Von wegen „April, April“! Existenzsorgen führen zu verschärftem Schutz für den EU-Stahlmarkt

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Wie ein Bereich der Europäischen Kommission mitteilt, gibt es keine umfassendere Ausweitung für zollfreie Stahlimporte, hat die dpa erfahren.

In der EU wird es in Sachen Schutz der heimischen Stahlindustrie nun konkret. Lesen Sie hier, was man bald vorhat, um gegen die Probleme der Zeit anzugehen ...(Bild:  Flaggranti)
In der EU wird es in Sachen Schutz der heimischen Stahlindustrie nun konkret. Lesen Sie hier, was man bald vorhat, um gegen die Probleme der Zeit anzugehen ...
(Bild: Flaggranti)

Die EU verschärft die Schutzmaßnahmen für die heimische Stahlindustrie, wie jetzt bekannt wurde. Wie die zuständige Kommission sagt, wurde nun beschlossen, eine vorgesehene Wiederausweitung von zollfreien Stahlimporten drastisch zu begrenzen. Auch sollen bestehende Regeln zum Umgang mit ungenutzten Importquoten geändert werden. Die Verschärfung mit Blick auf den EU-Stahlmarkt sollen den Unternehmen in Europa die nötige Luft verschaffen, damit sie ihre Produktion steigern und dadurch verlorene Marktanteile zurückzugewinnen könnten. Der Grund der Entscheidung sei der hohe Druck durch globale Überkapazitäten, steigende Exporte aus China sowie die neuen Sonderzölle für Stahleinfuhren in die USA. Konkret gab es eine Überprüfungsuntersuchung, die von 13 EU-Mitgliedstaaten beantragt wurde und zu dem Ergebnis kam, dass sich die Lage der Stahlbranche aufgrund des steigenden Importdrucks und der sinkenden Nachfrage weiter verschlechtert.

Die ersten Änderungen treten Anfang April in Kraft

Die meisten Änderungen treten nach Kommissionsangaben am 1. April in Kraft, heißt es weiter. Die Änderungen an der sogenannten Liberalisierungsrate sowie die Abschaffung der Übertragung bestimmter ungenutzter Import-Volumina folgten dann am 1. Juli. Die von der Welthandelsorganisation (WTO) vorgeschriebene Liberalisierungsrate bezeichnet übrigens den jährlichen Prozentsatz, um den die im Rahmen von Schutzmaßnahmen eingeschränkte zollfreie Importmenge wieder erhöht wird. Sie lag bei den EU-Schutzmaßnahmen für Stahl bislang bei einem Prozent und wird ab Juli nun nur noch 0,1 Prozent betragen. Der Verband der europäischen Stahlindustrie (Eurofer) hatte zuletzt mitgeteilt, dass man die neuen US-Zölle als erhebliche Bedrohung für die Produktion in der EU sieht. Das liege unter anderem daran, weil dadurch US-Exportgeschäfte im Umfang von bis zu 3,7 Millionen Tonnen verloren gehen könnten. Darüber hinaus weist der Verband darauf hin, dass die USA 2024 etwa 23 Millionen Tonnen Stahlprodukte aus Drittländern außerhalb der EU importiert haben. Diese Volumina könnten nun massiv auf den europäischen Markt umgelenkt werden.

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