ZVEI Gebäudeautomatisierung reduziert den Energieverbrauch drastisch

Redakteur: Stéphane Itasse

Eine im Auftrag Studie der Hochschule Biberach hat im Praxisbetrieb nachgewiesen, dass Gebäudeautomatisierung je nach Automatisierungsklassen den Energieverbrauch bis zu 50% reduziert, wie der ZVEI als Auftraggeber der Untersuchung mitteilt.

Anbieter zum Thema

Stark automatisierte Gebäude verbrauchen nur halb so viel Energie wie Gebäude ohne Automation, wie eine Studie im Auftrag des ZVEI zeigt. (Bild: Siemens)
Stark automatisierte Gebäude verbrauchen nur halb so viel Energie wie Gebäude ohne Automation, wie eine Studie im Auftrag des ZVEI zeigt. (Bild: Siemens)

Für die zweijährige Feldstudie hatte die Hochschule Biberach die Steuerung der Heizung, der Lüftung, der Beleuchtung und anderer Energieverbraucher in Vergleichsräumen vollständig, teilweise oder gar nicht automatisiert und den tatsächlichen Energieverbrauch gemessen. Beim mittleren Automatisierungsgrad wurden 21% und bei hohem Automatisierungsgrad sogar 49% Energie über zwei Heizperioden eingespart, wie der ZVEI berichtet.

Gebäudeautomatisierung denkt mehr mit als energiebewusste Nutzer

„Wir konnten wissenschaftlich bestätigen, dass insbesondere das Nutzerverhalten für den Energieverbrauch von hoher Bedeutung ist und in der Regel zu unnötig hohem Energieverbrauch führt“, erläutert Prof. Martin Becker, dessen Institut die Studie erstellt hat. Der ideale Nutzer würde zum Lüften die Heizung abschalten, die Fenster möglichst schnell wieder von Hand schließen, würde nur dann Lampen einschalten, wenn Menschen im Raum sind und nur so viele wie augenblicklich gebraucht werden. Er würde in nicht benutzten Räumen und generell nachts oder zum Beispiel an Feiertagen in Büroräumen die Raumtemperatur spürbar senken.

„Dieses ideale Nutzerverhalten gibt es aber nicht – nicht im privaten Bereich und schon gar nicht am Arbeitsplatz“, erläutert Prof. Becker. „Die Automatisierungstechnik denkt mehr mit, als selbst der energiebewusste Bürger. Deshalb ist Gebäudeautomatisierung sinnvoll.“

Studie zur Gebäudeautomatisierung zeigt Handlungsbedarf bei der EnEV

Eine zur praktischen Messung parallel angefertigte Literaturstudie und eine Simulation hat das Einsparpotenzial bestätigt. Je nach Bauweise des Gebäudes, je nach Außentemperaturen und nach Nutzung variiert der Einspareffekt bis zur Hälfte des Energiebedarfs. Prof. Becker sieht daher dringenden Handlungsbedarf bei der Energieeinsparverordnung (EnEV), denn nach wie vor würden die Potenziale der Gebäudeautomation in der Verordnung nicht berücksichtigt.

Die Studie „Energieeffizienz durch Gebäudeautomation mit Bezug zur DIN V 18599 und DIN EN 15232“ soll im September 2011 dem Bundesbauminister übergeben werden. Sie kann beim ZVEI-Fachverband Installationsgeräte und -systeme angefordert werden.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:29294230)