Konstruktionselemente

Funktionsteile profitieren von Zink und Kunststoff

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Dagegen ist auf einer Spritzgießmaschine die Herstellung von Bauteilen aus zwei bis fünf verschiedenen Kunststoffen möglich: im Mehrkomponentenverfahren oder Montagespritzgießen, bei dem die einzelnen Kunststoffschmelzen nacheinander in die Form gespritzt werden, wodurch kein anschließendes Montieren mehr notwendig ist. Produktbeispiel dafür sind die bekannten Playmobilfiguren.

Zink: Komplexe, filigrane Teile aus einem Guss

Aus Zink werden im Druckgießverfahren in der Regel Teile hergestellt, die komplexe, filigrane Konturen haben, hohen Genauigkeitsforderungen unterliegen und bei Temperaturen unter 80 °C einer hohen mechanischen Belastung ausgesetzt werden. Auf kostengünstige Weise entsteht im wahrsten Sinn des Wortes „aus einem Guss“ das entsprechende Bauteil.

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Eine Oberflächenbeschichtung ermöglicht, zusätzlich funktionelle und optische Anforderungen zu erfüllen. Prinzipiell eignet sich Zink sehr gut für unterschiedliche Beschichtungsverfahren, sodass viele verschiedene Anforderungen erfüllt werden können.

Kunststoff-Spritzgießteile mechanisch weniger belastbar

Für Kunststoff-Spritzgießteile gilt im Prinzip ähnliches. Jedoch können sie aufgrund der deutlich niedrigeren Festigkeitswerte nicht dieselben mechanischen Anforderungen erfüllen wie Zinkteile. Auch sind die extrem dünnen Wanddicken wie beim Zinkdruckgießen nicht möglich.

Dennoch ist aufgrund der Werkstoff- und Verarbeitungsvorteile das Anwendungsspektrum der technischen Kunststoffe mindestens so breit gefächert wie das von Zinkdruckguss. So entfällt in der Regel die Beschichtung, weil Kunststoffteile nicht korrodieren und der jeweilige Werkstoff sehr unterschiedlich eingefärbt werden kann. Einen Überblick über die bei Föhl realisierten Anwendungen geben Bild 4 und 5 a bis d.

Verbund aus Zink und Kunststoff führt zu mehr Bauteilfunktionen

Aufgrund der Werkstoff- und Verarbeitungseigenschaften können Zink und Kunststoff unterschiedlicher kaum sein. Jedoch gibt es Möglichkeiten, die beiden Werkstoffe in einem Bauteil zu kombinieren, sofern die Herstellung von Hybridteilen sinnvoll ist. Für Hybridteile sprechen der vereinfachte Herstellprozess und die Integration zusätzlicher Bauteilfunktionen, die der ursprüngliche Werkstoff nicht erfüllen kann.

So kommt im Hybridteil der jeweilige Werkstoff dort zur Anwendung, wo dessen spezifische Eigenschaften gefordert sind. Dies wird entweder in einem Montagevorgang (Post Moulding Assembly) erreicht oder – auf elegantere Weise – in einem zusätzlichen Gieß- oder Spritzgießprozess (In Moulding Assembly), wobei zwischen Inserttechnik (eingelegtes Bauteil wird umgossen) und Outserttechnik (eingelegtes Bauteil wird hintergossen) unterschieden wird.

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