Flexibles Fertigungssystem

FFS bringt Sondermaschinenbau und Lohnfertigung unter einen Hut

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Bearbeitung für Sondermaschinen und Lohnfertigung über das Flexible Fertigungssystem

Mit einer Länge von 32 m bietet das Flexible Fertigungssystem Platz für 100 Materialpaletten und 34 Maschinenpaletten. Darüber hinaus nutzt Böhmer das System als Lager für die Komponenten aus dem Bereich Sondermaschinenbau. Dazu wurde eigens eine dritte Ausschleusung vom System zur Montage eingerichtet, die den Materialfluss im Bereich der BAZ nicht beeinflusst.

Weil sowohl die Bearbeitung der Teile für die Sondermaschinen als auch die gesamte Lohnfertigung über das System läuft, erhält man eine hohe Auslastung der Gesamtanlage. Die Prozesse für die Einzelfertigung wurden eigens dafür effizienter gestaltet. Unerwünschte Nebenzeiten können dadurch reduziert werden, dass man für die Einzelteile der Sondermaschinen entsprechende Programme schreibt, während parallel eine Serie über die BAZ abgearbeitet wird. Denn letztendlich rentabel sind nur die produktiven Spindelzeiten.

Jährlich werden über die Gesamtanlage rund 2000 verschiedene Artikel bearbeitet, bedingt durch die Fertigung vieler Einzelteile. Die Losgrößen bei der Serienfertigung bewegen sich bis zu 5000 Stück. Das System läuft permanent in drei Schichten, in der dritten Schicht mannlos. Die Vorbereitungen für das Aufspannen der Werkstücke erfolgen in den Tagesschichten.

Prozesse nicht nur verstehen, sondern auch beherrschen

Voraussetzung für eine mannlose Schicht sei, dass man nicht nur den Prozess im Sinne von „der Prozess läuft sicher ab“ versteht, sondern diesen auch beherrscht. Daher werden bei Serienartikeln regelmäßige Auswertungen über eine Hundertprozentkontrolle vorgenommen (Bild 1 – siehe Bildergalerie). Über das für die Automobilindustrie zertifizierte Qualitätssicherungs-(QS-)System merkt man dann beispielsweise sehr schnell, ob man einen Fertigungsprozess wirklich beherrscht oder nicht.

Im Sinne eines beherrschbaren Prozesses müssen darüber hinaus sämtliche Maschinen über alle erdenklichen Werkzeugprüfungen wie Werkzeugbruch, Werkzeugstandzeit, Schnittkraftüberwachung und Spindellastüberwachung verfügen. In diesem Zusammenhang sollten natürlich auch die Parameter zu den Werkzeugen passen, was wiederum eine konsequente Datenpflege voraussetzt.

Die Maschinen sind deshalb für eine automatische Rückmeldung in das PPS-System an die MDE angebunden. Damit stellt man sicher, dass der Werker über die BDE den bestmöglichen Komfort an der Maschine hat.

Bandbreite an Materialien ist besonders groß

Die Fertigung muss auch die Bearbeitung einer großen Bandbreite an Materialien beherrschen. So laufen über das FFS mit den BAZ hochfestes Aluminium, drei verschiedene Sorten Kupfer, Messing, verschiedenste Stähle sowie Polyoxymethylen (POM), ein teilkristalliner, thermoplastischer Kunststoff.

Es wird versucht, die Maschinen pro Schicht möglichst mit der Bearbeitung eines Materials auszulasten, damit nicht umgerüstet und gereinigt werden muss. Bei Einzelteilen mit relativ kurzen Bearbeitungszeiten nutzt man unter anderem Turmvorrichtungen, die für die Aufnahme von bis zu 28 Teilen ausgelegt sind (Bild 2), und spannt dort pro Schraubstock Material ein, das groß genug ist, um daraus jeweils zwei Teile zu produzieren. So werden die Maschinenlaufzeiten selbst bei solchen Teilen auf vier bis sechs Stunden erhöht. Außerdem wird der Werkzeugwechsel eingespart.

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