Verpackung Externe Dienstleister für Behältermanagement bringen Vorteile

Autor / Redakteur: Thomas Machwitz / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Der Schweinfurter Logistikdienstleister Schäflein Logistics zielt mit der Gründung der Sprintbox Behältermanagement GmbH darauf ab, mit seinem Dienstleistungspaket Sprintbox für Mehrwegbehälter im Automotive-Bereich deutschlandweit präsent zu sein.

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Beim Leergutmanagement greifen produzierende Unternehmen zunehmend auf Dienstleister zurück, die Lösungen für die Behälterlogistik anbieten. Zu den Leistungen dieser Dienstleister gehören zum Beispiel die Bereitstellung von sauberen Behältern, die Konfektionierung von Packstoffsätzen oder auch eine transparente Bestandsverwaltung der im Umlauf befindlichen Behälter. Der Schweinfurter Logistiker Schäflein hat ein Dienstleistungspaket entwickelt, das sich vor allem auf die Mehrwegbehälter im Kreislauf der Automobil- und Zulieferindustrie konzentriert. Jüngst wurde für diesen Bereich im Hause Schäflein die Sprintbox Behältermanagement GmbH mit dem Ziel gegründet, auch an weiteren Standorten in Deutschland präsent zu sein.

Externes Behältermanagement – eine saubere Sache

Zahlreiche Automobilzulieferer wie Bosch Rexroth, ZF Sachs und Hoerbiger Automotive nutzen bereits die Leistungen von Schäflein – oder nunmehr von Sprintbox. „Wir bieten einzelne Leistungsbausteine oder auch Komplettpakete – quasi ein Baukastensystem“, so der Geschäftsführer Achim Schäflein. Nahezu ausnahmslos greifen alle Unternehmen allerdings auf die Behälterreinigung zurück.

Mit derzeit sieben Waschanlagen werden allein am Standort Schweinfurt jährlich über 5 Mio. Behälter, Deckel, Trays und Blister gewaschen. „Es klingt unglaublich, aber wir bekommen auch Waschgut aus Japan“, so Schäflein weiter. Dieses Leergut wird nach der Reinigung wieder einem Zulieferer in Deutschland – in diesem Fall Bosch – zur Verfügung gestellt, der darin seine Teile versandfertig verpackt und Richtung Fernost versendet. Somit schließt sich der Behälterkreislauf und klärt den Japan-Kontakt logisch.

Für die von Sprintbox betreuten Unternehmen ist dieses Behältermanagement aus mehreren Gründen interessant. „Ein wesentliches Motiv für den Einsatz eines Leergut-Dienstleisters ist die verbesserte Qualität, die ganz simpel und einfach dadurch entsteht, weil wir uns tagtäglich mit Behältern beschäftigen.

Sprintbox-Online-Portal senkt den Verwaltungsaufwand

„Mehrwegbehälter sind unser Kerngeschäft“, resümiert Heiko Amtmann, Leiter Behälterlogistik bei Schäflein. „Absolute Sauberkeit ist eine Grundvoraussetzung in der Autoindustrie, ein Novum, und die beginnt schon bei der Verpackung der Einzelteile beim Zulieferer“, erklärt Amtmann die Philosophie seiner Kunden weiter.

Vor fünf Jahren hat sich Hoerbiger Automotive für Sprintbox entschieden und die Behälterreinigung, die europaweite Lieferantenbelieferung und auch die gesamte Abwicklung einschließlich Bestandsverwaltung ausgegliedert. Ausschlaggebend für diese Outsourcing-Entscheidung war das Gesamtpaket, insbesondere aber auch die EDV-Lösung.

Verwaltungsaufwand für Behältermanagement deutlich reduziert

Sämtliche Lieferanten bestellen und buchen das Leergut nun über das Sprintbox-Online-Portal, wodurch der „Papierkrieg“ und der Verwaltungsaufwand nahezu vollständig zurückgefahren wurden. Das Nirwana, in dem viele Behälter auf dem Informationsweg von A nach B verloren gehen, wird aufgebrochen und alle Behälterbestände im Umlauf sowie alle Behälterbewegungen werden transparent.

„Schwarze Löcher bleiben nicht länger verborgen. Unsere EDV zeigt quasi in Echtzeit, wo Behälter benötigt werden, wo Behälter frei verfügbar sind, aber auch – und das ist ganz wichtig – wo Behälter unnötig gebunden sind. Das spart letztlich Zeit und Kosten“, so Heiko Amtmann.

Kauf oder Miete – Eigentum wird sukzessive abgelöst

Obwohl derzeit die meisten Kunden noch eigene Mehrwegbehälter kaufen, lässt sich ganz deutlich auch ein Trend in Richtung „Behältermiete“ erkennen. Entsprechend bietet Sprintbox sowohl Standardbehälter wie auch kundenindividuelle Behälter auf Miet- und Leasingbasis an. Während im Automobilsektor der genormte VDA-Kleinladungsträger (KLT) zumindest mengenmäßig klar überwiegt, stehen aus Investitionsgesichtspunkten die Großladungsträger (GLT) oder Sonderbehälter im Mittelpunkt.

„Viele Unternehmen scheuen die Kapitalbindung in ‚Nicht-Produktions-Investitionen’ – und damit in Leergut. Wir hingegen sehen sowohl in der Langzeitmiete als auch in der Abdeckung von Bedarfsspitzen unser Kerngeschäft“, verdeutlicht Amtmann den Trend zur Miete.

Sprintbox auf dem Weg zum Netzwerk

Aufgrund des steigenden Bedarfs nach kompletten Pool-Lösungen für Leergut arbeitet Achim Schäflein derzeit mit Hochdruck an einer deutschlandweiten Depotstruktur für das Sprintbox-Behältermanagement. „Wir wollen uns vom regionalen Dienstleister zum nationalen Systemanbieter entwickeln“, betont der Geschäftsführer der Schäflein Logistics. Den Weg dahin will Schäflein sowohl mit eigenen Standorten als auch mit bereits erfolgreichen Reinigungsunternehmen als Partner gehen. „Unser Vorbild sind die Speditionskooperationen, die schon seit Jahren erfolgreich im Markt sind. In anderen Logistikbereichen gibt es so etwas noch nicht. Hier sehen wir uns als Pioniere und suchen nach Mitstreitern“, so Achim Schäflein.

Auch die Industrie und ihre Verbände sehen einem solchen Netzwerk sehr wohlwollend entgegen. Denn nicht zuletzt erhofft man sich dadurch echte Rationalisierungspotenziale in punkto Leerguttransport, Auslastung von Waschkapazität und Umschlag des Behälterpools. Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund, mit dem Schäflein und Sprintbox in Kontakt steht, sieht ebenfalls ein Logistiknetzwerk als sehr erfolgversprechend und als klassische Win-Win-Situation für Dienstleister und Industrie.MM

Dipl.-Betriebswirt (FH) Thomas Machwitz ist Assistent des Bereichsleiters Sprintbox bei der Schäflein Logistics GmbH in 97520 Röthlein

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