Automatisierung

Für jede Anwendung die passende Automatisierungslösung finden

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Mobile Plattformen empfehlen sich nicht bei hochpräzisen Tätigkeiten

Wie man vielleicht schon vermuten könnte, gelten für die Serviceroboter dieselben Automatisierungsregeln wie für die fest installierten Roboter auch, es bestehen nur ein paar wenige Unterschiede:

Hochpräzise oder sich ständig wiederholende Tätigkeiten werden für den Einsatz mobiler Plattformen nicht empfohlen, solange der mobile Untergrund, der Roboter und die Werkzeuge akkurat arbeiten sollen. Anwendungen wie Entgraten oder Verarbeiten sollten nicht mobil automatisiert werden, da sie eine eigene Kraft auf die Plattform ausüben und man diesen Kräften wiederum mit einem eigenen Bremssystem entgegenwirken muss. Um dieses Problem zu lösen, sollte man mechanische Bremsen oder Positioniereinrichtungen verwenden, welche die Kräfte, die auf die mobilen Plattformen wirken, reduzieren.

Die Art der Teile ist bei Servicerobotern nicht wesentlich, da der Roboter und das Werkzeug limitierende Faktoren sind. Unternehmen wie Clearpath Robotics haben mobile Plattformen entwickelt, die bis zu 1,5 kg stemmen können. Darum kann man Roboter mit 5 kg Ladegewicht bedenkenlos installieren. Dennoch muss man das Gewicht, das von den einzelnen Teilen maximal getragen werden kann, in Betracht ziehen. Jeder Roboter hat, ebenso wie Greifer und Teile, eine bestimmte Gewichtsbeschränkung, die aber nicht erreicht werden sollte, um die Leistung der gesamten Anwendung nicht einzuschränken.Wie bereits beschrieben, sind regelmäßig angeordnete Teile am besten geeignet – das gilt auch hier. Anwendungen mobiler Serviceroboter benutzen häufig Bildverarbeitungssysteme, um Teile zu erkennen, die zufällig auftreten wie Hindernisse oder deren Richtungen nicht festgelegt sind. Ein Bildverarbeitungssystem zu einem mobilen Roboter hinzuzufügen, ist etwas leichter geworden, da Unternehmen wie Fetch Robotics Systeme entwickelt haben, welche Teile und ihre Ausrichtungen erkennen.

Einen kollaborierenden Roboter auf einer mobilen Plattform zu installieren, stellt einen hohen Arbeitsaufwand dar. Die Plattformen haben ihre eigenen Sensoren sowie Computer, die mit dem Roboter und dem Werkzeug am Roboter (Greifer et cetera) verbunden werden müssen. Das bedeutet zwar mehr Aufwand, aber erleichtert die Umsetzung im Anschluss. Strebt man die Verbindung mit weiteren Maschinen an, sollte die eigene Plattform natürlich mit dem Roboter kompatibel sein. Zusätzlich kann nach geeigneten Anwendungsberichten zur Integration gesucht werden – sie liefern eine wichtige Orientierung.

Wer daran interessiert ist, verschiedene Technologien zu verbinden, sollte dabei in Betracht ziehen, dass es eine Software zum Management von Robotern für Smartphones gibt, welche fähig ist, zu erkennen, wo sich der Roboter gerade befindet und was er macht. Mobile Manipulatoren benutzen Simulationen sowie ferngesteuerte Programme, um den Robotern Anweisungen zu geben. Insgesamt ist die Programmierung im laufenden Betrieb leichter, aber die Lernkurve ist sehr steil. Einige Prozesse müssen aus dem Prozess ausgeschlossen werden, da in menschlicher Umgebung viele Unsicherheiten bestehen, mit denen der Roboter nicht umgehen kann. Ein guter Weg, in diesem Prozess voranzukommen, ist es, klein anzufangen und mit komplexeren Programmen Erfahrungen zu sammeln.

Die Installation eines Roboters muss nicht gefürchtet werden

Auch wenn die zu automatisierende Anwendung identifiziert ist und man sich bereits überlegt hat, wie die Roboterzelle aussehen soll, empfiehlt es sich, klein anzufangen und von der ersten Erfahrung zu profitieren. Eine einfache Anwendung anzupassen erfordert eine geringere Anpassung und es kann zuverlässig vom Mitarbeiter nachjustiert werden. Da man in diesem Fall ausreichend Kontrolle über den Prozess hat, bekommt man weniger Probleme bei der Eliminierung von Fehlern. Es wird dann intuitiver, einen Roboter hinzuzufügen. Wichtig: Bei komplexeren Aufgaben reicht es nicht, einen Roboter anstelle eines Menschen zu beauftragen.

Abschließend ist zu sagen, dass man die unterschiedlichen Möglichkeiten der Installierung eines Roboters keinesfalls fürchten muss. Auch an einer sehr simplen Roboterzelle können Vorrichtungen zur Automatisierung angebracht werden, welche die Anwendung erheblich vereinfachen.

Robotiq stellt auf der Automatica 2016 in Halle B5, Stand 512 aus. MM

* Samuel Bouchard ist Geschäftsführer von Robotiq in G7A 2N1 Lévis (Quebec/ Kanada), Tel. (00 1-4 18) 3 80 27 88, samuel@robotiq.com

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