VDMA Getriebe für Windkraftanlagen müssen hohen Belastungen standhalten
Im Vorfeld der Hannover-Messe 2009 rücken mit der neuen Leitmesse „Wind“ auch die Komponenten von Windkraftanlagen in den Vordergrund. Dabei zeigt sich, welche enormen Fortschritte beispielsweise die Hersteller von Getrieben für Windkraftanlagen in den vergangenen Jahren gemacht haben, wie der VDMA mitteilt.
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Ein wichtiges Thema betrifft die Qualität der Getriebe. Hartmut Rauen, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des VDMA und Geschäftsführer der Forschungsvereinigung Antriebstechnik (FVA), erläutert: „Die Hersteller von Getrieben für Windkraftanlagen haben in der FVA in den letzten Jahren intensiv gemeinsame Forschung betrieben, die Auslegungs- und Berechnungsverfahren bedeutend zu verfeinern und auf ein neues Niveau zu heben.“
Getriebe sorgen für Kraftwerksqualität von Windkraftanlagen
Zwei neutrale Experten bestätigen diese Aussagen: So müssen Windkraftanlagen laut den neuen Anschlussbedingungen Leistung in Kraftwerksqualität abliefern. Kein Problem für Windkraftanlagen-Getriebe, meint Prof. Dr.-Ing. Bernd-Robert Höhn, Inhaber des Lehrstuhls für Maschinenelemente (FZG, Forschungsstelle für Zahnräder und Getriebebau) an der Technischen Universität München.
Die Windkraftanlagen-Hersteller müssen heute außerdem Garantien für eine Einsatzdauer von 20 Jahren. Das bedeutet für die Getriebe, dass sie sicher und zuverlässig enorme Anzahl von Lastwechseln überstehen müssen. Experten wie Prof. Höhn sprechen hier bereits von einer Bill. Lastwechsel. Es hat sich also viel in Sachen Getriebezuverlässigkeit getan.
Windkraftanlagen fallen nur selten wegen Getriebe aus
Das bestätigt auch eine Studie des Instituts für Solare Energieversorgungstechnik ISET e.V. aus Kassel, wie der VDMA berichtet. Dipl.-Ing. Berthold Hahn, Leiter der Projektgruppe Zuverlässigkeit und Instandsetzungsstrategie am ISET fand beispielsweise im Jahr 2006 in einer Studie heraus, dass das Windkraftanlagen-Getriebe als Ausfallursache mit 4% (vor dem Antriebsstrang mit 2%) auf dem vorletzten Platz rangiert.
Es handelte sich um eine Analyse von 62000 Berichten zu Wartung- und Instandsetzungsarbeiten. Zu den betroffenen Komponenten zählten in erster Linie elektronische Regelung (17%), Sensoren (10%) und Elektrik (25%).
Als positiv sieht der Sachverständige zum Beispiel die heutige, standardmäßige Druckumlaufschmierung an, bei der eine Pumpe das Öl ständig umwälzt und an die Lagerstellen fördert. Viel habe sich seiner Beobachtung nach auch in den letzten 15 Jahren bei der Filterung des Schmierstoffes und bei den Ölen getan.
Condition Monitoring wird bei Windkraftanlagen wichtiger
Der Experte lobt auch die Entwicklungen hin zu aufwendigeren Getriebekonzepten, die die Beanspruchung verringern. Hinzu kommt für ihn, „dass immer mehr Windkraftanlagen-Betreiber vor allem das Schwingungsverhalten mit Hilfe von Condition Monitoring überwachen, um frühzeitig Schäden aufzuspüren.“
Über die Qualität von Windkraftanlagen können sich Interessierte übrigens auf der Hannover-Messe 2009 im Detail neutral informieren beim neuen Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES, das aus einer Zusammenführung des ISET und des Fraunhofer-Center für Windenergie und Meerestechnik CWMT in Bremerhaven entsteht.
Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES, Halle 27, Stand G20
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