Harald A. Summa von der Initiative Quantum Leap gibt zu bedenken, dass Quantencomputer in wenigen Jahren alle heutigen Möglichkeiten zur Datenverschlüsselung knacken können.
Quanten-Gauner! Das ist ein Quantencomputer. Dessen Leistung hilft etwa beim Kampf gegen den Klimawandel oder bei der Entwicklung neuer Medikamente. Doch Experten warnen dringen davor, dass damit auch alle heutigen Verschlüsselungsmethoden sinnlos werden können.
(Bild: Rockosolltech)
Harald A. Summa, Chairman der Initiative Quantum Leap beim Think Tank Diplomatic Council, der zum engsten Beraterkreis der Vereinten Nationen gehört (UN Consultative Status), warnt vor einer globalen Quanten-Krise („Quantum Crisis“). Der Experte macht darauf aufmerksam, dass Quantencomputer schon in wenigen Jahren in der Lage sein werden, alle heute geläufigen Verfahren zur Datenverschlüsselung zu Papiertigern machen. Summa befürchtet: „Es besteht die große Gefahr, dass Cyberkriminelle und Schurkenstaaten an zuvor verschlüsselte Informationen von Regierungsbehörden, Finanzinstitutionen und kritischen Infrastruktureinrichtungen gelangen.“ Die United Nations haben 2025 zum „International Year of Quantum Science and Technology“ proklamiert. Für dasselbe Jahr wird prognostiziert, dass die durch Cyberkriminalität verursachten Kosten für die Weltwirtschaft erstmals die Marke von 10 Milliarden Dollar überschreiten.
Regierungen und Finanzsektor sind die Hauptopfer
Das größte Gefahrenpotenzial verortet der Experte mit Blick auf Regierungsstellen und Finanzsektor. Die heute am weitesten verbreiteten kryptografischen Standards wie RSA oder Diffie-Hellman würden demnach systematischen Angriffen mit Quantencomputern nicht standhalten. Diese Verfahren seien jedoch die Grundlage für Authentizität, Vertraulichkeit und Integrität – und damit für die Sicherung digitaler Produkte und Dienste. „Es käme zu einem globalen Digital-GAU, würde die Basis der sicheren Datenspeicherung verlorengehen“, so Summa. Seine Prognosen sind keine Spinnerei, denn der Digitalexperte hatte schon einmal weit nach vorne geschaut, als er 1995 den Verband der Internetwirtschaft (eco) gründete – als nur wenige die heute selbstverständliche Allgegenwart des Internet voraussahen. Summa führte ihn zu seiner heutigen Position als weltweit größtem Internetverband, der den stärksten Internet-Austauschknoten in Europa betreibt (DE-CIX). „Die Quantentechnologie wird sich ebenso wie das Internet ausbreiten und vergleichbar gravierende Veränderungen mit sich bringen“, sagt Summa deshalb voraus. Das Gros der Auswirkungen sei zwar positiv, weil Quantencomputer Klimamodelle viel besser berechneten oder Quantensensorik die Medizintechnik revolutionieren könnten, aber in den Händen von Kriminellen sei das Gefahrenpotenzial hoch. Der Visionär mahnt deshalb: „Es wird höchste Zeit für eine Post-Quantum-Verschlüsselung, die gegen Quantenangriffe gewappnet ist.“ Er verweist darauf, dass Apple seinen Kommunikationsdienst i-Message bereits entsprechend umgestellt hat. Doch die meisten Finanzinstitute – und wohl auch Zentralbanken – hätten Nachholbedarf.
Erste gute Gegenmaßnahmen heißen NIST und ETSI
Der Chef der Initiative Quantum Leap begrüßt den vom US-amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST) forcierten schnellen Übergang zur Post-Quantum Cryptography (PQC), um kritische Infrastrukturen vor Quantencomputern zu schützen: „Regierungsstellen, Organisationen, Finanzinstitute und Rechenzentren müssen den langwierigen Übergang zu PQC zügig einleiten, um einen Digital-GAU zu verhindern.“ Als eine vielversprechende Chance für eine quantensichere Infrastruktur bezeichnet er die Quantum Key Distribution (QKD = Quantenschlüsselverteilung), die sich die Gesetze der Quantenmechanik zunutze macht, um geheime symmetrische Schlüssel zwischen authentifizierten Benutzern in einem nicht vertrauenswürdigen optischen Netzwerk zu verteilen. Summa verweist auf Fortschritte bei der Realisierung von QKD-Netzwerken in den letzten 20 Jahren: „2004 gab es die ersten Experimente im Labor, heute finden Feldversuche über Glasfaser an vielen Stellen auf der Welt statt.“ Die Fortschritte führe er auch auf die Kompatibilität mit dem sogenannten OSI-Modell (Open Systems Interconnection) zurück – insbesondere auf die Kommunikationsschichten zur optischen Verschlüsselung (OTNsec) und die Internet Protocol Security (IPsec). Letztere spiele eine Schlüsselrolle bei der Bereitstellung robuster Sicherheitsmerkmale für das Internet Protocol (IP).
Und mit der Integration von QKD in IPsec werde die Netzsicherheit durch die Kombination von robuster Verschlüsselung mit quantenresistentem Schlüsselaustausch erheblich verbessert. Dadurch entsteht quasi ein Schutzschild, der nach heutigem Ermessen Quantenangriffen standhalten dürfte, glaubt Summa. Der Experte hebt auch den Standard ET-SI-QKD-014 hervor, den das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) veröffentlicht hat. Dieser erlaubt die Integration von QKD-Systemen mit herkömmlichen Technologien auf mehreren Ebenen, um Standards zu schaffen. Summa: „Dieser Ansatz wurde bereits von QKD-Anbietern wie Toshiba und ID Quantique sowie von klassischen Verschlüsselungsanbietern wie Ciena, Juniper, Fortinet und Thales übernommen.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.