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Verbindungstechnik Clinchen

Fünf Kfz-Teile mit einem einzigen Hub fügen

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Clinchendes Kompaktsystem mit Kamera

Nach eingehender Beratung, im Rahmen derer etwa die Parameter und Anforderungen an die Prozessüberwachung abgestimmt wurden, orderte der Kunststoffspezialist eine TOX-Presse mit einem Werkzeug, das fünf TOX-Rundpunkte gleichzeitig setzen kann. Für den Antrieb sorgt das kompakte Kraftpaket vom Typ X-K, das bei 6 bar Druckluft eine maximale Presskraft von rund 320 kN aufbaut, wie es weiter heißt. Der Gesamthub erreicht laut Hersteller 200 mm – davon zählen 12 mm zum reinen Krafthub. Eine separate Werkzeugführung sei überflüssig, weil Knipping ein Pressengestell der CMB-Baureihe geordert habe. Dieses fertige TOX standardmäßig mit einem in Linearlagern geführten Werkzeugstößel. Die Ausladung liegt bei rund 150 mm.

„Die Qualitätsanforderungen sind im Automobilbau sehr hoch. Daher suchten wir ein System, das selbstständig den Prozess überwacht und dokumentiert“, erklärt Bauer. TOX Pressotechnik ergänzte die Presse deshalb um eine Kamera sowie die Prozessüberwachung CEP 400T, die speziell für das Clinch-Verfahren entwickelt wurde.

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Kamerakontrolle sichert zusätzlich die elektrische Leitfähigkeit

Die Kamera überprüft das X-Maß, also die Restbodendicke im Clinchpunkt, und dokumentiert die dazu erforderlichen Kraft-Prozess-Kennlinien. Durch die X-Kontrolle sowie mithilfe der Presskraft könnten auch Aussagen über die Werkstoffart und die richtige Werkzeugkombination, die Blechfestigkeit sowie -dicke und -anzahl getroffen werden. Es gibt auch eine Meldung, wenn ein Blech fehlt oder eine sonstige Störung vorliegt. „Damit ist auch die Leitfähigkeit jeder elektrischen Verbindung gesichert und dokumentiert – zerstörungsfrei, und während des Prozesses“, betont Zauner.

Die Kamera mit Farberkennung überwacht schon vor dem Clinchen die Lage, Farbe und Typen der verschiedenen Sicherungen. Erkenne sie ein fehlerhaftes Teil, bleibe die Presse geschlossen, bis sie der Bediener über einen Schlüsselschalter wieder freigebe. „So sind wir absolut sicher, nur einwandfreie Ergebnisse zu erhalten“, sagt der Leiter der Anwendungstechnik.

Dafür, dass der Prozess für Knipping sicher funktioniert, sorgt TOX auch durch die Vorarbeiten im hauseigenen Labor. „Hier ermitteln wir die effektivste Variante, führen Vorversuche mit den bereitgestellten Mustern durch und überprüfen die Probeteile“, erklärt Zauner. Parameter, wie die notwendige Presskraft oder die richtige Werkzeugkombination, werden ebenfalls bestimmt und dokumentiert.

Das neue Verbindungsverfahren arbeitet nun deutlich effektiver, und die kompakte Anlage überwacht schon während des Produktionsprozesses die Komponenten zu 100 % sowie störungsfrei, sagt Bauer.

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