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Nur noch jedes dritte Planetenrad wird heute komplett auf der Multifunktionsmaschine bearbeitet. Zwei Drittel wandern nach dem Innenschleifen auf eine der freien Zahnradschleifmaschinen Höfler Rapid 1500, werden dort lediglich noch kurz kontrolliert und anschließend fertig bearbeitet. „Pro Woche können wir auf diese Weise fast 30 Räder zusätzlich produzieren“, taxiert Decker den Effekt. Bei einer Durchlaufzeit von acht Stunden lag früher allein der Rüstaufwand auf der stehenden Maschine bei 1,5 Stunden. „Seitdem wir hauptzeitparallel rüsten, wurden wir um ein Vielfaches schneller. Indem wir zusätzlich zwischen den Maschinen springen, lohnt sich die Lösung noch deutlich mehr“, so Decker.
Ausstoß von 100 auf 180 Planetenrädern pro Monat gesteigert
Aus Sicht von Fertigungsleiter Uwe Kühl hat sich die Investition in das Nullpunktspannsystem innerhalb kürzester Zeit amortisiert. „Mit der Schnellwechsellösung konnten wir ohne Investitionen in eine neue Multifunktionsmaschine die hohe Nachfrage nach den Präzisionsteilen abfangen und die vorhandenen Maschinen voll auslasten.“ Lag der Output früher bei rund 100 Planetenrädern in Qualität 3 pro Monat, sind heute bis zu 180 Räder realistisch, ein Plus von 80 %. Während ein Wechsel zwischen Maschinen bisher mit Qualitätseinbußen und erheblichem Mehraufwand verbunden war, bewege sich die Qualität heute auf Anhieb prozessstabil im vorgegebenen Toleranzfeld, betont Kühl.
Für rotative Bearbeitungen entwickelt
Insgesamt vier Vero-S-NSL-turn-570-Spannstationen hat Preinfalk mittlerweile in seinen Schleifmaschinen sowie an der Rüststation in Betrieb genommen. Mithilfe des Eil- und Spannhubs sowie einer integrierten Turbofunktion erreicht das Spannsystem in Summe Einzugskräfte bis 125 kN und Haltekräfte bis 375 kN. Damit gewährleistet die Spannstation eine sehr steife und zuverlässige Spannung von Vorrichtungen und Werkstücken. Ein Zentrierkegel sorgt bereits ab Werk für eine Rundlaufgenauigkeit < 0,01 mm. Indem die Spannstationen unmittelbar auf den jeweiligen Schleifmaschinen rotierend eingeschliffen und so modifiziert wurde, dass sämtliche Spannmodule beim Spannvorgang gleichmäßig auf Druck ziehen, war es möglich, einen prozessstabilen Planlauf < 0,002 mm zu erzielen.
Die Verriegelung der Spannmodule ist von Haus aus selbsthemmend und formschlüssig. Wenn die Station während der Bearbeitung drucklos geschaltet ist, gewährleisten in die Module integrierte Federn einen dauerhaft sicheren Halt. Um die Module zu öffnen, genügt ein Pneumatiksystemdruck von 6 bar. Wie bei allen Vero-S-Modulen sind auch bei Vero-S NSL turn sämtliche Funktionsteile, also Grundkörper, Spannbolzen und Spannschieber, in gehärtetem Edelstahl ausgeführt. Komplett abgedichtet halten die wartungsfreien Module selbst Schleiföl und feinstem Schleifstaub stand. Ein für die Dreh- und Schleifbearbeitung entscheidender Vorteil des Nullpunktspannsystems ist zudem der Flexkegel, der radial steif und axial ausgleichend ist. Beim Spannvorgang gewährleistet er eine genaue Zentrierung mit Plananlage ohne Überbestimmung. Das Team bei Preinfalk überlegt bereits, das Spannsystem auch auf den Bereich der Weichbearbeitung zu übertragen. MM
* Markus Michelberger ist Vertriebsleiter Spanntechnik bei der Heinz-Dieter Schunk GmbH & Co. Spanntechnik KG in 88512 Mengen
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