Festo Greifer transportiert druckempfindliche Bauteile ohne Beschädigung
Der sogenannte Fin-Ray-Effekt hält für die Handhabungstechnik Überraschendes bereit. Abgeleitet von der Konstruktion einer Fischflosse passt sich der Fin-Gripper bei seitlichem Druck an die Kontur des Werkstücks an, unabhängig von dessen Bauteilkontur. Dieses Greifprinzip eröffnet laut Festo neue Wege der industriellen Automation, um beispielsweise druckempfindliche Bauteile ohne Beschädigung zu transportieren.
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Der Fin-Ray-Effekt überträgt die Prinzipien der Biomechatronik auf die Automatisierungstechnik. Flexibilität und Leichtigkeit in Bezug auf die zu bewegende Masse und Energieeffizienz sowie die Anpassungsfähigkeit von Organismen in unterschiedlichen Lebensräumen sind Prinzipien, die von der Natur abgeschaut sind und auf die Automatisierungstechnik übertragen werden.
Greifer Bionic-Tripod arbeitet nach Vorbild aus der Natur
Als Beispiel einer konsequenten Ableitung von bionischen Konstruktionsprinzipien für eine effiziente und flexible Automation präsentiert Festo den Bionic-Tripod. Seine größten Vorzüge: Er bewegt sich flexibel und greift adaptiv.
Das Fin-Ray-Prinzip wurde im Bionic-Tripod erstmals wirkungsvoll für die Anforderungen der Automation von Fertigungsprozessen umgesetzt. Drei pyramidenförmig angeordnete Glasfaserstäbe lassen sich durch Ein- oder Ausziehen der Stäbe in jede Richtung bis zu 90° auslenken. Elektrische Linearachsen steuern sie präzise an.
Robotik-Steuerungssoftware steuert gesamtes System
Gesteuert wird die gesamte Anlage über die Robotik-Steuerungssoftware CMXR von Festo. Sie verbindet Mechanik, elektrische Antriebs- und Steuerungstechnik zu einer kompletten kinematischen Systemlösung und koordiniert die hochdynamischen Bewegungen im Raum.
Die CMXR-Robotersteuerung interpoliert und positioniert alle Achsen, die Konturen auf einer Mittellinie abfahren können, wie sie beim Kleben, Laserschweißen oder Wasserstrahlschneiden notwendig sind. Sie kann Bahnschaltpunkte setzen und damit Prozessgeräte schalten. Die Robotersteuerung fungiert auch als Schnittstelle einerseits zu übergeordneten Steuerungen und andererseits zu den Motor-Controllern der Servo-Achsen und zu den Ventilinseln.
Robotersteuerung erlaubt Einbindung von Bildverarbeitung
Mehr noch: Die Steuerung ermöglicht die Einbindung von Bildverarbeitungssystemen wie dem intelligenten Kompaktkamerasystem von Festo. Mit Hilfe des Kamerasystems und den möglichen Fördersystemen lassen sich auch Applikationen mit bewegten Objekten realisieren, heißt es weiter.
Unregelmäßige Gegenstände, die über eine schwierige Geometrie verfügen, stellen Ingenieure prinzipiell vor Probleme. Bei herkömmlichen Greifern sind Verletzungen der zu transportierenden Teile oft vorprogrammiert. Dort kann der Fin-Gripper seine Vorzüge ausspielen: Er passt sich der äußeren Form an, ohne zu viel Druck aufzubauen. Er umschließt das zu greifende Werkstück, zum Beispiel eine Glühbirne, ähnlich wie eine Hand, nach dem Fin-Ray-Prinzip.
Der Bionic-Tripod und der Fin-Gripper können sich einfach, schnell und mit geringem Aufwand den Applikationen anpassen. Der leichtgewichtige Greifer benötigt wenig Energie und keine steife und robuste Anschlusskonstruk-tion.
Festo AG & Co. KG auf der Messe Motek 2009: Halle 3, Stand 3303
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