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Yale Gabelstaplermarkt Europa im Blick

| Redakteur: Volker Unruh

Seit gut einem halben Jahr verantwortet Frank Ulbricht als Managing Director der Staplermarke Yale die Geschäfte auf den europäischen, nahöstlichen und afrikanischen Märkten. MM Logistik sprach mit dem Manager über Chancen und Risiken in wirtschaftlich angespannter Zeit.

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Frank Ulbricht, Managing Director von Yale Europe Materials Handling: „Ein Unternehmen wie das unsere kann nur auf Werthaltigkeit bauen und darf sich auf keinen Fall irgendwelchen kurzfristigen Trends beugen.“Bild: Unruh
Frank Ulbricht, Managing Director von Yale Europe Materials Handling: „Ein Unternehmen wie das unsere kann nur auf Werthaltigkeit bauen und darf sich auf keinen Fall irgendwelchen kurzfristigen Trends beugen.“Bild: Unruh
( Archiv: Vogel Business Media )

Herr Ulbricht, welche Eindrücke haben Sie gewonnen, seitdem Sie Geschäftsführer von Yale in den EMEA-Ländern sind? Sie haben ja in einer nicht ganz einfachen Zeit angefangen.

Ulbricht: Die Zeit ist sicherlich nicht einfach. Der Markt ist wie die ganze Wirtschaft rückläufig. Allerdings haben wir einen positiven Sondereffekt dadurch, dass wir noch im Prozess sind, unsere Vertriebsstruktur aufzubauen. Allein 2008 haben wir zwölf neue Händler gewonnen und rechnen dieses Jahr mit noch zehn weiteren in ganz Europa. Dadurch füllen wir die bisher unbearbeiteten weißen Flecken.

Welche weißen Flecken sind das konkret?

Ulbricht: Wir haben einiges in Osteuropa zu tun, wobei wir gerade in Polen mit Emtor einen sehr guten neuen Händler gewonnen haben. Auch in Russland – obwohl der dortige Markt momentan überdurchschnittlich vom Einbruch betroffen ist – sind wir in guten Gesprächen.

Besonders der deutsche Markt ist von den drei großen heimischen Herstellern beherrscht. Mit größerem Abstand konkurriert danach eine Reihe von Herstellern um einen Marktanteil oberhalb der vielzitierten 5%-Hürde. Mit welchen Argumenten überzeugen Sie neue Händler für Yale?

Ulbricht: Das wichtigste Argument ist, dass wir ein Vollsortiment bieten können, also ein komplettes Lagertechnik- und ein vollständiges Gegengewicht-Sortiment mit Diesel-, Gas- und Elektrofahrzeugen – und zwar alles aus eigener Entwicklung und Herstellung. Ich glaube, dass das für einen Händler sehr wichtig ist.

Aber Nissan und Mitsubishi beispielsweise gehen ganz ähnliche Wege, die haben Atlet beziehungsweise Rocla gekauft.

Ulbricht: Na bitte, das zeigt doch, dass unser Weg nicht ganz verkehrt ist. Und vergessen Sie nicht, dass wir nach letzten Statistiken Teil des nach Umsätzen viertgrößten Herstellers der Welt sind, nach Stückzahlen sogar des drittgrößten. Da steckt schon Power dahinter.

Zudem sind wir ein auf Europa ausgerichtetes Unternehmen. In unseren vier europäischen Fabriken bauen wir zum Beispiel auch unsere neuen Elektro-Gegengewichtstapler, die sehr stark auf Europa zugeschnitten sind. Es gibt schon noch einen Unterschied zwischen den USA und Europa. Daher sind auch diese neuen Stapler ein Commitment für den europäischen Markt. Vor zehn Jahren wurde Yale sicher noch weitgehend als ein amerikanisches Unternehmen angesehen, aber wir sind global aufgestellt.

Hat sich Yale zu lange auf den amerikanischen Markt konzentriert und nicht früh genug über den Tellerrand geschaut?

Ulbricht: Nein, das würde ich nicht sagen. Wenn Sie sich die Umsatzanteile der einzelnen Stapleranbieter nach den großen Triade-Märkten USA, Europa und Asien anschauen, ist Nacco unter den Top 2, wobei Europa einen großen Anteil hat.

Aber wir werden nicht von heute auf morgen in aller Welt an die Spitze springen. Das ist ein langfristiger Prozess, während dessen wir neue Händler akquirieren und integrieren und daraus eine durchgängige Linie bilden müssen. Deshalb würde ich nicht sagen, dass wir zu spät über den Tellerrand geschaut haben.

Andere versuchen ja, ähnliche Wege zu gehen. Wir müssen einfach weiterhin und dauerhaft in den Triade-Märkten und jetzt auch noch China vertreten sein.

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