool.
(Bild: MMC Hitachi Tool / W. Bahle)

Gemeinsam mit MMC Hitachi Tool hat Festo Polymer jüngst seine Fräsprozesse analysiert und optimieren können – mit dem Ergebnis, von weniger Werkzeugtypen und mehr Prozesssicherheit zu profitieren. „Für uns war der Umzug an den neuen Standort 2015 die Gelegenheit, bisherige Abläufe zu überdenken und – wo es sinnvoll ist – in neue Technologien zu investieren”, unterstreicht Jörg Weber, Fertigungsleiter bei Festo Polymer. In diesem Zuge hat man den Werkzeugbau konsequent automatisiert und ihn auf die Kernkompetenzen fokussiert.

Optimierungen beim Fräsen als evolutionärer Prozess

Bearbeitet werden deshalb ausschließlich formgebende Teile, Graphit oder hochpräzise Stahlteile beim Hartfräsen. Einen sehr hohen Stand hat sich Festo im Laufe der Jahre dabei beim Fräsen erarbeitet. Auf dem Erreichten will man sich aber nicht ausruhen, sondern weiterhin kontinuierlich besser werden, vor allem was Maßhaltigkeit, Laufzeiten der Werkzeuge und Prozesssicherheit betreffen. Das ist quasi ein evolutionärer Prozess, der über diverse Stellschrauben beeinflusst wird. So sollen die Fräsprozesse für die Automatisierung standardisiert werden. Zudem gab es in St. Ingbert den Wunsch, insbesondere die am häufigsten vorkommenden Bearbeitungsaufgaben auf den Prüfstand zu stellen, um diese hinsichtlich Werkzeugauswahl, Frässtrategien und Schnittdaten zu optimieren und reproduzierbar zu machen.

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Ein Prozessoptimierer des Werkzeugherstellers hilft bei der Anlayse

Deshalb wurde im Mai 2014 beschlossen, die Partnerschaft mit MMC Hitachi Tool zu forcieren. Im ersten Schritt ging es um das Optimieren der Hartbearbeitung. Zusammen mit einem Experten, dem Prozessoptimierer Stanislav Pupak-Martin des japanischen Werkzeugherstellers, wurden über einen längeren Zeitraum hinweg diverse Tests mit unterschiedlichen Werkstücken und verschiedenen MMC-Hitachi-Tool-Werkzeugen gefahren, vom Schruppen und Tauchfräsen bis hin zum Fertigschlichten und dem Gewindefräsen. Bearbeitet wurden Werkstoffe, wie der bei Festo häufig verwendete X38CrMoV5-1 (1.2343), zudem X42Cr13 (1.2083), X45NiCrMo4 (1.2767) oder Böhler-Stähle wie der M390, meist in Härten bis 54 HRC. Aber auch – wie etwa beim Gewindefräsen in das Böhler-K390_Material – schon mal bis zu 64 HRC.

Was ein Werkzeugwechsel alles bewirken kann

Bei den diversen Bearbeitungsaufgaben wurden sowohl verschiedene Frässtrategien, Schnittwerte als auch unterschiedliche MMC-Hitachi-Tool-Fräsertypen miteinander verglichen. Zum Beispiel beim Schruppen eines Formeinsatzes aus 1.2343 mit Z-konstant: Den zunächst verwendeten 20-mm-Torusfräser mit Wendeplatten ersetzte der Prozessoptimierer durch den einschraubbaren Torusfräser Asrm Pico Maxi (Wendeplatten JS 4060). Der Asrm zeigte mit 150 min wesentlich mehr Performance, obwohl aufgrund der Maschinensituation die Tiefenzustellung um die Hälfte auf 0,3 mm reduziert werden musste. Im Rahmen der Optimierungsarbeiten wurden auch die EDT-Gewindefräser bei Festo in den Fertigungsprozess implementiert. Diese Werkzeuge fräsen Gewinde, die sonst meist senkerodiert werden – und das direkt, ohne vorzubohren – auch in superharte Stähle.

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