Yale

Gabelstaplermarkt Europa im Blick

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Nun sind ja die Yale-Stapler zwar hochwertige, aber auch hochpreisige Produkte. Achten die Leute im Zuge einer Konjunkturabschwächung eher auf Qualität und Nachhaltigkeit, oder geht der Trend hin zum Billig-Stapler?

Ulbricht: Der Trend geht klar in Richtung Nachhaltigkeit. Über den Preis können Sie vielleicht kurzfristige Effekte erzielen, aber das rächt sich. Der Kaufpreis eines Staplers ist eine Sache, aber sein Energieverbrauch und die Servicekosten haben einen wesentlich größeren Einfluss auf die Life-Cycle-Kosten, nach denen unsere Kunden ein Investitionsprodukt beurteilen.

Ein Unternehmen wie das unsere kann nur auf Werthaltigkeit bauen und darf sich keinesfalls irgendwelchen kurzfristigen Trends beugen. Das derzeitige Problem ist, dass unsere Kunden keine Investitionsfreigaben erhalten und ihren Stapler eben ein Jahr länger fahren als geplant.

Wie sehen Sie Ihr Unternehmen aufgestellt, wie weh tut Ihnen das Konjunkturtief?

Ulbricht: Am schönsten ist natürlich immer eine volle Fabrik – wobei auch so etwas Probleme bereiten kann. Ich glaube, das eigentliche Problem der Wirtschaftskrise ist, dass sie sich in den Köpfen abspielt und damit erwartungsgetrieben ist: Wenn wir daran glauben, dass die Krise in diesem Jahr vorüber geht, dann wird auch wieder investiert werden. Wenn wir die Erwartung haben, dass sie länger dauert, werden Investitionen auch weiterhin zurückgehalten.

Die Unsicherheit ist zur Zeit eben sehr hoch. Wir haben eine Hochkonjunktur von drei sehr guten Jahren hinter uns. Und selbst wenn wir am Jahresende auf dem Niveau von zum Beispiel 2005 oder 2006 landen, sollte man bedenken, dass dies auch keine schlechten Jahre waren. Die Kehrtwende ist eben sehr radikal und ungewöhnlich.

Etliche Unternehmen haben jetzt zwei oder drei Jahre am obersten Limit gearbeitet. Kommt es vielen nicht gerade recht, dass sie nun einmal durchatmen können?

Ulbricht: Dem Einen oder Anderen sicherlich. Sie müssen ja immer hinterfragen, wie Sie arbeiten und was Sie besser, effizienter oder effektiver machen können. Das ist in einer Hochphase kaum möglich. Das allgemeine Problem ist diese Plötzlichkeit der Krise, und die spannende Frage ist, wie tief der Abschwung noch geht und wie lange er anhält. Aber wir sind auch für den Wiederaufschwung gerüstet.

Bekommen Sie aus Amerika die nötige Unterstützung und wie weit mischt sich der amerikanische Mutterkonzern in die europäischen Belange ein?

Ulbricht: Es gibt natürlich Absprachen über die grundsätzlichen Planungen und Strategien, aber im Tagesgeschäft haben wir freie Hand. Und was die Produktstrategie betrifft: Angefangen mit unseren verbrennungsmotorischen Frontstaplern der Veracitor-Reihe und nun mit den Elektro-Drei- und Vierradstaplern der Serien VT und VF haben wir uns stark an den europäischen Märkten orientiert, da ist im Prinzip Amerika Europa gefolgt. Rein amerikanische Geräte würden noch etwas anders ausschauen.

Inwiefern das?

Ulbricht: Die Hauptunterschiede lagen bisher in der Bedeutung des Energieverbrauchs und der Energieeffizienz, wobei diese Themen in den letzten Jahren auch in den USA wesentlich mehr Brisanz bekommen haben, genau wie auch die Ergonomie. Dennoch sehe ich Europa in diesen Punkten weiter vorne, da sind die diesbezüglichen Ansprüche einfach noch höher. Und dass die VT- und VF-Baureihen vor allem für die europäischen Märkte entwickelt wurden, zeigt, wie sehr Europa für den Konzern an Bedeutung gewonnen hat.

Welche Hoffnung haben Sie, in den nächsten Jahren die 5%-Hürde auf dem deutschen Markt zu knacken?

Ulbricht: Ich glaube, da sind wir ganz gut unterwegs.

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