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Das Thema Produktion in globalen Netzwerken stand bei der KSB AG aus Frankenthal an. Der Pumpenhersteller besitzt einen historisch gewachsenen Fertigungsverbund, dessen Produktionswerke sich weltweit stark auf den jeweiligen regionalen Markt ausgerichtet hatten.
KSB setzt auf weltweiten Fertigungsverbund
Das Unternehmen startete daher den Aufbau eines globalen Netzwerkes auf Basis von weltweit standardisierten Produkten und mit unterschiedlichen Schwerpunkten in den Produktionseinheiten. Der Wandel vom Produktionswerk zum Verbundstandort geschieht im Rahmen einer Zertifizierung.
Das Arbeiten im Fertigungsverbund lohnt sich laut Vorstandsmitglied Dr. Peter Buthmann. Er empfahl aber, genau auf die Stärken und Schwächen der einzelnen Standorte zu achten.
So ergibt der Blick auf die Kosten manchmal Erstaunliches. Das Herstellen eines komplexen Gesamtaggregats (Pumpe mit Motor, Verrohrung, Sensorik und so weiter) kostet in Deutschland weniger als in Indien, Brasilien oder Südafrika (Mehrkosten: plus 9, 16 und 31%). Der Blick auf die einzelne Pumpe zeigte ein anderes Bild: Die Kosten für ihre Produktion sind in Indien nur halb so hoch.
Montage von Gesamtaggregaten in Deutschland senkt Gesamtkosten um 20 bis 30%
Daher lässt KSB sie dort herstellen, um sie dann in Deutschland zu montieren und zum Gesamtaggregat zu komplettieren. Buthmann: „Wir schaffen es auf diese Art und Weise, unsere Gesamtkosten um 20 bis 30% zu senken.“
Eine wichtige Rolle spielt das Lokalisieren, das Anpassen einer Konstruktion an regionale Anforderungen. Beispiel Kesselumwälzpumpe für Kraftwerke: Ein deutscher Standort koordinierte und begleitete den Technologie-Transfer nach Asien, der in Teilschritten abllief und durch Qualitätsaudits abgeschlossen wurde. Dabei gab es vier Lokalisierungsschritte (Druckhülle/Gehäuse, Wärmetauscher, Zuganker/Klemmenkasten, Rotor/Hydraulik), die am Ende zu einem neuen Design auf der Basis der technischen Weiterentwicklung führten.
Gegen Produktpiraterie hilft stetige Innovation
Gegen das spätere Kopieren dieses regionalen Produktes gebe es jedoch im Prinzip kein Mittel. Wenn es zum Technologietransfer komme, müsse daher die Konstruktion der nächsten Version bereits in der Schublade liegen.
Das Unternehmen setzt beim Umsetzen seines Netzwerkes auf Hilfe zur Selbsthilfe und arbeitet dazu im BMBF-Verbundprojekt Power.net (www.powernet-projekt.de) mit, in dem Unternehmen gemeinsam ihre Methoden zum Beherrschen globaler Wertschöpfungsnetzwerke verbessern. Und dann ist – ganz im Sinne des VDMA-Präsidenten – „das Ganze mehr als die Summe seiner Teile.“
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