Portalbearbeitungszentrum Extrem große Bauteile in einer Aufspannung bearbeiten

Von Mag. Victoria Sonnenberg 3 min Lesedauer

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Der US-Hersteller Metalex Manufacturing Inc. hat bei der Starrag Group eines der größten bisher gebauten Portalbearbeitungszentren der Droop+Rein-T-Baureihe geordert.

Schneller Werkzeugwechsel: Auf hohes Tempo und die Möglichkeit zum Einsatz unterschiedlichster Werkzeugsysteme ist das Roboter-Werkzeugwechselsystem ausgelegt. Aktuell erlaubt das System den Einsatz von Werkzeugen mit CAT-60-, CAT-50-, Capto-C8-, HSK-100- oder HSK-63-Aufnahme.(Bild:  Amber Bridges Photography)
Schneller Werkzeugwechsel: Auf hohes Tempo und die Möglichkeit zum Einsatz unterschiedlichster Werkzeugsysteme ist das Roboter-Werkzeugwechselsystem ausgelegt. Aktuell erlaubt das System den Einsatz von Werkzeugen mit CAT-60-, CAT-50-, Capto-C8-, HSK-100- oder HSK-63-Aufnahme.
(Bild: Amber Bridges Photography)

„Eine 6-Achs-Maschine in diesen Abmaßen, in dieser Fräs- und Drehleistungsklasse, mit elf Bearbeitungsköpfen, fünf Werkzeugsystemen und über 400 Werkzeugen, baut man nicht alle Tage“, blickt Heiko Quack, Director Sales Large Projects vom Starrag-Werk in Bielefeld, zurück. „Als besonders sehe ich außerdem an, dass Metalex einen Partner gesucht hat, der dieses Projekt mit ihm gemeinsam ent- und abwickelt. Er legte Wert darauf, dass dies auch im Vertrag steht. Metalex erwartete, dass wir gemeinsam an diesem Projekt arbeiten, dass wir uns austauschen, dass wir beide das gleiche Ziel definieren und es partnerschaftlich erreichen. Nur so lässt sich ein derartiges XXL-Projekt realisieren.“

Es entstand ein Portalbearbeitungszentrum Droop+Rein T 60 80 DT TT60 HR100 C für das neue riesige Center for Advanced Large Manufacturing, einer extra dafür gebauten Erweiterung des Hauptwerks. Es ist eines der bisher größten Portalbearbeitungszentren der Droop+Rein-T-Baureihe, die sich dank optimaler steifer Bauweise und dank des hydrostatischen Führungskonzepts besonders zur Hochpräzisionsbearbeitung von extrem großen Werkstücken mit komplexer Geometrie in einer Aufspannung eignet, bei denen es auf das Einhalten von sehr engen Toleranzen ankommt.

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Im außergewöhnlich großen Arbeitsraum (X: 19.000 Millimeter; Y: 9.000 Millimeter; Z: 3.000 Millimeter) bearbeitet Metalex sehr große Werkstücke problemlos in einer Aufspannung. Hochflexible, fünfachsige Bearbeitung ermöglichen die beiden kontinuierlichen Universal-Gabelfräsköpfe. Sie eignen sich für die schwere Zerspanung mit bis zu 2.400 Newtonmeter Fräsmoment. Möglich ist auch der Einsatz von Motorfrässpindeln mit hoher Drehzahl, die sich in der Ausführung mit Frässpindelwechsel automatisch einwechseln lassen. Um noch flexibler und universeller arbeiten zu können, orderte Metalex als sechste Achse (W) einen über 5.500 Millimeter kontinuierlich verfahrbaren Querträger.

Zwei Tische und Dreh-Fräsen senken die Nebenzeiten

Das Bearbeitungszentrum besitzt eine Z-Schieberfräseinheit mit integrierter C-Achse und einer großen Auswahl von Fräsköpfen. Außerdem erhielt es zwei Drehtische und Drehwerkzeughalter aus dem Produktbereich Dörries, die sich bereits seit Jahren in einer Starrag-Maschine als zuverlässige und produktive Komponenten bei Metalex bewährt haben. Ein Highlight ist laut Verkaufsleiter Quack die spezielle Tischkonstruktion mit zwei großen Tischen (6.000 Millimeter × 8.000 Millimeter): „Auf ihnen kann das Bedienpersonal getrennt voneinander arbeiten – auf einem Tisch wird außerhalb des Arbeitsbereichs vorgerüstet oder gemessen und auf dem anderen zerspant.“

Das Bearbeiten von überlangen Werkstücken geschieht im gekoppelten Tandembetrieb, der die Tische auf 18.000 Millimeter verlängert. In jeden integrierte Starrag einen Drehtisch (Durchmesser: 6.000 Millimeter), der dank der beiden 111-Kilowatt-Hauptantriebe auch die Drehbearbeitung von Bauteilen bis zu einem Gewicht von 200 Tonnen ermöglicht. Der Drehtisch lässt sich aber auch als C-Achse zum präzisen Positionieren beim Fräsen und Bohren nutzen.

Schnelles Aluminium-Fräsen mit Drehzahl 18.000

Für universelle Einsatzmöglichkeiten sorgen auch die insgesamt elf Bearbeitungsköpfe, die Metalex mit der Maschine orderte. Auf Kundenwunsch integrierte Starrag pünktlich zum Produktionsstart zusätzlich einen Gabelfräskopf mit integrierter Motorspindel (18.000 Umdrehungen pro Minute) zum Highspeed-Fräsen von großen Aluminiumringen für einen Aerospace-Kunden. Doch auch den Einsatz weiterer Bearbeitungsköpfe hat Starrag bei der Entwicklung vorhergesehen. Quack: „Das Bearbeitungszentrum besitzt ein elektronisches Verwaltungssystem für Köpfe. Ich schleuse also z. B. einen Winkelfräskopf XY aus, um ihn gegen einen Gabelfräskopf auszuwechseln. Metalex kann somit 30 Bearbeitungsköpfe vorhalten und immer die eben benötigten für einen Job reinnehmen.“ Die Botschaft kam an, im US-Bundesstaat Ohio sind bereits Kopf 13 und 14 in der Diskussion.

Auch die Investition in die vierte Starrag-Werkzeugmaschine hat sich gelohnt. So hörte Heiko Quack noch während der Inbetriebnahme aus den USA: „Wir haben bereits eine sehr gute Auslastung auf der neuen Maschine!“ So sieht es auch Metalex-CEO Kevin Kummerle, der schon über weitere Investitionen nachdenkt.

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