Werkzeugmaschinen

Fertigungstechniken bestimmen CAD/CAM-Programmierung

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Speziell im Werkzeugmaschinenbau haben laut Rommelfanger die Anwender Anforderungen wie die hohe Automatisierung und Standardisierung der NC-Programmierung, eine Reduzierung der Bearbeitungszeit durch optimierte NC-Wege und die durchgängige Prozesskette zwischen Konstruktion und NC-Programmierung. „Für diese Anforderungen setzen wir mit unseren Lösungen speziell für den Werkzeugmaschinenbau an mit Funktionen für die interaktive Erstellung von Bearbeitungsprozessen.“

Trend der CAD/CAM-Programmierung von Werkzeugmaschinen geht in Richtung 3D

Dassault sieht den Trend ganz klar in Richtung einer 3D-Programmierung in einer Umgebung der durchgängigen Prozesskette gehen. Alle Funktionen sind dabei in einem Programm integriert. Nur so lasse sich die Simulation und gleichzeitige Kontrolle innerhalb einer Umgebung realisieren. Ein weiterer elementarer Punkt ist es, dass alle Daten in einer Datenbank gespeichert werden und alle Beteiligten mit exakt denselben Daten arbeiten können.

Intercam sieht den hohen Fertigungsdruck in Deutschland als „Motor“, um die Programmierung der Bearbeitungsmaschinen noch effektiver zu machen. „Unser Ziel ist es, noch effektivere Werkzeugwege zu erarbeiten und für das Bearbeiten neuer Materialien mit neuen Werkzeugen die bestmöglichen Strategien für eine effiziente Produktion an die Hand zu geben“, meint Stute, „so gibt es beispielsweise Power-User, die von uns ein umfangreiches Sortiment an Werkzeugen im Bereich der CAM-Programmierung fordern, um bestimmte Spezialanwendungen realisieren zu können.“ In den Fokus rücken aber auch zunehmend automatisierte Bearbeitungsprozesse und die Virtualisierung.

Generative Fertigunsgverfahren bedrohen CAM

„Als Anbieter von CAD/CAM Lösungen sage ich es nicht gerne“, so Dombert, „aber die generativen Technologien können substituierend auf den CAM Bereich wirken.“ Im Bereich Prototypenbau werden zunehmend generative Fertigungsverfahren eingesetzt, auch bei unseren Kunden. Ausgehend von 3D-CAD-Daten werden mit Technologien wie Lasersintern, 3D-Printing sowie Stereolithografieverfahren Prototypen und sogar Funktionsmodelle hergestellt.

„Es ist durchaus vorstellbar, dass diese Technologien zukünftig WZM- und CAM-Programmierung für bestimmte Anwendungen ersetzen können“, so Dombert. „Denken Sie nur an die Laser-Cusing-Technologie. Hier kommen Sie vom 3D-CAD Modell zum metallischen Funktionsteil ohne Einsatz von CAM-Technologie oder WZM.“

Dassault Systèmes steht Rapid Prototyping absolut positiv gegenüber. „Ich möchte sogar behaupten, dass wir mit dieser 3D-Technologie der Zeit in vielerlei Hinsicht voraus sind“, so Rommelfanger. Mit den assoziativen Lösungen sei eine vielfältige Art der Modellierung möglich, das CAM-System sei in die Simulation integriert und bei Wunsch könne das Modell in vielen Datenformaten gespeichert werden. Auch das Einlesen der Daten als Modelldaten oder Datenwolke sei in verschiedenen Formaten möglich.

Auch generative Fertigung braucht einheitliches Datenmodell

Der Einzug der generativen Fertigung stellt zunächst mehrere Anforderungen an die CAD/CAM-Programmierung: Rommelfanger sieht das einheitliche Datenmodell und eine Durchgängigkeit der Daten als Voraussetzung hierfür an. Gleichzeitig müsse aber die Modellierung flexibel gehandhabt werden können und eine zeitgleiche Programmierung möglich sein.

Ein weiterer Aspekt sei es, dass durch Rapid Prototyping ein Requirement-Management von der Produktentstehung bis zur Endphase möglich ist. „Neue Werkstoffe erfordern neue Arbeitsweisen und auch neue CAM-Strategien“, sagt Stute. Rapid Prototyping sei ein wichtiger Teilbereich in diesem Prozess, dem auch Mastercam Rechnung trage. Diese Entwicklung werde sich auf alle erdenklichen Anwendungsgebiete gleichermaßen auswirken.

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