Zulieferer Käufer für insolvente Frimo Group gefunden

Von Thomas Günnel 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Im Februar 2023 hatte die Frimo Group Insolvenz anmelden müssen. Jetzt wurde ein Investor für die Gruppe gefunden – der das Unternehmen sehr gut kennt.

Die insolvente Frimo Group hat einen Käufer gefunden. Im Bild Infrarotstrahler zum Fertigen von Kunststoffkomponenten.(Bild:  Frimo)
Die insolvente Frimo Group hat einen Käufer gefunden. Im Bild Infrarotstrahler zum Fertigen von Kunststoffkomponenten.
(Bild: Frimo)

Der insolvente Automobilzulieferer Frimo hat einen Käufer gefunden. Nach Angaben des Insolvenzverwalters Stefan Meyer wurde am 2. Juni mit der Frimo Innovative Technologies GmbH „ein umfassender Unternehmenskaufvertrag beurkundet“. Daran geknüpft seien Vollzugsbedingungen.

Die wichtigste ist, dass Kunden und Auftraggeber der Frimo Group zustimmen, ihre Aufträge an die Frimo Innovative Technologies zu übertragen. „Hierbei ist es zwingend erforderlich, mit den Kunden für die einzelnen zu übertragenden Aufträge neue Konditionen zu vereinbaren“, beschreibt Meyer.

Neue Lieferkonditionen Teil des wirtschaftlichen Konzepts

Hintergrund ist, dass das kaufende Unternehmen wirtschaftlich in der Lage sein muss, die Aufträge fertigzustellen. „Alleine auf diesem Weg wird es mit Unterstützung aller Beteiligten am Ende eine erfolgreiche übertragende Sanierung und einen Erhalt der dann restrukturierten Frimo Group geben können“, fasst Meyer zusammen.

Die beiden Gläubigerausschüsse der Frimo Group GmbH und der Frimo GmbH haben direkt nach der Beurkundung des Kaufvertrages den Vertrag mit der Frimo Innovative Technologies einstimmig genehmigt.

Gesellschafter des Käufers ist früherer Geschäftsführer von Frimo

Geschäftsführer und Gesellschafter der neuen Frimo-Gruppe wird Hans-Günter Bayer. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Automobilindustrie. Er war zuvor 33 Jahre für Frimo tätig, davon 25 Jahre bis zum Jahr 2018 als CEO und Vorsitzender der Geschäftsführung der Frimo-Unternehmensgruppe.

Wenn alle Bedingungen des Kaufvertrages umgesetzt sind, übernimmt Frimo Innovative Technologies:

  • die Holding-Gesellschaft Frimo Group GmbH
  • deren Tochtergesellschaften, die ausländischen Gesellschaften in Ungarn, Polen, USA, Kanada, Mexiko und China
  • die Frimo GmbH mit den inländischen Standorten in Lotte, Hamburg, Sontra und Freilassing
  • die B+R Elektrosteuerungstechnik GmbH

Frimo Innovative Technologies will zudem gruppeneigene Immobilien in Sontra und Freilassing übernehmen. Sämtliche Standorte sollen fortgeführt werden.

Stellenabbau bei Frimo ist möglich

Die Frimo Group hat aktuell weltweit rund 1.200 Beschäftigte. Davon arbeiten circa 450 an den inländischen, von der Insolvenz betroffenen Standorten. Ein Stellenabbau ist offiziell nicht geplant, die Entscheidung darüber kann aber erst nach abschließenden Verhandlungen getroffen werden. „Je mehr Auftragsvolumen aus dem aktuellen Bestand mit Zustimmung der Kunden auf die Frimo Innovative Technologies übertragen werden kann, umso mehr Arbeitsplätze wird die Auffanggesellschaft in Deutschland in der Zukunft dauerhaft sichern können“, beschreibt Stefan Meyer.

Die Tochtergesellschaften im Ausland – Ungarn, Polen, USA, Mexiko und Schanghai – sind von möglichen Maßnahmen vorerst nicht betroffen. „Diese Gesellschaften konnten von den unmittelbaren Auswirkungen der Einleitung der Insolvenzverfahren in Deutschland unmittelbar verschont werden, wenngleich selbstverständlich die mittelbaren Auswirkungen nicht zu verkennen sind.“

Über die Frimo Group

Die Frimo-Gruppe gehört in ihrem Marktsegment zu den Markt- und Technologieführern. Der Zulieferer entwickelt und baut Anlagen und Werkzeuge – vor allem Ausrüstungen zum Fertigen von Kunststoff- und Verbundkomponenten für das Exterieur und Interieur von Automobilen.

Zur Insolvenz führten internen Gründe, Lieferschwierigkeiten in der Automobilindustrie, die weltweiten geopolitischen Krisen und die massiv gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Energie. Der Geschäftsbetrieb lief während des Insolvenzverfahrens an allen Standorten weiter.

Zu den wirtschaftlichen Rahmendaten der Transaktion gibt es keine offiziellen Informationen. Der wirtschaftliche Stichtag der Übernahme ist der 1. Juli 2023. Alle für die Transaktion erforderlichen Bedingungen sollen bis Ende August/Anfang September 2023 erfüllt sein; der endgültige Abschluss soll „bis spätestens Ende September 2023“ erfolgen.

„Wir beabsichtigen, die Gruppe wieder wettbewerbsfähig aufzustellen und auch in Zukunft innovative und verlässliche Lösungen für unsere Kunden anzubieten“, kommentierte Investor Hans-Günter Bayer. „Gleichzeitig werden wir darauf achten, das Unternehmen nachhaltig profitabel aufzustellen, um Frimo langfristig am Markt zu erhalten.“

(ID:49536728)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung