Robotik Fanuc-Robotics-Chef rechnet mit Ausweitung der Traglasten nach oben und unten
Mit 2200 verkauften Robotern ist Fanuc im vergangenen Jahr zur Nummer 2 am deutschen Markt aufgestiegen. Wir befragten Gerald Mies, Geschäftsführer der Fanuc Robotics Deutschland GmbH in Neuhausen, zu den Perspektiven der Robotik. Außerdem verriet er erste Details über den brandneuen Mini-Delta-Roboter.
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Herr Mies, im vergangenen Jahr hat Fanuc Robotics Deutschland erstmals die Marke von 2000 verkauften Robotern überschritten. Wie sehen die Aussichten für 2009 aus?
Mies: Wir rechnen mit einem Rückgang um etwa 10%, wollen aber auch in diesem Jahr wieder 2000 Roboter verkaufen. Der Umsatz wird unter die erreichten 80 Mio. Euro zurückgehen, denn es ist absehbar, dass wir mehr Projekte mit kleinen und preiswerteren Robotern haben werden.
Was sind aus Ihrer Sicht die Zukunftsbranchen für die Roboterhersteller?
Mies: Als Wachstumsbranchen sehen wir in diesem Jahr den Energiesektor und die Lebensmittelindustrie. Außer Windkraft und Solar wird zukünftig beispielsweise ein großer Bedarf an Batterien für Elektroautos entstehen. Dort wird Handling eine wichtige Rolle spielen. Aber auch in der Automobilindustrie gibt es Projekte. So rüsten wir den A-1-Rohbau des Audi-Werkes in Brüssel mit einigen hundert Robotern aus.
Leidet die Automatisierungsbranche insgesamt nicht so stark unter der Wirtschaftskrise?
Mies: Für den Sektor Automation ergeben sich riesige Chancen, weil die Unternehmen unter dem Zwang stehen, jedes Einsparungspotenzial zu nutzen. Der Bedarf zu automatisieren ist vorhanden. Wenn sich der Finanzmarkt stabilisiert, rechne ich im zweiten Halbjahr mit einer Besserung, denn derzeit werden viele Investitionen zurückgehalten.
Laut IFR-Statistik sind die größten Wachstumsraten in den nächsten Jahren bei Servicerobotern zu erwarten. Wie beurteilen Sie diese Prognose?
Mies: So schnell werden Serviceroboter nicht auf breiter Front kommen. Technisch machbar ist sicher schon vieles, aber ich sehe noch keine Umsetzung in verkaufbare Produkte. Die Rahmenbedingungen vor allem in Richtung Sicherheit sind noch nicht durchgängig gegeben. Außerdem gibt es noch genügend Potenzial in der Industrie. So sind beispielsweise bei der Automatisierung von Werkzeugmaschinen erst etwa 10% der potenziellen Anwendungen ausgeschöpft.
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