Lackieren

Für voluminöse, schwere Bauteile eignet sich die Pulverbeschichtung

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Schaut man in den Bereich der Werkzeugmaschinen, gibt es andere Herausforderungen, die dazu führen, dass nahezu alle Hersteller heute noch bei bestimmten Maschinenkomponenten die Nasslackierung der Pulverbeschichtung vorziehen. Zum einen gibt es im Bereich der Maschinenständer immer noch schwerste Gussteile – auch wenn weniger massive, aber ebenso höchstbelastbare Schweißkonstruktionen weiter auf dem Vormarsch sind. Ein häufiges Argument gegen die Pulverbeschichtung ist dabei der erhöhte Energiebedarf, der beim Einbrennen für die Aufheizung dieser schweren Baukörper benötigt wird. Allerdings lohnt sich die genaue Untersuchung der Gesamtkosten für die Pulverbeschichtung im Vergleich zur Nasslackierung (Bilder 4 und 5).

Pulverbeschichten erspart energieaufwendige Schritte des Nasslackierens

Zwar benötigt die Aushärtung im Einbrennofen viel Energie, doch findet auch in Nasslackierlinien – insbesondere bei forcierter Trocknung – ein erhöhter Austausch großer Luftmengen statt. Zudem muss bei Wasserlacken der Trocknungsluft energieaufwendig Feuchte entzogen werden, um das Wasser aus dem Lack aufnehmen zu können. Außerdem kommen bei der Nasslackapplikation Druckluftkosten hinzu, die ebenso in die Gesamtbilanz einzurechnen sind wie die sehr hohen Applikationsverluste und die teure Lackschlammentsorgung.

Schließt man die Teilereinigung und die Vorbehandlung in die Bilanzierung ein, lässt sich dagegen bei der Pulverbeschichtung zum Beispiel die Energie aus der Abluft des Einbrennofens über einen Wärmeaustauscher für den Haftwassertrockner nutzen. Dadurch verbessert sich die Gesamtbilanz. Die Schritte Teilereinigung und Vorbehandlung sind bei beiden Verfahren gleich aufwendig.

Pulverlack- und Prozessentwicklungen erschließen weitere Vorteile

Darüber hinaus ermöglichen Niedertemperatur-Pulverlacke, die maximale Einbrenntemperatur zu reduzieren oder die Einbrenndauer entsprechend zu verkürzen. Modifizierte Pulverlackrezepturen erhöhen dagegen die Prozesssicherheit, indem sie die Überbrennstabilität der Pulverlacke verbessern, die beim Mischbau aus Dick- und Dünnblech wichtig ist. Dem Einbrennofen vorgeschaltete Infrarotzonen helfen, die Aufheizkurve schwerer metallischer Bauteile zu optimieren.

Betrachtet man die reinen Lackkosten pro Quadratmeter, so liegt der Vorteil ganz klar bei der Pulverbeschichtung. Die Einsparung bei den Lackkosten beträgt oft mehr als 50 %. Die mechanische und chemische Belastbarkeit von Pulverlackschichten besteht sofort nach der Bauteilabkühlung. Eine mechanische Weiterverarbeitung oder die Verpackung und der Versand sind dadurch sofort möglich. Somit können Durchlaufzeiten erheblich reduziert werden. Weil die Pulverbeschichtung keine organischen Lösemittel benötigt, sind Anwender unter VOC-Gesichtspunkten sehr gut für die Zukunft gerüstet.

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